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Hellmann: "Wir bekommen zu wenig vom Kuchen"

Eintracht-Vorstandsmitglied in Lohra Hellmann: "Wir bekommen zu wenig vom Kuchen"

Obwohl Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt geschafft hat, ist klar: in der neuen Saison muss vieles besser werden. Vorstandsmitglied Axel Hellmann über alte Fehler und einen neuen Geldsegen.

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Axel Hellmann schießt bei seinem Besuch in Lohra auf die Torwand. Das Eintracht-Vorstands­mitglied hofft, dass Sportvorstand Fredi Bobic einige Transfervolltreffer landet.

Quelle: Yanik Schick

Lohra. Im Rahmen seines Fanclubbesuchs an der Grillhütte Lohra stand Eintracht Frankfurts stellvertretender Vorstandsvorsitzender Axel Hellmann der OP Rede und Antwort.

OP: Herr Hellmann, trotz des Klassenerhalts in der Relegation war die vergangene Saison der Frankfurter Eintracht mit Platz 16 nach gutem Start insgesamt ernüchternd. Wo liegen die Gründe dafür?

Axel Hellmann: Dazu muss man ein bisschen ausholen. Schon im Jahr davor gab es viele Disziplinlosigkeiten von Spielern, Auseinandersetzungen, Schlägereien in Clubs. Glücklicherweise ist zu dieser Zeit nur ein Bruchteil dessen, was passiert ist, an die Öffentlichkeit gelangt. Die Mannschaft hat ihr eigenes Ding gemacht, Thomas Schaaf hat sie nicht mehr erreicht. Nach seinem Rücktritt haben wir dann vor dieser Saison über einen neuen Trainer diskutiert. Schon damals wollten wir Niko Kovac holen, der aber noch einen Vertrag bei der kroatischen Nationalmannschaft hatte. Also fiel die Wahl der Sportlichen Leitung auf Armin Veh. Im Nachhinein muss man sagen: Das war keine gute Idee, weil die Mannschaft seinen ballbesitzorientierten Fußball nicht zu leisten imstande war. Der größte Fehler war aber nicht die Verpflichtung von Veh, sondern, dass insbesondere nach dem 6:2 gegen Köln alle gedacht haben, die Mannschaft sei zu Höherem als einem Mittelfeldplatz berufen. Mit diesem Druck kamen die Spieler nicht zurecht. Wir sind in eine Abwärtsspirale geraten. Erst Kovac hat dem Team am Ende wieder eine Geschlossenheit vermittelt, die für den Klassenerhalt notwendig war.

OP: Im Verein hat es inzwischen einen Führungswechsel gegeben: Fredi Bobic folgt als neuer Sportvorstand auf Heribert Bruch­hagen. Bis jetzt hat die Eintracht aber noch keine Neuzugänge - wie wird Bobic den Kader zusammenstellen?

Hellmann: Unser Umschaltspiel war in der Vergangenheit zu langsam, deshalb müssen wir die Geschwindigkeit in der Mannschaft erhöhen. Nach Spielern, die das können, werden wir Ausschau halten. Seien Sie sicher, es wird sich einiges tun. Wir dürfen aber nicht die Nerven verlieren. Die Sommerpause ist noch lang. Namen möchte ich jetzt noch nicht nennen, die wird Fredi Bobic bei geeigneter Zeit verkünden. Er ist schon jetzt sehr fleißig und dreht bei uns jeden Stein um. Ich weiß, dass Bobic bei manchen Fans kritisch gesehen wird. In der Öffentlichkeit kommt er aber zu schlecht weg. Denn er hat in Stuttgart - unter anderem mit Kostic und Maxim - gute Transfers getätigt.

OP: Spielerkäufe hängen aber immer auch vom nötigen Kleingeld ab. Gerade sind die TV-Bundesligarechte für die Rekordsumme von 4,64 Milliarden Euro vermarktet worden. Wird Frankfurt jetzt mehr investieren können?

Hellmann: Unsere Einnahmen bei den Fernsehgeldern erhöhen sich um 85 Prozent, das sind etwa 20 Millionen Euro. Von daher ist die neue Vermarktung ein hervorragendes Ergebnis. Aber: Mit der bisherigen Verteilung würden die Verhältnisse in der Liga nur zementiert, denn auch die anderen Vereine bekommen mehr Geld. Uns wird also ein größerer Zugriff auf ausländische Spieler ermöglicht, die Situation im Binnenmarkt bleibt aber dieselbe. Deshalb fordern wir mit „Team Marktwert“ (Bündnis der Frankfurter mit Hertha BSC Berlin, Werder Bremen, Hamburger SV, 1. FC Köln und VfB Stuttgart; Anm. d. Red.) eine gerechtere Verteilung im Sinne der Traditionsklubs, die ja auch den Großteil der zahlenden Zuschauer vor den Fernseher locken. Vor diesem Hintergrund bekommen wir im Moment noch zu wenig vom Kuchen ab.

OP: Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die kommende Spielzeit?

Hellmann: Da müssen Sie mich Anfang August noch einmal für eine genauere Prognose fragen. Wir sind aber gut beraten, das Ganze mit einer gewissen Demut anzugehen. Ich hoffe inständig, dass es nicht wieder gegen den Abstieg geht. Wenn alles normal läuft, gehört die Mannschaft ins Tabellenmittelfeld.

von Yanik Schick

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