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Gewalt und Fußball - ein leidiges Thema

Fußball Gewalt und Fußball - ein leidiges Thema

Über das Vorhaben des Hessischen Fußball-Verbands, Gewalt beim Fußball einzudämmen, sprachen verschiedene Referenten im Marburger Landratsamt.

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Quelle: Archivbild

Cappel. Ausdrücklich als Pflichtveranstaltung hatten die beiden Kreisfußballwarte Heinz Schmidt (Biedenkopf) und Peter Schmidt (Marburg) bei allen Fußballvereinen des Landkreises das Treffen angekündigt. Von 82 Clubs im Marburger Fußballkreis waren 52, von den 35 in Biedenkopf 27 vertreten. „Nein! Zu Diskriminierung und Gewalt“ lautete das Motto des Abends.

Den insgesamt gut 100 Gästen im Landratsamt erläuterte der Präsident des Hessischen Fußball-Verbands, Rolf Hocke, die Grundproblematik. „Fußball ist Faszination und Emotion. Daraus entwickeln sich leider immer wieder Emotionen, bei denen Grenzen überschritten werden“, sagte der 71-Jährige.

Er selbst habe von den beiden Vorfällen im Marburger Kreis der diesjährigen Hallensaison gehört, die für den FV Bürgeln sowie den FC Hessen Neustadt vor dem Sportgericht endeten (die OP berichtete). „Wir haben ein Problem im Fußball. Und dem versuchen wir, Herr zu werden“, so Hocke.

"Fußball soll schließlich Spaß machen"

Schon in der Vergangenheit habe man seitens des Verbands versucht, die Spieler durch das Verschärfen der Strafen von Fehltritten abzuschrecken. „Nachdem wir damit aber keinen Erfolg hatten, müssen wir alle - Spieler, Betreuer und Fans - davon überzeugen, dass das, was teilweise auf und abseits des Platzes geschieht, falsch ist“, begründete Hocke das Umdenken in der Fußball-Führungsetage.

So sei das Sozial-Netzwerk „Fair-Play Forum des hessischen Fußballs“ entstanden. Unter dem Slogan „Nein! Zu Diskriminierung und Gewalt“ wolle man die Vereine für die Thematik sensibilisieren und grundsätzliche Probleme aufzeigen. „Wir koordinieren Integration, Inklusion, Gewaltprävention und Konfliktmanagement“, erklärte Eric Maas, der Stellvertretende Geschäftsführer des HFV und Geschäftsführer der Sozialstiftung des hessischen Fußballs, die das Fair-Play-Forum trägt. Was die Ziele dieser Institution konkret mit den Amateurvereinen zu tun haben, verdeutlichte eine Referentin des Projekts, Christine Kumpert.

Sofern sich die Vereine bereit erklären würden, an der Initiative teilzunehmen, „erarbeiten wir in einem 90-minütigen Workshop mit den Verantwortlichen eine individuelle Selbstverpflichtungserklärung“, so Kumpert. Diese solle zu mehr Disziplin und Harmonie im Fußball sorgen.

Von den Erfolgen des Forums berichteten unter anderem Albert Lembach, der 2. Vorsitzende des TSV Eintracht Stadtallendorf, und der ehemalige Neustädter Alexander Huber (unten), der aktuell in der 2. Bundesliga beim FSV Frankfurt spielt.

In Stadtallendorf sei aufgrund der Historie vor allen Dingen die Integration eine tagtäglich zu bewältigende Herausforderung, betonte Albert Lembach. Dies sei durch Unterstützung des HFV enorm erleichtert worden. „Was uns da geboten wurde, war sehr hilfreich.“

Auch der FSV Frankfurt kooperiert mit dem Fair-Play-Forum. „Der Dialog zwischen Spielern und Referenten ist eine sinnvolle Sache. Fußball soll schließlich Spaß machen“, tat Alexander Huber seine Meinung kund.

von Yanik Schick

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