Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Gewitter

Navigation:
Hambüchen allein wird nicht reichen

Kunstturn-Bundesliga Hambüchen allein wird nicht reichen

Fabian Hambüchen feiert sein Saisondebüt für die KTV Obere Lahn. Der Turnstar ist zumindest an einem Gerät dabei, wenn es am Samstag im Marburger Ausweichquartier gegen den TV Wetzgau geht.

Gerade an den Ringen sowie am Boden und am Sprung zeigt Nick Lessing mit gerade einmal 18 Jahren schon ein schweres Programm.Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Auch wenn Hambüchen selbstverständlich das Zugpferd für den Bundesliga-Wettkampf der KTV gegen den TV Schwäbisch-Gmünd Wetzgau ist - der Reck-Olympiasieger allein wird das Duell am Samstag (18 Uhr, Großsporthalle der Kaufmännischen Schulen in Marburg) nicht entscheiden. Zumal der 28-Jährige nach wie vor Schulterprobleme hat, die ihm beinahe die Rio-Teilnahme gekostet hätten, und wohl nur an einem Gerät antreten wird. Zumindest ist es im Vorfeld so geplant. „Fabian wird auf alle Fälle den Sprung machen. Alles weitere müssen wir sehen“, sagt Cheftrainer Albert Wiemers. Für Überraschungen ist Hambüchen, der am vergangenen Wochenende die TV-Show „Schlag den Star“ gegen Comedian Bülent Ceylan gewann, während sein Team bei Meisterschaftsfavorit KTV Straubenhardt verlor, aber immer gut. Gerade weil ihn mit vielen Teamkollegen ­eine langjährige Freundschaft verbindet.

Über Sieg oder Niederlage gegen den punktlosen Tabellenvorletzten Wetzgau dürften eher die Turner an den Positionen drei und vier entscheiden. „An eins und zwei sind sie an jedem Gerät gut aufgestellt“, weiß Albert Wiemers über den Gegner und ergänzt: „Auf den Ausländerpositionen sind sie stark besetzt.“ In Rio starteten sowohl der Niederländer Bart Deurloo (15. im Mehrkampf) als auch der Russe Nikita Ignatyev (21. am Seitpferd). „Außerdem haben sie in Helge Liebrich einen ausgeglichenen und routinierten Mehrkämpfer“, sagt Albert Wiemers. Seine vorsichtige Prognose: „Ich hoffe auf Vorteile für unser Team. Aber das wird eine schwierige und spannende Aufgabe, aber sie ist nicht unlösbar.“

Gegner durch Ausfall von Rio-Held Toba geschwächt

Sein Sohn Felix Wiemers, bei der KTV für die taktische Ausrichtung zuständig, lehnt sich da schon weiter aus dem Fenster: „Das Wichtigste ist, einen ähnlich guten Wettkampf zu erwischen wie gegen Monheim. Wenn das so läuft, glaube ich, dass Wetzgau keine Chance haben wird.“ Insbesondere an Position vier mache sich das Fehlen von Andreas Toba bemerkbar, da falle das Niveau doch recht stark ab. Toba war in Rio einer der Olympia-Helden, als er trotz eines Kreuzbandrisses seine Übung am Seitpferd zu Ende turnte und der deutschen Mannschaft so zum Einzug ins Mehrkampffinale verhalf.

Unterschätzen werden die Hinterländer, die wegen eines Bundespokalwettbewerbs der Nachwuchsvolleyballer von Biedenkopf nach Marburg umziehen müssen, die Wetzgauer trotz des prominenten Ausfalls nicht. „Sie haben gezeigt, dass sie sich gegen den Abstieg wehren und alles daran setzen, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen“, sagt Coach Albert Wiemers. Das im Abstiegskampf wichtige Duell gegen Cottbus verloren die Süddeutschen zwar knapp mit 40:44, was vor allem auf eine schwache Vorstellung am Pferd (3:12) zurückzuführen war. Zuvor verkaufte sich Wetzgau beim 31:44 gegen die klar favorisierte TG Saar aber teuer.

Die KTV Obere Lahn setzt eine ähnlichen Mannschaft wie beim bisher einzigen Saisonsieg, dem 55:14 gegen den TSV Monheim, dagegen. Plus Hambüchen. Was auch heißt, dass Mehrkämpfer Andrey Likhovitskiy weiterhin wegen Handgelenksproblemen fehlen wird. Zwar turne der Weißrusse „wieder ein bisschen“, wie Albert Wiemers sagt. Für einen Bundesliga-Wettkampf reiche es aber nicht.

Davtyan soll wieder an allen sechs Geräten turnen

Der Ersatz für Likhovitskiy wird erneut Artur Davtyan sein. Der 24-jährige Armenier soll wie bei den vergangenen beiden Wettkämpfen einen kompletten Mehrkampf zeigen. Zum Auftakt in Stuttgart hatte sich Davtyan die Ausländerposition noch mit Ruben Lopez geteilt. Der Spanier wird gegen Wetzgau aber nicht dabei sein. „Wie Andrey ist er sehr zuverlässig“, sagt Felix Wiemers über Davtyan. „Er macht sein Zeug, das gibt uns Sicherheit.“

Alle sechs Geräte turnten bei der 23:53-Niederlage bei Meisterschaftsfavorit Straubenhardt auch Hambüchen-Kumpel Fabian Lotz und Talent Nick Klessing. Nur am Boden hatte der 18-Jährige einen Fehler gemacht, ansonsten habe er „durchweg überzeugt“, lobtFelix Wiemers. „Er ist eine wichtige Stütze und zeigt an Boden, Ringen und Sprung ein sehr schweres Programm, vor allem für sein Alter.“

Gegen Wetzgau und in der Woche darauf in Cottbus soll das alles in der Summe zum Sieg führen. „Das ist richtungweisend“, sagt Felix Wiemers. „Wenn wir beide Wettkämpfe holen, stehen wir gut da. Beide Gegner sind aber in etwa auf unserem Niveau. Das wird kein Spaziergang wie gegen Monheim.“

Tickets bei der OP im Vorverkauf

Eintrittskarten (9 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Schüler) gibt es im Vorverkauf in den OP-Geschäftsstellen im Franz-Tuczek-Weg 1 und im Schlossberg-Center (Universitätsstraße 15) sowie an der Abendkasse. Bislang sind etwa zwei Drittel der 1500 Tickets für den Bundesliga-Wettkampf verkauft.

von Holger Schmidt

../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?