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Lokalsport Coach Sicaja: „Ich habe ein gutes Gefühl“
Sport Lokalsport Coach Sicaja: „Ich habe ein gutes Gefühl“
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00:18 03.12.2018
Eine Szene aus dem Hinspiel: Stadtallendorfs Arne Schütze versucht, FSV Frankfurts Patrick Huckle zu stoppen. Quelle: Jan Huebner
Stadtallendorf

Nicht bloß Erleichterung, sondern ungezügelte Freude machte sich breit, als Guilherme Appel Prestes da Silva in der Nachspielzeit mit seinem Tor zum 2:0 den Sieg gegen Hessen Dreieich unter Dach und Fach brachte. Spieler, Trainer und Betreuer sprangen von der Ersatzbank auf und stürmten kurzzeitig aufs Spielfeld – der Jubel war schier grenzenlos.

„Vor allem, weil es gegen den direkten Konkurrenten ging, war der Sieg so wichtig. Sechs Punkte Rückstand auf Dreieich wären schwierig aufzuholen gewesen“, weiß Eintracht-Trainer Dragan Sicaja, der bei noch zwei verbleibenden Partien vor der Winterpause (am 8. Dezember steht noch das Auswärtsspiel gegen die zweite Garde des SC Freiburg an) den Fokus „nur auf den FSV“ legt. Dabei sind es gerade die Eindrücke aus der Dreieich-Partie, die Anlass zur leichten Euphorie geben. „Ich habe ein gutes Gefühl“, verrät der Kroate, „die Jungs haben sich gegen Dreieich zusammengerissen, sie haben als Mannschaft funktioniert. Das ist ein gutes Signal.“

Sieg als Geschenk für den Trainer?

Gerade im zweiten Abschnitt zeigten die Herrenwälder das, was sie vergangene Saison noch so stark gemacht hatte: unbändigen Willen, Lauf- und Einsatzbereitschaft – und sogar nach vorne lief der Ball gut. Dies war in der Hinrunde meist das Hauptmanko. Mutig und für den Gegner unangenehm, so müsse seine Elf auch gegen den Club aus dem Frankfurter Osten agieren, fordert Sicaja, für dessen Elf es wohl keinen besseren Zeitpunkt gäbe, als nach zwei Niederlagen und einem Remis gegen die Bornheimer endlich den ersten Sieg einzufahren.

Es wäre ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Sicaja, der am Montag 52 Jahre alt wurde. Es wäre der erste Heimsieg seit dem ersten Spieltag. Und passend zur Weihnachtsfeier der Fußballabteilung am Samstagabend könnte der TSV mit einem „Dreier“ erstmals seit dem achten Spieltag die letzten drei (Abstiegs-)Plätze verlassen – vorausgesetzt die Konkurrenz spielt mit.

FSV will sich von Abstiegszone absetzen

Und mehr noch: „Für Stadtallendorf bietet sich die Chance, sich mit einem Sieg zu uns heranzuziehen“, weiß Frankfurts Sportlicher Leiter Thomas Brendel, „für uns ist es die Chance, uns weiter von Stadtallendorf abzusetzen. Es ist ein ganz wichtiges Spiel.“ Nur fünf Punkte rangiert der Tabellenzwölfte vor dem Vorletzten vom Herrenwald, der zuletzt personell und taktisch überraschte: Mit einer Fünfer-/Dreierkette spielte der TSV erstmals in dieser Runde.

Sicaja: „Das heißt aber nicht, dass wir das jetzt immer so machen. Es hängt auch immer vom Gegner ab. Außerdem braucht man das Spielermaterial dazu.“ In den genesenen Kevin Vidakovics und Alieu Sawaneh hatte der Kroate dies, sodass neben genannten Spielern in Perry Ofori, Tomislav Baltic und Daniel Vier insgesamt fünf Akteure zum Einsatz kamen, die im Abwehrzentrum spielen können.

Einsatz von Felix Nolte fraglich

Doch Vier erhielt überraschend als zweite Spitze den Vorzug vor Appel Prestes da Silva und dem ehemaligen U-
Nationalspieler Enis Bunjaki. Der Ex-Frankfurter ist zwar bereits seit Mitte September beim TSV, mit bislang vier Einsätzen ist er aber noch nicht eingeschlagen. Warum? Sicaja formuliert es als Verfechter einer ausgiebigen Vorbereitung so: „Training ist der Maßstab aller Dinge. Er hatte seine Einsätze, da hatte die Mannschaft aber auch nicht so gut ausgesehen. Man darf aber nicht vergessen, dass er mehr als ein Jahr lang gar nicht gespielt hatte. Ihm fehlt noch einiges.“

Ausfallen werden bei der Eintracht weiterhin „Mo“ Arifi (Syndesmoseband-Operation) und Ceyhun Dinler (Knie). Stürmer Felix Nolte (Rippenprellung) hat bis Mitte der Woche nur Lauftraining absolviert, sein Einsatz ist offen. Aufseiten des früheren Zweitligisten fehlen die Gelb-gesperrten Robert Schick und Dominik Nothnagel. „Das ist eine extrem wichtige Personalie“, sagt Brendel über Abwehrspieler Nothnagel. Kamil Tyminski hatte zwar unter der Woche beim Aus im Hessenpokal gegen den FC Gießen (1:2) die Rote Karte gesehen, er darf in der Liga aber spielen. „Stadtallendorf gehört nicht zu den spielstärksten Mannschaften der Liga, sondern kommt über die Gemeinschaft und Willensstärke. Da sind andere Tugenden für uns gefragt“, sagt Brendel.

von Marcello Di Cicco

Der Spieltag

Waldhof Mannheim - 1899 Hoffenheim II,
TSG Balingen - SSV Ulm,
Wormatia Worms - SV Elversberg (alle Freitag, 19 Uhr),
Eintracht Stadtallendorf - FSV Frankfurt,
TSV Steinbach Haiger - SC Hessen Dreieich,
FK Pirmasens - FSV Mainz 05 II,
1. FC Saarbrücken -SC Freiburg II (alle Sa., 14 Uhr),
Kickers Offenbach - FC Astoria Walldorf,
VfB Stuttgart II - FC Homburg (beide So., 14 Uhr).