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Im Finale gibt es oft Szenenapplaus

Squash Im Finale gibt es oft Szenenapplaus

Die Skwosch-Frösche Marburg wollen ihre Sportart mithilfe der Squash Open wieder populärer machen. Das zweitägige Turnier in der Move Sportwelt ist dabei für viele Top-Athleten der Saisonabschluss.

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Sieger unter sich: Liaquat Ali (von links) gewann im B-Feld der Männer, Franziska Hennes bei den Frauen, und Simon Rösner setzte sich im A-Feld Männer durch.Foto: Rainer Müller

Marburg. Am Ende zweier Turniertage stand im Herren A-Feld eine wenig überraschende Finalpaarung fest: Simon Rösner, die Nummer eins der nationalen Rangliste, spielte gegen Raphael Kandra, seinen ersten Verfolger in diesem Ranking. Es traf also das Beste aufeinander, was Squash in Deutschland derzeit zu bieten hat.

Und das merkte man von der ersten Sekunde des Endspiels: mit höchstem Tempo schlugen die beiden Spieler, die sich als Trainingspartner des Paderborner SC bestens kennen, den Ball abwechselnd durch den Court, lieferten sich auf engstem Raum einen packenden Zweikampf. Spätestens als Kandra gegen Ende des ersten Satzes zum „Becker-Hecht“ ansetzte und sich spektakulär einen Punkt erkämpfte, waren auch die knapp 100 Zuschauer aus dem Häuschen. Mit Szenenapplaus unterstützten sie die Finalisten.

Rösner war allerdings von Beginn an der etwas Dominantere und zwang seinen Kontrahenten oft in die Verteidigung. Die Nummer elf der Welt holte sich dann auch den ersten Satz mit 11:8. Drei davon braucht man, um ein Spiel zu gewinnen. Im zweiten Satz machte Kandra schon am Start viele einfache Fehler, musste sich wieder mit 8:11 geschlagen geben.

Eine große Aufholjagd folgte daraufhin nicht mehr, auch wenn der letzte Satz vom Niveau her der stärkste war - Rösner gewann mit 11:9 und durfte sich somit als Sieger der ersten Squash Open in Marburg feiern lassen.

Indes waren die beiden Marburger Markus Mißbach und Felix Gareis sowie Titelverteidiger André Haschker im Feld mit 16 Teilnehmern bereits früh ausgeschieden.

„Es gab sehr intensive und attraktive Ballwechsel. Dazu war die Stimmung super“, zog Simon Rösner nach dem letzten Spiel Bilanz. Er selbst habe das Turnier recht locker angehen können - schließlich ging es ja nicht um Ranglisten-Punkte. Auch Raphael Kandra war am Ende zufrieden - trotz Finalniederlage. „Es war einfach schwierig, Simon aus seinem Spielfluss herauszubekommen. Er hat momentan viel Selbstvertrauen“, erklärte er, „trotzdem hat es riesigen Spaß gemacht“.

Bei den Frauen hatte es derweil eine Überraschung gegeben. Deutschlands Nummer eins Sina Wall war unerwartet im Halbfinale gegen Annika Wiese (4.) ausgeschieden. Den Sieg im Finale jedoch holte sich Franziska Hennes (3.), ebenfalls aus Paderborn. „Ich konnte frei aufspielen, weil ich im Finale nicht die Favoritin war“, sagte sie, „für mich war es heute ein perfekter Saisonabschluss“. Fast alle Squash-Spieler verabschiedeten sich direkt nach dem Turnier in Marburg in die Sommerpause. So auch der erst 18-jährige Pakistani Liaquat Ali, der im Herren B-Feld triumphierte.

Zum ersten Mal hatten die Skwosch-Frösche Marburg als Veranstalter die Squash Open derart groß aufgezogen. Mit 6600 Euro Preisgeld war es das höchstdotierte Turnier auf nationaler Ebene. Maßgeblichen Anteil daran hatte Jan Deucker, Zweiter Vorsitzender und Hauptsponsor, der bei den Männern Raphael Kandra und bei den Frauen Sina Wall sowie Sharon Sinclair unterstützt. „Wir wollen Squash wieder populär machen, wie einst in den 80er- und 90er-Jahren. Damals gab es schon mal einen Boom“, erklärte er. Weitere Turniere dieser Art sollen deshalb folgen. In Marburg sei jedenfalls schon jetzt ein positiver Trend erkennbar. „Seit zwei, drei Jahren haben wir sehr großen Zulauf in der Jugend“, berichtete der Vereinsvorsitzende Roman Pahl.

Insgesamt aber, so die Einschätzung von Rösner, sei die Entwicklung der Sportart bundesweit von „Stillstand“ geprägt. Viele Topspieler leiden darunter, dass Squash (noch) nicht olympisch ist und dadurch vergleichsweise wenig öffentliche Aufmerksamkeit bekommt. Vollprofis wie Sina Wall könnten den notwendigen Aufwand ohne die Unterstützung der Bundeswehr-Sportfördergruppe sowie ihrer Sponsoren nicht betreiben. „Für meine Turniere muss ich ja einmal um die ganze Welt fliegen. Müsste ich diese Kosten komplett selbst tragen, wäre es nicht möglich.“

von Yanik Schick

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