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Gacinas Nervenstärke gibt den Ausschlag

Tischtennis-Bundesliga in Stadtallendorf Gacinas Nervenstärke gibt den Ausschlag

Auch ein starker Timo Boll kann die 1:3-Niederlage der Düsseldorfer gegen den TTC Grenzau nicht verhindern. Im Rennen um die Playoffs liegen beide Teams nun gleichauf.

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Düsseldorfs Patrick Franziska (rechts) erwartet den Aufschlag des Grenzauers Liang Qiu.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Hunderte Fans strömten nach dem Spiel zur Autogrammstunde von Borussia Düsseldorf. Die Stimmung von Spielern und Trainer dort war merklich gedämpft – und das trotz des erfolgreichen Comebacks von Timo Boll, der nach drei Monaten Verletzungspause erstmals wieder in der Bundesliga auflief. Wie schon im Hinspiel musste sich der Rekordmeister gegen den „ewigen“ Rivalen TTC Zugbrücke Gren­zau geschlagen geben, diesmal mit 1:3. „Wir hatten gute Möglichkeiten zum Sieg. Schwer zu sagen, warum es nicht geklappt hat“, sagte Borussia-Trainer Danny Heister, der bereits vor dem Spiel mit seiner Aufstellung überrascht hatte.

Borussia Düsseldorf gegen TTC Zugbrücke Grenzau 1:3

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So blieb der griechische Abwehrstratege Panagiotis Gionis draußen, stattdessen rückte Kamal Achanta hinter Patrick Franziska auf Position zwei. Timo Boll, der nach seiner Knie-OP bereits zwei Tage zuvor in der Champions League zum Einsatz gekommen war, komplettierte das Team.

Auftaktspielern ist Nervosität anzumerken

Im ersten Duell des Nachmittags traf Franziska auf die Nummer zwei des TTC Zugbrücke Grenzau, Liang Qiu. Beiden Spielern war die Nervosität vor 1330 Zuschauern in den ersten Minuten anzumerken, es kamen kaum längere Ballwechsel zustande. Nach 1:1 in den Sätzen setzte sich Qiu aber ab und gewann schließlich wie schon im Hinspiel mit 3:1 gegen den Düsseldorfer. „Ich wollte diesen Sieg unbedingt bestätigen“, berichtete Qiu später.

Den guten Beginn für Gren­zau setzte der Kroate Andrej Gacina fort. Er lieferte sich ein packendes Match mit dem Inder Kamal Achanta. Nachdem Gacina bereits 2:0 geführt hatte, drehte sein Gegenüber auf, holte sich zwei Sätze und vergab im letzten Abschnitt sogar einen Matchball. Der Grenzauer blieb aber ruhig und kam selbst noch einmal zurück. Er entschied das zweite Einzel mit 3:2 für sich.

Boll begeistert beim Comeback

Nun also musste es Timo Boll richten. Die große Frage: wie fit ist der Weltranglistensiebte nach seiner Knie-OP? Boll bekam es mit Alberto Mino Puga aus Ecuador zu tun. Und nach nicht einmal 15 Minuten war das Spektakel dann auch schon wieder vorbei. Boll fertigte den Grenzauer ab, der sich selbst zu viele einfache Fehler leistete. Trotzdem beigeisterte Boll mit seinem offensiven Topspin-Spiel. „Es hat Spaß gemacht“, gab der 34-Jährige zu, „meine Form wird jetzt von Spiel zu Spiel aufwärts gehen.“

Die große Wende brachte sein starker Auftritt aber nicht. Denn Patrick Franziska, der nach dieser Saison zum aktuellen Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken wechseln wird, verlor auch sein zweites Einzel. Im hochklassigsten Spiel des Tages war er über fünf Sätze mit Andrej Gacina auf Augenhöhe, zu einem Punktgewinn reichte es aber nicht. Um 17.43 Uhr verwertete Gacina seinen ersten Matchball. „Ich habe heute sicher nicht meinen besten Tag erwischt“, räumte
Franziska ein. Andrej Gacina sagte nach dem Spiel glücklich: „Ich habe einfach versucht, aggressiv zu spielen und nicht so viel nachzudenken.“

von Yanik Schick

Statistik
Borussia Düsseldorf – TTC Zugbrücke Grenzau 1:3.
Patrick Franziska – Liang Qiu 1:3 (10:12, 11:3, 3:11, 8:11)
Sharath Kamal Achanta – Andrej Gacina 2:3 (7:11, 10:12, 11:8, 12:10, 10:12)
Timo Boll – Alberto Mino 3:0 (11:2, 11:2, 11:2)
Patrick Franziska – Andrej Gacina 2:3 (11:7, 8:11, 2:11, 11:7, 9:11).
Stimmen zum Spieltag
  • Timo Boll (Borussia Düsseldorf) : „Es war schön, in die Nähe meiner Heimat zurückzukommen. Ich habe schon bei der Hinfahrt einige bekannte Ortschaften gesehen und hier viele alte Weggefährten wiedergetroffen. Nach der langen Pause habe ich mich heute gut gefühlt. Ich brauche Vertrauen in meinen Körper.“
  • Patrick Franziska (Borussia Düsseldorf) : „Die Stimmung war super. Das hat mir zwar kein Glück gebracht, aber es ist immer etwas Besonderes, vor so vielen Leuten zu spielen. Der Wechsel zu Saarbrücken spielt momentan keine Rolle, ich werde bis zum Saisonende alles für Düsseldorf geben.“
  • Danny Heister (Trainer Borussia Düsseldorf) : „Heute war es knapp, wir hatten unsere Möglichkeiten. Wichtig ist, dass Timo wieder dabei ist. Er hat das Training aufgenommen, ist aber noch nicht in Topform. Ein großes Lob an den Veranstalter: Es war eine wunderbare Kulisse, wir sind gut empfangen worden.“
  • Andrej Gacina (TTV Zugbrücke Grenzau): „Wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste. Ich habe heute aus meiner Sicht kein gutes Tischtennis gezeigt, denn wir spielen mit einem neuen Ball, an den ich mich erst gewöhnen muss. Die Atmosphäre war perfekt. In Grenzau haben wir maximal 500 Zuschauer.“
  • Tomas Pavelka (Trainer TTC Zugbrücke Grenzau) : „Ich glaube, wir waren heute etwas entschlossener als Düsseldorf. Der Sieg ist sehr wichtig, denn wahrscheinlich geht es für uns nur noch um den vierten Platz. Und da ist Düsseldorf ein direkter Konkurrent.“
  • Rolf-Werner Schmittdiel (Vorsitzender des Ausrichters TTV Stadtallendorf): „Für uns war dieser Tag ein voller Erfolg. Alles, was wir uns von der Veranstaltung versprochen hatten, ist eingetreten. Nur das Ergebnis hätte anders sein können. Ein großer Dank an die Helfer, die tolle Arbeit geleistet haben.“
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