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Hambüchen wechselt zum Meister

Kunstturnen: KTV Obere Lahn Hambüchen wechselt zum Meister

Der Weltklasseturner Fabian Hambüchen beendet seine Zeit bei der Kunstturnvereinigung Obere Lahn und setzt die Karriere beim Deutschen Meister MTV Stuttgart fort. „Nach dem ersten Wettkampf war für mich klar, dass ich das Team nie wieder wechseln werde!“

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Der Weltklasseturner Fabian Hambüchen wechselt vom KTV Obere Lahn zum MTV Stuttgart.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Biedenkopf. Das sagte Fabian Hambüchen im Interview über die Kunstturnvereinigung Obere Lahn aus Biedenkopf im Oktober 2013. Doch nun steht fest, dass der 27-Jährige schon zur bevorstehenden Saison zum Deutschen Mannschaftsmeister MTV Stuttgart wechselt. Dort unterzeichnete der Wetzlarer einen Vertrag bis Ende 2016. „Das ist mir nicht leicht gefallen“, gesteht Fabian Hambüchen am Telefon. Denn die Ursachen für den Wechsel stehen in keinem Zusammenhang mit der Biedenkopfer KTV.

Im Gegenteil: „Ich liebe den Verein! Es war eine der geilsten Zeiten meiner Karriere“, betont der frühere Reck-Weltmeister. Dem Wechsel nach Stuttgart waren Gespräche mit dem Schwäbischen Turnerbund mit Sitz in Stuttgart 
vorausgegangen. Dieser hatte 
dem Wetzlarer für die Zeit nach der aktiven Turn-Laufbahn nämlich einen Arbeitsplatz angeboten. Ein Chance, 
die der Sportler mit Blick auf seine berufliche Zukunft nicht ablehnen konnte. „Ich werde in diesem Jahr 28, sehr lange 
werde ich nicht mehr turnen können“, bekräftigt Hambüchen.

Managerin Krimmers von Entwicklung überrascht

Danach erst sei die Frage aufgekommen, wie es für ihn bis dahin in der Bundesliga weitergehe. Aus diesem Gedanken entwickelten 
sich dann Gespräche mit 
dem Stuttgarter Männerturnverein. Hambüchen: „So kam eins zum anderen!“ In den nächsten beiden Jahren kann sich der Turnstar also vor Ort auf seine spätere Tätigkeit im Verband vorbereiten, 
Leute und Strukturen kennenlernen. Obere-Lahn-Cheftrainer Albert Wiemers hatte die „Horrornachricht“ über den Wechsel bereits vor rund drei Wochen erhalten.

Vor dem Hintergrund der am vergangenen Wochenende inszenierten hochkarätigen Sportshow in Biedenkopf sollte die 
Nachricht vorerst nicht in die Öffentlichkeit getragen werden – der Fokus sollte auf 
den Darbietungen liegen, nicht auf der Meldung. Den Fortgang von Fabian Hambüchen bedauert Wiemers zwar, kann die Entscheidung aber nachvollziehen. „Eine solche Chance hätten wir Fabi beim besten Willen nicht bieten können“, erklärt der Trainer mit Blick auf die berufliche Perspektive beim schwäbischen Verband. Die Entwicklung überraschte nach eigenem Bekunden auch Claudia Krimmer, die Managerin der Bundesliga-Riege des MTV Stuttgart.

Nach den Gesprächen zwischen Verband und Turner habe Klaus Kärcher, der Agent von Hambüchen, den direkten Kontakt zum Deutschen Meister gesucht, berichtet sie. Zwar seien zu diesem Zeitpunkt die Planungen für die Saison bereits abgeschlossen gewesen. „Aber einem Fabian Hambüchen schlagen wir die Tür natürlich nicht vor der Nase zu“, sagt die Mutter von Nationalturner Sebastian Krimmer. Sie und Fabian Hambüchen betonen ausdrücklich, dass finanzielle Aspekte beim Wechsel keine Rolle gespielt haben, sondern allein die berufliche Perspektive, die die Kunstturnregion dem Sportmanagement-Studenten für die Zukunft bietet.

Hambüchen: „Wir haben viel geschafft“

Was das allerdings konkret bedeute, kann Claudia Krimmer noch nicht sagen: „Das sind Dinge, die sich erst entwickeln müssen. Wir werden aber versuchen, Fabian auf lange Sicht zu integrieren – vielleicht im Management, vielleicht als Trainer!“ In Biedenkopf blickt Albert Wiemers dankbar auf „drei großartige gemeinsame Jahre“ in der ersten Bundesliga zurück – Vizemeisterschaft vor zwei Jahren, Dritter im vergangenen Herbst.

„Wir haben wirklich viel geschafft“, stellt auch Fabian Hambüchen stolz fest. Mit seinen bisherigen Teamkollegen habe er über den Wechsel gesprochen. Am guten Verhältnis zueinander habe sich danach nichts geändert. Philipp Wiemers, Vorsitzender der KTV Obere Lahn, wünscht seinem Freund alles Gute: „Ich respektiere und verstehe, dass er als Sportler an seine Zukunft denken muss. So eine Chance muss er nutzen!“

von Benedikt Bernshausen

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