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Im nächsten Jahr mit noch mehr „Bums“

Motorradsport Im nächsten Jahr mit noch mehr „Bums“

Der Aufstieg ist beschlossene Sache. Unklar ist allerdings noch, in welcher Klasse genau Motorrad-Rennfahrer Leon Strack in der nächsten Saison an den Start gehen wird.

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Gute Kurvenlage: Leon Strack ist in dieser Saison auf seiner Kawasaki ZXR-400 noch schneller geworden. Im nächsten Jahr wird er mit einer PS-stärkeren Maschine starten.Fotos: Holger Schmidt / privat

Cölbe. Bei der Premieren-Saison des „ADAC Youngster-Cups“ war Leon Strack direkt Vize-Meister in der 400-Kubikzentimeter-Klasse geworden. In dieser Saison hat sich der 17-jährige Nachwuchsfahrer nochmals verbessert - wenngleich sich das nicht im Endklassement niederschlug. „Ich gucke nicht auf die Gesamtwertung“, sagt Leon Strack. Dafür fehlte er einfach bei zu vielen Rennen, weil unter anderem wichtige Prüfungen anstanden. Strack macht eine Lehre zum Metallbauer bei der Stadt Marburg.

Und doch hat er sich gut entwickelt. „Im letzten Jahr hatte ich noch Probleme mit den Starts“, blickt Leon Strack zurück. Jetzt klappt‘s besser mit seiner Kawasaki ZXR-400. „Ich fahre los und habe gleich Speed.“ Das Talent trainiert viel im Fitness-Studio, hat dadurch körperlich zugelegt. Das Ergebnis: „Ich bin insgesamt schneller, fahre konstantere Runden.“

Bei den drei Rennwochenenden im italienischen Franciacorta, in Oschersleben und in Schleiz lieferte sich der für die Motorsportclubs Rockenberg und Rheintal startende Cölber heiße Duelle mit Alexander Knaf aus Bad Dürkheim. In Italien gewann Strack zweimal, in Oschersleben siegte er einmal und wurde einmal Zweiter, am Schleizer Dreieck belegte er zweimal Rang zwei. Seinen Vereinskollegen Philipp Kunz, mit dem er sich in der Vorsaison packende Zweikämpfe geliefert hatte, ließ Strack hinter sich. „Wir haben uns beide verbessert, ich mich ein bisschen mehr“, sagt der 17-Jährige. In Knaf hatte Strack einen neuen Rivalen, mit dem er sich messen konnte. „Es ist gut, einen Gegner zu haben, und nicht alle Runden allein drehen zu müssen“, findet der Cölber.

Nicht so gut lief es für seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Aron. Nachdem er sich im Vorjahr bei einem Sturz den Unterarm gebrochen hatte, machte er in Italien zweimal den Abflug. „Einmal ist er regelrecht abgeschossen worden“, sagt seine Mutter Angelika Strack. Der 15-Jährige kam zwar mit einigen Blessuren glimpflich davon, doch das Motorrad war stark in Mitleidenschaft gezogen. Vater Reinhard Strack und Großvater Norbert Ried verrichteten Schwerstarbeit, um die Maschine wieder flott zu kriegen, damit Aron trotzdem starten konnte. Die Leichtigkeit ist aber aufgrund der Erfahrungen etwas abhanden gekommen, Aufbauarbeit ist angesagt. „Ich versuche ihm zu helfen“, sagt sein Bruder Leon Strack.

Von dessen Entwicklung ist Reinhard Strack angetan: „Er ist sogar schon schneller als ich“, stellte Strack senior nach Testfahrten auf dem Sachsenring fest. Und das will etwas heißen. Denn Reinhard Strack war Ende der 1980er Jahre bei Weltmeisterschaftsläufen erfolgreich und fährt der Konkurrenz auch jetzt noch davon, wenn er mit seiner Honda VTR 1000 bei Klassik-Rennen mitfährt.

Die Umstellung auf die größere Maschine fiel Leon Strack nicht schwer. „Ich hab mich draufgesetzt und bin genauso gefahren wie immer.“ Nur mit dem Gasgeben habe er ein bisschen aufpassen müssen. Statt 65 PS wie seine Kawasaki bringt die Honda 110 PS auf die Straße. Das macht sich bemerkbar: „Die hat mehr Bums aus der Kurve raus.“

Trotzdem wäre der Start auf der Honda oder in der 600er-Klasse im nächsten Jahr fürLeon Strack nur die zweiteWahl. Ziel ist es, den Einstieg in den Yamaha-Cup zu schaffen.„Meiner Meinung nach ist das die beste Nachwuchs-Rennserie“, sagt Reinhard Strack. Spätere Spitzenfahrer wie MartinWimmer oder Dirk Raudieshaben dort ihre Karrierenbegonnen.

Das Problem sind - wie so häufig im Motorsport - die hohen Kosten. Ohne Sponsoren ist der Einstieg nicht zu finanzieren. „Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wäre Leon in zwei, drei Jahren bei der WM“, ist sich sein Vater sicher.

von Holger Schmidt

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