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Herber Rückschlag ohne kranken Hambüchen

Kunstturnen Herber Rückschlag ohne kranken Hambüchen

Mit einem Sieg sollten die Weichen gestellt werden, daraus ist nichts geworden: Durch ein 24:39 beim SC Cottbus sind die Chancen der KTV Obere Lahn auf den Bundesliga-Finalwettkampf um die Bronzemedaille deutlich gesunken.

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Nick Klessing in Aktion. Mit einem guten Sprung holte er an diesem Gerät zwei Scorepunkte für die KTV.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Cottbus. Es war einfach nicht das Wochenende der Biedenkopfer Riege: Am Freitag stand ein Teil des Teams vier Stunden im Stau, kam erst nachts um zwei Uhr in Cottbus an. Am Samstagmorgen bekam Cheftrainer Albert Wiemers dann die Abmeldung von Fabian Hambüchen. Wegen Magen-Darm-Problemen musste der Reck-Olympiasieger passen. Und ohne ihren Superstar lief es für die Hinterländer einige Stunden später von Beginn an alles andere als rund. „Wir haben es schon mal besser gemacht“, sagte Wiemers nach dem Wettkampf, schob dann hinterher: „Wir haben uns ein bisschen dumm angestellt.“

Rückblickend fiel die Entscheidung bereits bei den ersten beiden Geräten. Am Boden ging es unglücklich los: Lasse Gauch und Nick Klessing offenbarten „kleinere Problemchen“, wie Wiemers es ausdrückte, und gaben gegen Christopher Jursch und Igor Radivilov vier beziehungsweise drei Zähler ab. „Das war viel zu viel, wir hatten mit maximal drei Scorepunkten kalkuliert“, erläuterte der Trainer. Nach 4:10-Rückstand ging das Pauschenpferd gar mit 0:9 verloren: Artur Davtyan und Sebastian Quensell hielten ihre Konkurrenten, Fabian Lotz patzte hingegen und musste einmal absteigen. „Das war ärgerlich, er kann einen hohen 13er-Endwert turnen“, sagte Wiemers zur 12,05-Punkte-Bewertung, durch die er gegen Devin Woitalla (13,40) vier Scorepunkte verlor. Lasse Gauch bekam den Abgang nicht hin - fünf Punkte für seinen Gegner Oleksandr Suprun und 4:19-Rückstand für die KTV. Exakt diese 15 Zähler machten am Ende den Unterschied zwischen dem SC Cottbus und den Gästen aus.

Gäste gewinnen nur den Barren

„Es ist einfach blöd, wenn man von Beginn an hinterherläuft“, gab Wiemers zu Protokoll. „Dadurch geht ein Stück weit die Sicherheit verloren und das Selbstvertrauen fehlt. Und dann hadert man mit sich oder den Kampfrichtern.“ Wobei er mit den Darbietungen an den Ringen weitgehend einverstanden war: 5:5 Zähler brachten den ersten Gerätpunkt, obwohl der Cottbusser Radivilov mit einer überragenden Übung und einem Endwert von 15,60 beeindruckte.

Der zweite Teil des Wettkampfs verlief ausgeglichen - ohne Hambüchen, der beim Sprung und am Reck eingeplant war, hatten die Gäste aber keine Chance auf die Wende. „Mit seinen Ausgangswerten hätten wir ganz anders dagestanden“, meinte Wiemers. So musste Lasse Gauch beim Sprung ran, er gab fünf Scorepunkte gegen Erik Mihan ab. Bruder Thore Gauch gab als Ersatzmann am Reck sein Bestes, musste Woitalla dennoch zwei Zähler überlassen. Lotz sicherte durch eine gute Übung und drei Scorepunkte am letzten Gerät ein 3:3, zuvor hatte sich die KTV mit 6:3 beide Gerätpunkte am Barren eingefahren. Der Sprung ging mit 6:9 verloren, weil auch Lotz im Duell mit Topscorer Radivilov (vier Punkte; insgesamt zwölf Zähler) nicht genügend entgegenzusetzen hatte.

Der Klassenerhalt ist sicher

Immerhin: „Auch wenn einiges ärgerlich war, hat niemand den Kopf in den Sand gesteckt“, lobte Wiemers die gute Moral im Team. „Jeder hat gekämpft und bis zum Schluss alles gegeben.“ Und quasi nebenbei ist das erste Saisonziel sicher: Weil auch Wetzgau und Monheim am Samstag nicht gewannen und noch direkt aufeinandertreffen, ist der Klassenerhalt in trockenen Tüchern. Um das zweite Ziel, den Einzug ins „kleine Finale“ um den Bronzerang, zu erreichen, braucht die KTV aber nun voraussichtlich Schützenhilfe. Zwar belegt sie aktuell aufgrund der besseren Gerätpunkte-Bilanz noch den vierten Platz gegenüber den punktgleichen Cottbussern und der Siegerländer KV, als nächstes muss sie aber am 12. November bei Titelanwärter TG Saar ran. „Da sind wir klarer Außenseiter“, weiß Wiemers. Cottbus empfängt eine Woche später zum Abschluss der Saison den TSV Monheim und dürfte gegen das Schlusslicht wohl gewinnen. Die Biedenkopfer hoffen daher, dass die Lausitzer zuvor in Siegen unterliegen - dann würde es am letzten Wettkampftag zum Showdown kommen: Am 19. November gastiert die Siegerländer KV in der Sporthalle der Lahntalschule.

von Stefan Weisbrod

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