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"Ich will die Menschen aktivieren"

Porträt "Ich will die Menschen aktivieren"

Den Sport hat sich Martin Otte zur Lebensaufgabe gemacht. Nach vielen Jahren als erfolgreicher Zehnkämpfer versucht der 47-Jährige heute, andere Menschen zur Bewegung zu animieren.

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Auch mit 47 Jahren noch topfit: Ex-Zehnkämpfer Martin Otte in seinem „Gesundheitstreff“ in Cölbe. Foto: Yanik Schick

Cölbe. Ohne Zweifel, Martin Otte ist ein Individualist. Den eigenen Weg im Leben zu finden und diesen auch zu gehen, hat für ihn eine wichtige Bedeutung. Schon in seiner aktiven Zeit bestimmte der Einzelsportler den Aufbau seines Trainings am liebsten selbst, und auch beruflich wurde Otte sehr schnell klar: Er wollte nach seinen persönlichen Konzepten arbeiten.Vor fast genau einem Jahr kam er also wieder zum Vorschein, der Individualist. Martin Otte eröffnete in Cölbe einen sogenannten Gesundheitstreff. „Ich hatte mal wieder den Drang, etwas eigenes machen zu wollen“, erklärt der Diplom-Sportlehrer.

Die Idee dahinter: Die Kunden sollen einen Zirkel aus verschiedenen Fitnessgeräten durchlaufen, sich nach ihren jeweiligen Möglichkeiten auspowern. In erster Linie aber sollen sie sich dabei wohlfühlen und in angenehmer Atmosphäre trainieren können. „Es gibt sehr viele Leute, die sportlich nichts machen. Ich will die Menschen aktivieren und daran appellieren, dass sie etwas tun müssen“, sagt Otte.

Er selbst hat zwar seine Laufbahn vor vielen Jahren beendet, hält sich allerdings durch regelmäßiges Joggen noch immer fit. Gesundheit durch Bewegung - ist im Laufe seines Lebens zu seinem persönlichen Anliegen geworden.

Mit gerade einmal sechs Jahren hatte Otte zum ersten Mal in seinem Leben die Laufschuhe geschnürt. Gemeinsam mit Freunden stieg er als kleiner Junge in die Leichtathletik-Abteilung des TV Cölbe ein.

Von Anfang an zeichnete sich der Zehnkampf als passendste Disziplin für Otte ab. „Ich hätte an einer Einzelsportart nicht viel Freude gehabt, weil das Training nicht so variantenreich gewesen wäre“, findet der 47-Jährige.

So quälte sich Otte durch die vielen Einheiten, holte immer alles aus sich heraus. „Ein Zehnkämpfer muss an seine Grenzen gehen können. Das ist schon relativ hart“, gibt er zu. Auf der anderen Seite habe er aber auch einiges gelernt: „Man lernt etwas fürs Leben; man lernt Sieg und Niederlage kennen, man muss sich aufraffen können. Es geht immer weiter.“

Mitte der 1980er-Jahre zog es Otte aus seiner Heimat. Nach der Schule ging er nach Paderborn und absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Sein Arbeitgeber ließ ihm viel Freiraum, um die sportliche Entwicklung des ambitionierten Leichtathleten beim LC Paderborn zu fördern.

Drei Jahre später wechselte Otte zur TSG Wieseck. Dort lieferte er im Jahr 1995 den besten Wettkampf seiner gesamten Karriere ab. 8048 Punkte standen nach zehn Disziplinen bei den Hessischen Meisterschaften zu Buche. „Zunächst sah es recht schlecht für mich aus. Hinten raus bin ich aber mit der Unterstützung der Zuschauer über mich hinaus gewachsen. Das waren eindrucksvolle Momente“, erinnert sich Otte noch heute voller Stolz.

Zwei Jahre danach, während seines Studiums an der Deutschen Sporthochschule in Köln, holte er sich den Vizemeistertitel bei den Deutschen Meisterschaften im Zehnkampf, 1999 hing er im Alter von 32 Jahren seine Schuhe an den Nagel.

Durch den Gesundheitstreff steht Sport aber weiterhin im Mittelpunkt von Ottes Leben. Das soll auch so bleiben. „Einen beruflichen Wechsel wird es nicht mehr geben“, verspricht der 47-Jährige. Er geht eben seinen Weg. Seinen eigenen.

von Yanik Schick

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