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Gabriela Göbel mischt die Männer auf

Dart Gabriela Göbel mischt die Männer auf

Die Marburgern Gabriela Göbel ist eine erfolgreiche Dartspielerin, die selbst aus dem Lager der pfeilwerfenden Männer höchste Anerkennung erfährt.

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Gabriela Göbel trainiert in ihrer „Darthöhle“ – umgeben von zahlreichen Pokalen. Während der Weltmeisterschaft in Chicago traf sie sich auch mit dem US-Top-Star Ray Carver (rechtes Foto).Fotos: Bodo Ganswindt/privat

Marburg. Dass Gabriela Göbel ein Händchen für Wurfpfeile hat, demonstriert die 55-jährige Blondine meisterlich in den diversen Disziplinen des Electronic-Darts und des Steeldarts. Sie werfe eigentlich lieber die Pfeile mit der Stahlspitze, sagt sie. Immerhin hat sie in dieser Spielart des Darts 2008 in Halle/Westfalen den Titel der Deutschen Meisterin geholt und damit eine Reise ins Dart-Mekka Chicago gewonnen. Aber auch im E-Dart hat sie Meriten erworben, die ihre Klasse verdeutlichen.

Bei der traditionell in Chicago stattfindenden Weltmeisterschaft hat sie im Mai dieses Jahres im Damendoppel mit Partnerin Sandy Hertl aus Schlüchtern in der Disziplin Cricket den vierten Platz unter 80 Teams belegt. Und im Nationalteam, in der auch ihr Hauptförderer und zugleich größter Kritiker - nämlich ihr Ehemann Uwe - sowie Doppelpartnerin Hertl mit von der Partie waren, erreichte sie Rang fünf. „Als Gabriela als erste Werferin gegen das US-Team antrat, stöhnten die Amis aus Respekt“, sagt Uwe Göbel.

Die US-Darter wussten bereits um die Stärken der deutschen Lady. Gerne ließ sich der US-amerikanische Spitzenspieler Ray Carver - er gewann vier von sechs Disziplinen - mit Gabriela Göbel ablichten.

Diese spielt seit 2005 „außer Haus“. „Zunächst habe ich nur Niederlagen kassiert“, sagt sie. Doch wer erst einmal vom Dart-Virus befallen ist, der entwickelt offenbar enormen Ehrgeiz. Jedenfalls trifft dies für Daniela Göbel zu. Sie intensivierte das Training und verbrachte täglich zwei bis drei Stunden in ihrer „Höhle“, einem für den Dartsport hergerichteten Zimmer in der eigenen Wohnung. Inmitten schier unzähliger Pokale, Dart-Shirts und allerlei Devotionalien ihres Lieblingssportes, brachte und bringt sie sich in die Form, die ihren Gegnern das Fürchten lehrt. In der hiesigen Region etwa, wo sie in der Kreisliga II des Hessischen Dartverbandes für die Mannschaft von Sams Pub an den Start geht, ist sie regelmäßig die erfolgreichste Spielerin. Als Einzelspielerin könnte sie durchaus in der Bundesliga mithalten.

Für das nächste Jahr hat sich Gabriela Göbel neue Ziele gesetzt. Im März finden im holländischen Sevenum die Europameisterschaften statt, und auch dort winkt dem Sieger wieder eine Reise zur WM nach Chicago. Andernfalls wird der Flug über den Teich aus der eigenen Tasche bestritten. Das Dartspielen auf internationaler Ebene ist nicht gerade billig. „Natürlich legen wir drauf. Doch unser Hobby ist uns einiges wert“, sagen die Göbels. Überdies komme durch die Preisgelder wieder etwas zurück in die Kasse. Für die Teilnahme muss man sich zwar qualifizieren, aber die beiden Marburger haben gute Chancen, für den Start eine Wild-Card zu erhalten. Darüber hinaus sind weitere Starts vorgesehen in Frankreich (Juli) sowie eventuell in Hongkong (August/September).

von Bodo Ganswindt

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