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Der Routinier muss sich noch gedulden

Fußball-Regionalliga Der Routinier muss sich noch gedulden

Wenn ein Fußballer Platz auf der Ersatzbank nehmen muss, dann ist die Stimmung schon mal gedämpft, schließlich haben alle Kicker eines gemein: Sie wollen spielen.

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Daniel Vier (Zweiter von links) war am vergangenen Samstag gegen den FSV Frankfurt erstmals seit einem Jahr wieder im Eintracht-Kader und brennt auf sein Comeback.

Quelle: Marcello Di Cicco

Stadtallendorf. Daniel Vier geht es da nicht anders – und doch hat sich der 35-Jährige gefreut, als er am vergangenen Samstag beim Auftaktspiel des TSV Eintracht Stadtallendorf in der Regionalliga Südwest im Stadion am Bornheimer Hang gegen den ehemaligen Zweitligisten FSV Frankfurt Platz nehmen durfte neben Edeltechniker Erdinc 
Solak, Winter-Neuzugang Mihovil Geljic und Co.

„Wenn man trainiert und dabei ist, ist es schon ein anderes Gefühl – zumal ich wegen der Verletzungen lange weg war. Überhaupt wieder Fußball zu spielen, ist eine Freude. Zwei Wochen lang bin ich mit einem Lächeln durch die Gegend gelaufen“, verriet ein gut gelaunter Daniel Vier am vergangenen Mittwoch vor dem Training der Herrenwälder der OP.

Meniskus-Operation wirft Ex-Profi wieder zurück

Um Viers Seelenleben verstehen zu können, muss man einen Blick auf die vergangenen sechs Monate werfen. Beim 2:0-Erfolg der Stadtallendorfer in Freiburg gegen die Reserve des Sport-Clubs musste Vier in der zweiten Hälfte nach einer Rettungsaktion verletzt vom Spielfeld. Bitter, schließlich hatte Trainer Dragan Sicaja vor der Premieren-Saison in der vierthöchsten deutschen Spielklasse auf die Erfahrung Viers gebaut – zumal der Defensivspieler der einzige im TSV-Kader mit einer Vergangenheit im deutschen Profifußball ist. Auf 161 Drittliga-Einsätze kam „Dani“, wie ihn beim TSV jeder nennt, zwischen 2009 und 2016: 156 Mal lief er für den VfB Stuttgart II auf, fünfmal für den FC Heidenheim.

„Bisher fiel ich maximal fünf, sechs Wochen am Stück aus“, erzählt Vier. „In Stuttgart wurde ich deshalb immer aufgezogen. Es hieß dann immer, ich hätte mit der BG (Berufsgenossenschaft, Anmerkung der Redaktion) ein Abkommen: Bevor sie eintrat, war ich wieder auf den Beinen“, scherzt Vier, für den die vergangenen sechs Monate „auch eine neue Erfahrung“ war.

Nach einem doppelten Sehnenriss im unteren Rückenbereich kämpfte sich der 35-Jährige im vergangenen Herbst wieder zurück – doch dann der Schock: Ein Meniskusriss musste operativ behandelt werden. „Wahrscheinlich habe ich mir alles in einer Aktion zugezogen. Die zweite Verletzung hat sich aber verschleppt, weil ich mich auf den Sehnenriss konzentriert hatte. Beim MRT wurde dann festgestellt, dass der Meniskus auch kaputt ist“, erzählt der Abwehrspieler, der sich aber wieder zurückkämpfte und im Winter seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um ein Jahr verlängerte .

Dauerfrost macht Spiel unmöglich

Sein Comeback muss Vier nun vorerst aber verschieben. Denn nachdem in den vergangenen Wochen bereits die Heimspiele der Eintracht gegen den SC Freiburg II und den FSV Mainz II abgesagt werden mussten, fällt auch das für diesen Samstag angesetzte Heimspiel gegen den VfR Wormatia Worms aus.

Die zuständige Sportplatzkommission stellte am Freitagvormittag die Unbespielbarkeit der Rasenfläche fest. Der starke Dauerfrost der vergangenen Tage habe für einen gefrorenen und teilweise vereisten Rasen gesorgt. Aufgrund der prognostizierten Minustemperaturen für die kommenden Tage fällt auch das für nächsten Mittwoch geplante Nachholspiel gegen Freiburg aus. Beide Partien sollen schnellstmöglich nachgeholt werden, exakte Termine stehen aber noch nicht fest.

Stadtallendorfs Fußball-Chef Reiner Bremer schilderte am Freitag gegenüber der OP die seit Wochen andauernde Problematik: „Im Rhein-Main-Gebiet herrschen oftmals wärme Temperaturen. Diese zwei bis drei Grad weniger werden den nördlicheren Standorten Steinbach und Stadtallendorf zum Verhängnis.“

Vidakovics‘ Sperre erhöht Einsatzchancen von Vier

Bis zuletzt habe man die Hoffnung gehabt, dass der Sonnenschein seinen Teil zur Bespielbarkeit des Platzes beiträgt. „Zwei Tage in der Woche sah es besser aus. Die Temperatur ist dann aber wieder um zwei Grad gefallen, weshalb der Platz auch tagsüber nicht die Beschaffenheit erhält, um darauf ohne enormes Verletzungsrisiko zu spielen. Da haben wir eine Verantwortung gegenüber den Spielern“, sagt Bremer.

Wenn es für den TSV – laut Spielplan am 3. März in Walldorf – weitergeht, dürften die Chancen groß sein, dass Vier von Beginn an dabei ist, denn Abwehrchef Kevin Vidakovics fällt Gelb-gesperrt aus. „Das ist möglich“, antwortete Sicaja unter der Woche vielsagend auf die Frage, ob Vier gegen Worms in der Startelf stehen würde. Kein Wunder, denn der Kroate weiß, was er an seinem Routinier hat: „Du brauchst eine Persönlichkeit auf dem Platz – jemanden, der die Mannschaft führt, ihr eine Stimme gibt. In Frankfurt waren wir zu brav.“

In der Pause habe Sicaja dort überlegt, Vier einzuwechseln. „Wir wussten aber nicht genau, wie weit ich bin“, sagt Vier, dem die Spielausfälle nicht gänzlich ungelegen kommen, verschaffen sie ihm schließlich noch ein paar Tage mehr, um sich weiteres Rüstzeug für das ersehnte Comeback anzueignen.

von Marcello Di Cicco

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