Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Geld regiert die Football-Welt im Allgäu

American Football Geld regiert die Football-Welt im Allgäu

In der Partie gegen die „Kometen“ müssen die Marburg Mercenaries am Sonntag (15 Uhr) auf mehrere Stammkräfte verzichten.

Voriger Artikel
Rund 2000 Läufer werden erwartet
Nächster Artikel
Blau-Gelb II marschiert durch ungeliebte Liga

Eine Szene der Partie der Marburger Mercenaries aus der Vorsaison gegen die Allgäu Comets. Archivfoto

Quelle: Erwin Hafner

Marburg. Am vergangenen Sonntag ging ein erleichtertes Schnaufen durchs Lager der „Söldner“. Das Team gewann aufgrund einer überzeugenden zweiten Halbzeit das Gastspiel beim Tabellenschlusslicht Rhein Neckar Bandits mit 28:10. Das Minimalziel, den Verbleib in der German Football League unter Dach und Fach zu bringen, wurde damit so gut wie erreicht.

Allerdings bezahlten die „Mercs“ den Sieg teuer. Mercenaries-Star und Running Back Silas Nacita zog sich eine Oberschenkelverletzung zu, bestach gegen Rhein Neckar dennoch erneut. Gegen Allgäu im Illerstadion in Kempten ist sein Einsatz sehr unwahrscheinlich. Laut Dalwig werde im Falle von Nacitas Abwesenheit vor allem Full Back Merlin Detrois öfter den Ball bekommen.

Drei Leistungsträger fehlen gegen die Allgäu Comets, drei Plätze vor den Marburgern auf Rang drei der Südgruppe der GFL, jedoch definitiv. In Lennart Reich, Fabrice Bromberg und Niklas Schug muss Defensive Coordinator Sam Weiss auf seine drei besten Defen­sive Linemen verzichten. Aber der Ausfall von Stammspielern ist die große Chance für Reservespieler, die Trainer zu beeindrucken und in Zukunft mehr Spielzeit einzustreichen. „Wir haben viele junge Spieler, die jetzt zum Zuge kommen“, sieht Head Coach Dalwig das Positive an den Personalsorgen. Der personelle Engpass in der Defensive Line könnte sich aber besonders gegen Allgäus Offensive als fatal erweisen. „Auch wenn die Statistiken es noch nicht zeigen, ist deren Laufspiel top“, bewertet Dalwig. Dafür zeichnen vor allem die mit Top-Spielern gespickte Offensive Line und der britische Running Back Daniel Conroy verantwortlich. In der Saison 2015 hatten die „Kometen“ rund ein Dutzend Importspieler im Kader. Marburg hatte letztes Jahr vier Imports. Finanzkräftige Investoren ermöglichten den Luxus der Comets, der in dieser Saison noch ein wenig üppiger geworden ist. „Die haben nochmal das Portemonnaie geöffnet und aufgerüstet“ sagt Dalwig, der die Comets vor der Saison als Favorit für die Meisterschaft im Süden auf dem Zettel hatte.

Die gleichen sportlichen Flugbahnen wie die „Kometen“ wolle man in Marburg jedoch nicht einschlagen. Die „Söldner“ wollen keine „Söldner“ - Spieler, die kurzfristigen Erfolg garantieren und aufs Geld aus sind - in ihren Reihen. Für die Kaderplanung der Marburger greift der heutzutage häufig gebrauchte Begriff der „Nachhaltigkeit“. Da die Mercenaries im Gegensatz zu Allgäu nicht mit Geld um sich werfen können, setzt der Klub auf einen „starken Unterbau“, wie Dalwig es nennt: Jugendspieler ausbilden und ans GFL-Niveau heranführen. Dass dieses Konzept am Sonntag aller Wahrscheinlichkeit eine Niederlage zur Folge hat, weiß Dalwig. Ziel sei es, die Partie so lange wie möglich offen zu gestalten. „Wir werden sehen, was dann am Ende herausspringt“, sagt der Cheftrainer.

von Benjamin Kaiser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokalsport
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?