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Lokalsport „Müssen einen klaren Kopf behalten“
Sport Lokalsport „Müssen einen klaren Kopf behalten“
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15:06 30.03.2018
Eintracht Stadtallendorfs Mihovil Geljic (Mitte) hat gegen Saarbrückens Mario Müller (links) und Marco Kehl-Gomez einen schweren Stand. Am Wochenende gastieren die Herrenwälder im Schwabenland Quelle: Nadine Weigel
Stadtallendorf

„Ich bin heute so viel wie noch nie gelaufen und hatte gefühlt sechsmal den Ball“, sagte Stadtallendorfs „Mo“ Arifi am Dienstag nach der 0:3-Pleite gegen eine hochkonzentrierte Saarbrücker Mannschaft, gegen die an jenem Tag kein Kraut gewachsen war.

„Dirk, ich wünsche dir, dass du mit deiner Mannschaft in die 3. Liga aufsteigst, denn da gehört ihr hin“, wandte sich Sicaja bei der obligatorischen Pressekonferenz an seinen Trainerkollegen Dirk Lottner – und ergänzte tags darauf gegenüber der OP: „Ich glaube, dass Saarbrücken selbst in der 3. Liga im Mittelfeld spielen würde.“

Die Partien gegen Waldhof Mannheim und den 1. FC Saarbrücken haben gezeigt, dass „wir dieses Tempo nicht mithalten können“, stellt Sicaja rückblickend fest. Erschwerend kommt hinzu, dass Sicaja wegen verletzter oder gesperrter Spieler jüngst umstellen musste und auch gegen die „Zweite“ des VfB wieder muss. Ist Außenverteidiger Ceyhun Dinler nach abgelaufener Gelbsperre wieder spielberechtigt, muss Flügelstürmer Laurin Vogt nun wegen seines fünften gelben Kartons pausieren.

Ex-Probespieler Boban stirbt bei Fußballspiel

Besonders weh tat der Ausfall von Offensivstratege Erdinc Solak, der zwei Wochen lang krank war und jüngst heiratete. „Er ist ein unglaublich wichtiger Spieler für uns“, weiß Sicaja, für den der Ausfall von Stürmer Del-Angelo Williams (Oberschenkel) etwa genauso schwer wog. „Beide Spieler brauchen wir in einer guten Verfassung“, hofft Sicaja, dass Williams in Stuttgart wieder mit von der Partie sein kann.

kehrt Tomislav Baltic, der gegen Saarbrücken wegen eines Trauerfalls fehlte. Hintergrund: Baltics kroatischer Landsmann Bruno Boban, der im Winter zur Probe bei der Eintracht mittrainiert und -gespielt hatte, verstarb am vergangenen Wochenende während eines Spiels in der kroatischen 3. Liga laut Diagnose der Ärzte an den Folgen eines Herzinfarkts – trotz sofortiger Reanimierungsversuche auf dem Platz. „‚Balta‘ war total fertig, als er davon erfuhr“, sagt Sicaja.

Offen ist indes noch, ob Stadtallendorfs Daniel Vier gegen seinen Ex-Verein spielen kann. Den 35-Jährigen plagen Kniebeschwerden. „Ich muss abwarten, wie es sich entwickelt. Es sieht aber nicht so gut aus“, sagt der Deutsch-Brasilianer, der sechseinhalb Jahre beim VfB Stuttgart II spielte und 160 Partien für die Schwaben bestritt. „Wenn ich an Fußball denke, denke ich zuerst an den VfB. Diese Zeit kann man nicht einfach aus dem Gedächtnis löschen. Ich habe dort sehr viele Erfahrungen gesammelt und viele Freunde gefunden“, sagt der Defensivspieler.

Vier erwartet Spieler aus Profikader im U-23-Team

Vom derzeitigen Kader kennt Vier noch Spieler wie Caniggia Elva oder Stefan Peric und nicht zuletzt die Personen im Umfeld der Mannschaft – allen voran: Trainer und Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel, der in der „Ära Vier“ Co-Trainer der U 23 war. „Er ist ein sehr cooler Typ, ein VfBler durch und durch“, sagt Vier, den – sollte es dazu kommen – nicht nur ein Wiedersehen freuen würde.

Vor einigen Wochen entschloss sich der Verein, seine U 23 nach der Saison nicht zurückzuziehen, sondern in eine U 21 umzuwandeln. „Ich freue mich, dass der Verein die Mannschaft nicht abmeldet“, sagt Vier, der ein Team erwartet, dass „tagesformabhängig“ auftrete. „Spielerisch ist diese Mannschaft richtig gut“, warnt Vier, der auch „den ein oder anderen Profi“ bei der Partie im Robert-Schlienz-Stadion im U-23-Kader erwartet.

„Die Stuttgarter wissen, dass sie einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt machen können. Ich denke aber, dass wir auf Augenhöhe sind“, sagt der Ex-Profi. Sicaja fordert: „Wir müssen einen klaren Kopf behalten. Gegen eine so junge Mannschaft müssen wir wie Männer auftreten und vor allem Zweikämpfe bestreiten.“ Die Eintracht bricht nach dem Abschlusstraining am Samstagnachmittag gen Süden auf. Für Sicajas Mannschaft ist es das letzte Mal in dieser Spielzeit, dass sie vor einer Partie in der Nähe des Spielortes übernachtet.

von Marcello Di Cicco