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Hambüchen feiert rauschende Final-Party

KTV Obere Lahn Hambüchen feiert rauschende Final-Party

Zum Abschluss seiner Karriere besiegten Fabian Hambüchen und Co. den MTV Stuttgart und sicherten sich Platz drei bei den Deutschen Meisterschaften. Der Titel ging an Straubenhardt.

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Das war’s: Fabian Hambüchen (KTV Obere Lahn) jubelt nach seiner Übung am Sprung, die letzte ­seiner Karriere.

Quelle: Deniz Calagan

Ludwigsburg. Was für ein Finale, was für Emotionen! Fabian Hambüchen verabschiedet sich von der Turnbühne, tausende Fans verwandeln die Ludwigsburger MHP-Arena in einen ­Hexenkessel – die KTV Strauben­hardt feiert zwölf Jahre nach dem ersten Meistertitel den sechsten Triumph, die KTV ­Obere Lahn um Hambüchen ­gewann Bronze.

Zwei Wochen nachdem die Straubenhardter die TG Saar in der Liga mit 40:24 bezwangen, siegten sie am Samstagabend im Finale der Deutschen Turn-Liga mit 34:19. Die KTV ­Obere Lahn ließ beim 54:28 gegen Stuttgart nichts anbrennen.
Was Fabian Hambüchen mit seinem Abschiedsgeschenk der Deutschen Turnliga und deren Ausstatter genau anfangen wird, hat der 30-Jährige noch nicht endgültig entschieden. Eine Minute vor der Siegerehrung hatten sie Deutschlands scheidenden Vorturner noch mit ­einem original Magnesiakübel der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro 2016 überrascht, dem Ort seines größten sportlichen Triumphs.

"Ja, es hat jetzt alles ein Ende gefunden"

„Ich habe schon ein Rio-Reck, jetzt habe ich noch einen original Rio-Magnesiatopf. Tolle Idee“, freute er sich und machte sich spontan Gedanken über den Einsatzzweck des neuen Geräts. „Die Frage ist, ob man den tatsächlich dafür benutzt oder ob man da Eis und gekühlte Getränke reinstellt“, überlegte er und spann den Gedanken sofort weiter: „Oder ihn als Vase nimmt? Die Blumen haben da eben auch super hineingepasst. Mal schauen. Vielleicht stellen wir den Topf auch zu meinen Eltern nach Hause“, überlegt er dann.

Für eine förmliche Pressekonferenz in den Katakomben verschwinden wollte Fabian Hambüchen nach dem letzten sportlichen Höhepunkt seiner Turnkarriere nicht mehr. Der Reck-Olympiasieger von Rio ­wollte lieber bei seiner Mannschaft KTV Obere Lahn, bei seinen Fans und bei seiner Familie einschließlich Onkel und Mentalcoach Bruno Hambüchen im Innenraum der MHP-Arena von Ludwigsburg bleiben. „Ja, es hat jetzt alles ein Ende gefunden. Jetzt geht jeder seinen eigenen Weg. Aber Bruno ist hier, mein Bruder, Papa und Mama, einfach Wahnsinn“, sagte er dort.

"Ein bisschen Pipi in den Augen"

Die Übung am Reck, die er ursprünglich noch risikoreicher hatte turnen wollen als bei den Spielen, wurde eine sichere Angelegenheit. „Aus taktischen Gründen, weil es besser für die Mannschaft war“, verriet er hinterher auf seiner Homepage. Der Mehrzahl der 3 500 Zuschauer war das jedoch egal, sie feierten Hambüchen am Ende seiner Übung und der zeigte sich gerührt. „Da war schon ein bisschen Pippi in den Augen. Da war viel Wehmut dabei“, räumte er ein. „Denn mit dem Reck verbinde ich einfach alles. Mein Weltmeistertitel, der Olympiasieg, die ganzen EM-Titel, viele deutsche Meistertitel“, sagte er.

Wie Hambüchens Zukunft ­genau aussehen wird, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. „Mit der Bekanntgabe meines Rücktritts zwinge ich mich schon ein bisschen. Ich kann ja nicht die Leute verarschen und sagen, ich fange übermorgen wieder an mit dem Training und starte mein Comeback. Das macht ja gar keinen Sinn“, sagt er. Er freue sich auf spontane Entscheidungen für einen Kinobesuch oder in der Therme.
Sein Nationalmannschaftskollege Andreas Bretschneider, der mit der KTV Straubenhardt am 3. März Auftaktgegner der KTV Oberen Lahn ist, hat da eine andere Theorie. „In der Kabine haben wir schon spekuliert, ob das das Datum für das Comeback von Fabian ist“, verkündete er. „Er hat in seinem turnerischen Leben alles erreicht, was man am Reck erreichen kann. Aber vielleicht ist diesem Braten in der Bundesliga noch nicht ganz zu trauen“, können er und Teamkollege Marcel Nguyen noch nicht so ganz an das Ende des letzten Kapitels glauben.

von Michael E. Schmidt

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