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Geschafft! Mehr aber auch nicht

Basketball-Bundesliga Geschafft! Mehr aber auch nicht

Erleichterung machte sich breit am Samstagabend in der kleinen Marburger Georg-Gaßmann-Halle. Die BC-Fans jubelten, Spielerinnen, Trainerstab und Präsidium waren zufrieden. Die Playoffs sind erreicht. Kritische Töne blieben aber nicht aus.

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Die Marburgerin Tonisha Baker (vorn) zieht an Liene Priede (Chemnitz) vorbei. Birte Thimm (links) greift nicht ein.

Quelle: Miriam Prüßner

Marburg. Nach dem 72:68-Sieg gegen die ChemCats aus Chemnitz hatten die Marburgerinnen ihre Pflicht erfüllt. Denn jeder ging zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass die Playoffs mit Platz acht erreicht waren, obwohl dies erst am Sonntagabend Fakt wurde. Hätten nämlich die Rhein-Main Baskets gestern in Wasserburg gewonnen, wäre Platz acht doch noch mal in Gefahr geraten. Doch die Sensation blieb aus. Spitzenreiter Wasserburg setzte sich durch.

Der Jubel bei den Fans, die verhaltene Freude beim Trainer, die Erleichterung beim Präsidenten und den Spielerinnen einen Tag zuvor waren also berechtigt.

Deutliche Worte von Hertlein

„Klar bin ich zufrieden. Das Ziel Playoff-Teilnahme, das ich vor der Saison ausgegeben habe, ist erreicht“, sagte Trainer Patrick Unger. Und: „Hätten wir die gesamte Saison über mit der Mannschaft gespielt, die ich heute zur Verfügung hatte, wäre sicherlich mehr als Platz acht herausgesprungen“, ergänzte der Marburger. Keine Kritik am Personal also aus dem Munde des verantwortlichen Trainers. Verständlich, dass er sich nach einer eher schwachen Saison hinter die Mannschaft stellt.

Da waren die Töne von BC-Präsident Jürgen Hertlein schon schärfer: „Es muss und es wird personelle Veränderungen geben. Der Vorstand wird sich damit zeitnah beschäftigen.“

Er bestätigte damit das, was sein Vize Björn Backes bereits vergangene Woche gegenüber der OP angedeutet hatte: Der Kader wird sich verändern.

Namen freilich wollte Hertlein zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen. Der Trainer jedenfalls stehe derzeit nicht zur Disposition, teilte Hertlein der OP mit. Der „Präses“ war indes unmittelbar nach der Partie „heilfroh, dass wir gewonnen haben und in den Playoffs stehen, weil sich dies auch finanziell für uns positiv auswirkt“.

Sportlich seien die Playoff-spiele (Modus: Best of three) eine überharte Nuss, schließlich heißt der Gegner Wasserburg. „Klar wird das schwer. Aber wir haben auch schon mal Wasserburg geschlagen“, erinnert sich Hertlein. Allerdings müssten die Marburgerinnen das „Überteam“ zweimal schlagen, um ins Halbfinale einzuziehen.

Harte Nuss wird geknackt

Dafür üben kann der BC Marburg bereits am kommenden Samstag, 19 Uhr. Denn zum Showdown der Bundesliga-Hauptrunde lautet eine Partie: TSV Wasserburg - BC Pharmaserv Marburg.

Eine harte Nuss war indes auch am Samstagabend Gegner Chemnitz um die beiden ehemaligen Marburger Spielerinnen Amanda Davidson („Wir haben am Schluss schlecht verteidigt“) und Tina Menz.

Zwar lagen die „Blue Dolphins“ nahezu permanent in Führung, so richtig absetzen konnte sich die Mannschaft aber nie. Dazu trugen in einer vorentscheidenden Phase (65:60 wenige Minuten vor Schluss) die Marburger Bank und auch Trainer Unger bei, als sie die Referees nach einem Foul an Davidson verbal hart angingen und die Bank mit einem technischen Foul bestraft wurde. Die Folge: Nach den Freiwürfen von Davidson bekam Chemnitz erneut Ballbesitz. Prompt war der Vorsprung verspielt, die Gäste glichen aus (65:65, dreieinhalb Minuten vor Schluss).

Dass es nach einer über weite Strecken zähen und eher schwachen, mit wenigen Höhepunkten versehenen Partie dennoch zum Sieg reichte, hatte Marburg in erster Linie Tonisha Baker zu verdanken. Die beste Schützin und laufstärkste Akteurin der Begegnung holte sich kurz vor Schluss die entscheidenden Rebounds und markierte wichtige Punkte.

„Geschafft“, sagte die 29-jährige Lisa Koop. Mehr aber auch nicht. Dieser Meinung war auch die 1,97 Meter große Centerin: „Die Saison war enttäuschend, auch aufgrund der personellen Tumulte, die es zwischenzeitlich gab. Insofern konnten wir kaum als Team auftreten. Immerhin haben wir mit Platz acht zumindest unsere Pflicht erfüllt“, kam Koop dennoch auch Positives über die Lippen.

von Michael E. Schmidt

STATISTIK

Marburg – Chemnitz 72:68
(17:12, 22:19, 16:21, 17:16)

BC Pharmaserv Marburg: Tonisha Baker 24/4 Dreier), Jennifer Crowder, Lisa Koop, Julia Köppl (2), Laura Masek (1), Alissa Pierce (14/1), Finja Schaake (13/1), Birte Thimm (9), Brittany Wilson (9 / 3).

ChemCats Chemnitz : Fine Böhmke, Natalija Bondarenko (2), Amanda Davidson (12/1), Marina Dzinic (1), Tina Menz (9), Keira Peak (18/1), Liene Priede (6), Molly Schlemer (15).

Schiedsrichter: Nicolas Brendel / Tim
Bruchof.

Zuschauer: 500.

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