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Handballer setzen auf eigene Jugend

Handball Handballer setzen auf eigene Jugend

Mit der jüngsten Mannschaft, die je für den TSV Kirchhain im Seniorenspielbetrieb an den Start ging, starten die Hand­baller an diesem Samstag in die neue Saison der Bezirksliga A

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Die junge Mannschaft der Handballer des TSV Kirchhain mit Trainer Jan Lücker (hinten von links), Pascal Oswald, Nils Neugebauer, Philipp Neugebauer, Chris Syring, Jonas Seifart und Kenny Debellemaniere sowie Luca Müller (vorne von links), Max Berger, Mannschaftskapitän Lars Grothe, Tobias Flauger, Pablo Pfeil, Tim Seibert und Neuzugang Leonhard Vogelsang. Es fehlen: Alex Syring, Jonathan Georg, Michael Bittner und Martin Morbitzer.Foto: Bodo Ganswindt

Kirchhain. Weit unterhalb der Bundesligen sind die finanziellen Möglichkeiten der Handballvereine sehr begrenzt. Dies trifft auf die Vereine der heimischen Region in besonderem Maße zu. Das große Geld fließt im Raum Wetzlar/Gießen. Dagegen müssen die Klubs im Marburger Land vergleichsweise mit Krümeln wirtschaften.

So ist es kaum verwunderlich, dass die Seniorenmannschaft des TSV Kirchhain zwar noch immer das Flaggschiff der hiesigen Region ist, aber seit geraumer Zeit an Fahrt verloren hat.

Nun haben sich die Verantwortlichen der Abteilung unter der Regie von Harald Hertel dazu entschlossen, jene Ressource intensiver zu nutzen, die dem Verein ohne teure Zukäufe zur Verfügung steht: den eigenen Spielernachwuchs eben.

„Junge Leute können Lücken schließen“

Trainer Jan Lücker, selbst noch vor nicht allzu langer Zeit eine der Stützen der TSV-Handballer, arbeitet mit einem Kader, dessen Durchschnittsalter bei etwa 21 Jahren liegt, wobei Kapitän Lars Grothe als 30-Jähriger den Schnitt gewaltig drückt. Lückers Schützlinge sind zum Teil dem Jugendalter noch nicht entwachsen. Jonas Seifarth und Philipp Neugebauer sind 17 Jahre alt. Nur ein Jahr älter sind Tim Seibert, Jonathan Georg, Max Berger, Pablo Pfeil und Luca Müller. Nils Neugebauer bringt es auf 19 Jahre. Sie alle könnten das Schiff perspektivisch in neue Gewässer führen.

Nach dem Ende der vergangenen Saison haben einige Leistungsträger aus beruflichen und anderen Gründen den Verein verlassen. Lücker ist zuversichtlich, dass die jungen Leute die Lücken schließen können. Er weiß, wovon er spricht, betreute er das Gros doch noch in der A-Jugend, die sich für die Bezirksoberliga qualifiziert hatte.

Doch im Seniorenhandball weht ein anderer Wind. Die Anforderungen an physisches und psychisches Vermögen sind ungleich größer. „Konditionell sind die Jungs auf der Höhe“, sagt der Coach. Die zwölfwöchige schweißtreibende Vorbereitung sei durchaus zufriedenstellend verlaufen.

„Wir brauchen Konstanz in jeder Hinsicht“

Zu arbeiten gelte es noch am mentalen Vermögen. „Die jungen Burschen neigen dazu, zu häufig mit ihrer und der Leistung anderer zu hadern. Das kann dazu führen, dass die Linie verloren geht.“ Doch Lücker weiß, dass dies ein bekanntes Phänomen bei Heranwachsenden und jungen Erwachsenen ist: „Sie müssen Erfahrungen sammeln und sinnvoll verarbeiten, um so eine Spielroutine zu erlangen, die einem besonders in kritischen Situationen hilfreich ist. Die Mannschaft ist noch ein fragiles Konstrukt, das nur funktioniert, wenn alle mitziehen. Was wir brauchen, ist Konstanz in jeder Hinsicht.“

Individuelle Ansprachen zählen für den 34-Jährigen ebenso zum Konzept wie das gemeinsame Sichten von Videos absolvierter Spiele, um auffällige Verhaltensweisen zu thematisieren und gegebenenfalls Lösungswege zu erörtern. „Wir müssen vor allem selbstkritisch an die Aufgaben herangehen und dürfen nicht glauben, alles laufe von alleine. Wir müssen uns alles neu erarbeiten, wenn wir in Stress-Situationen bestehen wollen.“

Einstelliger Tabellenplatz ist das Saisonziel

Lücker sieht sich in seiner Position als Trainer akzeptiert. „Die Stimmung ist sehr gut bei uns, da fällt einiges leichter.“ Aus rein handballtechnischer Sicht setzt er das fort, was er seinerzeit in der Jugend begonnen hatte. „Die von mir bevorzugten Spielsysteme in Abwehr und Angriff sind den meisten nicht fremd.“ Verbesserungswürdig sei noch das Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff und umgekehrt.

Die Ambitionen für die neue Spielrunde umreißt Lücker wie folgt: „Wir haben die vergangene Saison mit Rang fünf abgeschlossen, auch diesmal möchten wir gerne wieder vorne mitspielen und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.“

Zum Auftakt hat der TSV Kirchhain an diesem Samstag ein Heimspiel in der Heinrich-Weber-Halle. Dann ist die Mannschaft der HSG Großen-Buseck zu Gast. Der Anpfiff erfolgt um 20. Uhr. Dabei setzen die TSV-Youngster auch auf die Unterstützung ihrer Fans. Nach wie vor gibt es einen harten Kern, der den Schwarz-Roten den Rücken stärkt. Aber es dürften durchaus etwas mehr sein. Das unterstreicht auch eine Stimme aus dem Block der treuesten Kirchhainer Anhänger auf der linken Tribünenseite, die an alle am Handball Interessierten appelliert: „Geht doch mal wieder in die Halle und unterstützt unsere Mannschaft. Es lohnt sich wieder!“

von Bodo Ganswindt

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Von Redakteur Bodo Ganswindt

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