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Hessenliga-Topteams wollen in die Regionalliga

Fußball Hessenliga-Topteams wollen in die Regionalliga

Am 15. April endet die Bewerbungsfrist für die Zulassung zur Regionalliga Südwest. Die Ambitionen der Spitzenteams versprechen Vorfreude auf ein spannendes Aufstiegsrennen in der Hessenliga.

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Läuft es für ihre Teams optimal, könnten sie in der nächsten Saison in der Regionalliga um den Ball kämpfen: Eintracht Stadtallendorfs Dominik Völk (links) und Michael Bodnar vom SC Teutonia Watzenborn-Steinberg.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Wäre nach dem 27. Spieltag Schluss in Hessens höchster Spielklasse, wäre die kleine Sensation perfekt: In Watzenborn-Steinberg (54 Punkte) und Rot-Weiß Frankfurt (50) hätten dann zwei Teams die Saison am erfolgreichsten abgeschlossen, die in der vergangenen Runde noch in der Verbandsliga spielten.

Spannung verspricht der Saisonendspurt nicht nur, weil Eintracht Stadtallendorf (48) sowie der FSC Lohfelden (41), TSV Lehnerz (40) und SV Wiesbaden (39) dem Spitzenduo auf den Fersen sind, sondern auch, weil sich auch in diesem Jahr einige Klubs mit dem Aufstieg in die Regionalliga Südwest beschäftigen – auch das dritte Überraschungsteam der Liga, der TSV Eintracht Stadtallendorf.

Die Herrenwälder reichten in der Saison 2012/2013 erstmals die nötigen Unterlagen bei der Regionalliga Südwest GbR in Karlsruhe ein. „Insofern haben wir schon etwas Erfahrung“, sagt Stadtallendorfs Fußball-Abteilungsleiter Reiner Bremer, laut dem erst nach den nächsten Spielen am heutigen Samstag gegen Wiesbaden und am 13. April gegen Frankfurt endgültig über eine Bewerbung entschieden werden soll. „Das ein oder andere müssen wir unabhängig davon schon vorbereiten“, weiß Bremer.

Klar ist die Lage beim einzigen mittelhessischen Konkurrenten. „Wir würden es wagen“, sagt Andreas Heller, Teammanager des SC Teutonia Watzenborn-Steinberg. Sportlich spricht beim Aufsteiger, der erst drei und damit­ mit Abstand am wenigsten Niederlagen auf dem Konto hat, wohl am wenigsten gegen den Aufstieg in Deutschlands vierthöchste Spielklasse. In Sachen Infrastruktur stünde den Pohlheimern allerdings viel Arbeit ins Haus, denn der Sportplatz „An der Neumühle“ ist weit von einem Regionalliga-tauglichen Sportgelände entfernt.

Zuschauerbereich für Gäste und Sitzplätze sind Pflicht

Getrennte Zuschauerbereiche, eine Flutlichtanlage mit 400 Lux Beleuchtungsstärke, eine Einzäunung des gesamten Stadiongeländes und des Spielfeldes (Höhe: 2,20 Meter), mindestens 100 Sitz- und 2 500 Stehplätze, eine ausreichende Anzahl an Umkleideräumen und sanitären Einrichtungen für Aktive und Zuschauer, Einrichtungen für Medienmitarbeiter sowie einen Pressekonferenz- und VIP-Raum schreiben die Zulassungs- und Sicherheitsrichtlinien der Regionalliga Südwest GbR unter anderem vor.

„Wir sprechen mit Sascha Döther (Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR; Anmerkung der Redaktion) und prüfen, ob die Regionalliga bei uns machbar ist oder ob wir ausweichen müssten“, sagt Heller. „Die sogenannten Risikospiele könnten wir – Stand heute – nicht in Watzenborn austragen.“

Die in die Kategorie rot eingestuften Partien mit Risikopotenzial wären auch für die SG Rot-Weiß Frankfurt, die ihre Heimspiele – wie die Bundesliga-Frauen des FFC Frankfurt – im Stadion am Brentanobad austrägt, das Hauptproblem. „Die Vorbereitungen für eine Bewerbung laufen bereits, wir reichen sie nächste Woche ein. Eine Begehung mit Sportamt, Polizei und dem Geschäftsführer der Regionalliga Südwest gab es schon in der vergangenen Woche“, verrät Ottmar Klauß, Präsident der Rot-Weißen.

Zwei Dinge stehen nach dieser Begehung fest: „Eine Auflage wäre, dass wir gegen Kickers Offenbach, Waldhof Mannheim und den 1. FC Saarbrücken ins Stadion des FSV Frankfurt ausweichen müssten.“ Zudem ist eine bauliche Maßnahme im Stadion am Brentanobad nötig. Dort müsste ein „Käfig“ in einem Tribünenblock installiert werden, um Gästefans unterzubringen.

Daumen halbrunter – so steht man dem Aufstieg tendenziell beim FSC Lohfelden gegenüber. „Es steht zwar noch nicht fest, ich glaube aber eher nicht, dass wir uns in dieser Saison bewerben. In der kommenden Saison schauen wir aufs Neue“, sagt Jessica Müller, Teammanagerin der Nordhessen.

Die aktuellsten Erfahrungen in Sachen Regionalliga bringt der TSV Lehnerz mit, der als Vorjahres-Vizemeister nur sehr knapp in den Aufstiegsspielen scheiterte. Ob der Fuldaer Stadtteil-Klub einen weiteren Versuch unternehmen würde, wird sich erst kurzfristig entscheiden. „Wir sind noch in der Findungsphase. Wir wissen aber, dass die Zeit drängt“, sagt der Lehnerzer Finanzvorstand Martin Geisendörfer.

„Keine Aussage“ zum Thema Regionalliga will derzeit Thomas Andiel machen, der seit Dezember Geschäftsführer des SV Wiesbaden ist. Die Zukunft des Traditionsvereins ist angesichts des für den Sommer angekündigten Rückzugs des Hauptsponsors Kartina TV und der noch ungeklärten Situation mit anderen Sponsoren und potenziellen Neu-Sponsoren völlig ungewiss.

Dass viele Vereine erst kurz vor Toresschluss den Entschluss zur Bewerbung fassen, ist übrigens keineswegs unüblich. „Die meisten Vereine reichen ihre Unterlagen erst in der letzten Woche ein“, sagt Sascha Döther. Bis Anfang der Woche lagen dem Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR erst drei Bewerbungen für die kommende Spielzeit vor.

von Marcello Di Cicco

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