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Helfen ist für sie selbstverständlich

Die gute Seele des Vereins Helfen ist für sie selbstverständlich

Rasen mähen, Platz abstreuen, Trikots waschen - das Wirken von Josef Sorg und Manfred Clasani für den SV Niederklein bleibt oft hinter den Kulissen. Doch damit fühlen sich die beiden recht wohl.

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Manfred Clasani (links) und Josef Sorg sind die guten Seelen des SV Niederklein. Sie sorgen im Hintergrund dafür, dass der Spielbetrieb reibungslos läuft.

Quelle: Yanik Schick

NIederklein. Es ist Sonntagnachmittag und auf dem Sportgelände des SV Niederklein herrscht allmählich Betrieb. Zunächst treffen Fußballspieler und Trainer ein, nach und nach kommen auch die Zuschauer. Als die B-Liga-Begegnung zwischen der SG Niederklein/Schweinsberg und dem SV Beltershausen II pünktlich um 15 Uhr angepfiffen wird, stehen Josef Sorg und Manfred Clasani gespannt draußen an der Seitenlinie. Für sie hat das Heimspiel, besser gesagt dessen Vorbereitung, allerdings schon ein paar Tage zuvor begonnen.

Es ist das Engagement der beiden „guten Seelen“, das den reibungslosen Ablauf eines Spieltags ermöglicht. Im Mittelpunkt stehen an diesem Nachmittag natürlich trotzdem die Teams - und nicht Sorg und Clasani. Ein Problem damit oder gar das Gefühl mangelnder Wertschätzung haben sie nicht - im Gegenteil: Auf der Position im Hintergrund fühlen sich die beiden Niederkleiner ausgesprochen wohl. „Die Arbeit macht mir nichts aus“, sagt Manfred Clasani, der seit zwei Jahren im beruflichen Ruhestand ist, „wenn ich zu Hause alle Dinge erledigt habe und der Garten gemacht ist, dann komme ich gerne hier hoch und packe an.“

In der Woche vor dem Heimspiel hat „Manni“ wie üblich zweimal den Rasen gemäht, damit sich das Grün am Sonntag in einem optimalen Zustand präsentiert. Die Linien hat er am frühen Samstagmorgen sorgsam mit dem Streuwagen abgefahren.

Seit inzwischen 22 Jahren kümmert sich Clasani um die Pflege des Platzes. „Was er für eine gute Arbeit leistet, sieht man daran, dass mit Eintracht Stadtallendorf eine Hessenliga-Mannschaft erst vor kurzem Teile ihrer Saison-Vorbereitung hier absolviert hat“, lobt Josef Sorg.

Drei Mannschaften trainiert und ein Haus gebaut

Clasani sind derartige Komplimente fast unangenehm. Seit seinem 18. Lebensjahr unterstützt er den SV Niederklein ehrenamtlich. Angefangen hat der inzwischen 67-Jährige damals als Jugendtrainer. „In einer Saison habe ich mal drei Mannschaften trainiert - und gleichzeitig noch ein Haus gebaut“, erinnert er sich. Auch Jugendleiter und stellvertretender Vorsitzender war Clasani schon. Freiwilliges Engagement? Für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Es gibt immer was zu tun. Wenn man nachlässt anzupacken, dann hat man schon verloren“, sagt er.

Nicht ganz so lange wie Clasani, aber doch seit stolzen 16 Jahren ist Josef Sorg einer der Eckpfeiler des Vereins - zunächst als stellvertretender Vorsitzender, mittlerweile als Fußball-Abteilungsleiter. Er füllt die elektronischen Spielberichte aus, wäscht Trikots und legt sie für die Spieler zurecht - vor allem aber ist „Sepp“ gemeinsam mit dem Trainer hauptverantwortlich für den Spielbetrieb. Gespräche mit potenziellen Neuzugängen, aber auch der regelmäßige Austausch mit Kickern aus Niederklein fallen in seine Kompetenzen. „Mein Motto ist: Wenn du dich mit jungen Leuten umgibst, bleibst du selbst jung“, erklärt der 62-Jährige seine Motivation.

Besonders stolz ist Sorg in diesem Zusammenhang darauf, dass die intensive Jugendarbeit der JSG Niederklein/Schweinsberg momentan Früchte trägt. Einige Spieler aus dem eigenen Nachwuchs haben die Senioren-Mannschaft bereits im vergangenen Jahr verstärkt, viele weitere sollen in naher Zukunft folgen. „Es gibt schon eine gewisse Begeisterung bei den A- und B-Jugendlichen.

Wenn Dienste bei Feiern zu vergeben sind, dann helfen viele mit“, so der Abteilungsleiter, der die Jugendarbeit als Basis für eine gesunde Zukunft des SV Niederklein ansieht, denn: „Allen kleinen Vereinen, die aktuell Probleme haben, eine Senioren-Mannschaft zu stellen, fehlt es am Unterbau.“ Und um solche Probleme in Niederklein gar nicht erst aufkommen zu lassen, werden Sorg und Clasani auch in Zukunft tatkräftig im Hintergrund wirken - damit sich die Spieler aufs Kicken konzentrieren können.

von Yanik Schick

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