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Handgemenge: Wer hat was gesehen?

Fußball Handgemenge: Wer hat was gesehen?

Die tumultartigen Auseinandersetzungen nach der B-Liga-Partie 1. FC Waldtal gegen FV Bracht (2:4) am vergangenen Samstag haben ein Nachspiel: Das Kreissportgericht wird sich damit befassen.

Auf dem Sportgelände des 1. FC Waldtal am Afföller kam es am vergangenen Samstag nach einem B-Liga-Spiel zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Der Bericht des Schiedsrichters Nils Pfeiffer von FSV Cappel, der die Partie am Samstag geleitet hatte, wird möglicherweise auch nicht viel zu Beantwortung der Frage beitragen können, wer und was die handgreiflichen Tumulte ausgelöst haben. „Ich war gerade auf dem Weg in die Kabine, als ich gesehen habe, dass zahlreiche Spieler und Fans beider Vereine eine große Traube bildeten. Ich habe aber nicht mitbekommen, was oder ob ein Spieler der Auslöser der Tumulte war. Danach bin ich in die Kabine gegangen. Wenig später war die Polizei vor Ort“, sagte gestern Pfeiffer auf Anfrage der OP. Dies werde er auch so in seinem Bericht an den Kreisrechtswart schildern.

„Es war ein hart geführtes Spiel, aber alles im Rahmen“

Auf die Nachfrage, ob möglicherweise Vorfälle während des Spiels (es gab einmal Gelb-Rot und einmal Rot) dazu beigetragen hätten, sagte Pfeiffer: „Diesen Eindruck hatte ich nicht. Es war zwar ein von beiden Seiten hart geführtes Spiel, aber alles verlief im Rahmen. Glatt Rot gab es wegen eines Ellbogenschlags.“

Nach OP-Informationen gingen den handgreiflichen Tumulten Beleidigungen voraus. Fest steht, dass zwischen 20 bis 30 Personen - sowohl Spieler als auch Zuschauer - daran beteiligt waren.

Dies bestätigte gestern auch Thorsten Bauer, Spielausschussvorsitzender des FV Bracht. Indes hatte sich der Vorstand des FV am Montagabend mit den Vorfällen befasst: „Wir haben beraten, wie wir weiter vorgehen werden. Deshalb haben wir alle Dinge zusammengetragen, die wir von Zeugen wissen. Es ging darum, wer was mitbekommen und gesehen hat. Dies werden wir, wenn wir vom Kreissportgericht dazu aufgefordert werden, detailliert schriftlich vorlegen“, sagte Thorsten Bauer gestern der OP. Dazu wird es auch kommen.

Marburgs Kreisfußballwart ­Peter Schmidt, der als Zuschauer bei der Partie der Kreisliga B Marburg II vor Ort war, bestätigte, dass die Sache vor dem Sportgericht landet. Bis gestern Mittag lag ihm jedoch der Bericht des Schiedsrichters dieser Begegnung noch nicht vor. „Insofern möchte ich auch noch nichts dazu sagen. Fest steht, dass ich mich in der Nähe des Sportheims aufgehalten habe, als es in der Ferne zu Tumulten kam“, sagte Schmidt. Auch er werde einen schriftlichen Bericht beim Kreissportgericht abgeben.

Christoph Witzel, Klassenleiter der Kreisliga B Marburg II, war nicht vor Ort und sagte gestern der OP: „Mir sind die Vorfälle teilweise bekannt, aber auch ich muss erst den Bericht des Schiedsrichters abwarten, den ich in Kürze erwarte.“

Peter Schmidt geht davon aus, dass es letztlich zu einer mündlichen Verhandlung kommen wird, bei der Vertreter beider Vereine, Spieler und Zuschauer - sprich alle potenziellen Zeugen - geladen werden.

Thorsten Bauer lobt Marlon Müller und Peter Felix

„Kommt es dazu, werden wir nach besten Wissen detailliert berichten, was wir zusammengetragen haben“, sagte Thorsten Bauer und ergänzt: „Ich bin seit 25 Jahren dem Fußball verbunden und seit 8 Jahren in Funktion, derzeit auch Pressesprecher des FV. So etwas wie am Samstag habe ich noch nie erlebt und hoffe, dass ich das auch nie mehr erlebe. Es gab Tumulte mit 20 bis 30 Personen, die erst endeten, als die Sirene eines Polizeiautos zu hören war. Als die Polizei eintraf, löste sich alles schnell auf. Beteiligte Personen liefen in unterschiedlichste Richtungen. Fakt ist aber auch, dass wir uns nichts vorzuwerfen haben.“

Bauer wollte nicht unerwähnt lassen, dass auch vonseiten des 1. FC Waldtal sofort versucht wurde, deeskalierend auf die Menge einzuwirken: „Ich muss in diesem Zusammenhang den Vorsitzenden Marlon Müller und den als Ordner eingeteilten Peter Felix ein großes Lob aussprechen. Sie hatten alles Mögliche versucht, um die Tumulte im Keim zu ersticken und uns sogar beschützt.“

von Michael E. Schmidt

 
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