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Fusionsthema erhitzt die Gemüter

Fußballtag des Kreises Biedenkopf Fusionsthema erhitzt die Gemüter

Heinz Schmidt kontra Peter Schmidt: Eine vom Marburger Fußballwart angeregte Fusion der heimischen Fußballkreise lehnt sein Biedenkopfer Pendant ab. Dabei liegen beide in der Sache gar nicht weit auseinander.

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Der neugewählte Kreisfußball-Ausschuss: Gerhard Fuchs (von links), Heinz Schmidt, Timo Heck, Herbert Lenz, Volkmar Pfeiffer, Erhard Fuchs, Diether Achenbach und Herbert Schöck.

Quelle: Yanik Schick

Wiesenbach. Es klang fast ein wenig beiläufig, als Peter Schmidt vor gut drei Wochen beim Marburger Kreisfußballtag sagte, dass die Fusion der beiden Fußballkreise Marburg und Biedenkopf „ein längst überfälliger Verwaltungsschritt“ sei. Doch ganz so beiläufig wollten die Biedenkopfer Vereinsvertreter diesen Satz nicht stehen lassen. Auf dem Kreisfußballtag in Wiesenbach erhitzten sich darüber die Gemüter. Es sei „anmaßend, eine solche Aussage zu treffen“, fand Diether Achenbach aus dem Kreisfußballausschuss. „Befremdlich und unzutreffend“, ergänzte Fußballwart Heinz Schmidt. In einer einstimmig akzeptierten Resolution brachten die Anwesenden zum Ausdruck, dass es aus ihrer Sicht keinerlei Anlass für eine Fusion gebe.

„Es bringt uns überhaupt nichts“, erklärte Heinz Schmidt, „die Arbeit hier im Kreis ist gut, die Strukturen sind da. Alles ist super.“ Und auch die Biedenkopfer Vereine haben anscheinend wenig Lust auf eine Fusion - was sich in manchem Ressentiment widerspiegelt: So befürchtete einer der Delegierten gar die „feindliche Übernahme“ durch den Marburger Fußballkreis. Matthias Bausch, der stellvertretende Verbandsfußballwart, war infolgedessen um verbale Abrüstung bemüht. Er versicherte, dass es derzeit keine Pläne für eine Verwaltungsreform gebe. Mit welchem Hintergrund hatte dann aber Peter Schmidt eine Fusion ins Gespräch gebracht?

Im Gespräch mit der OP begründete der Marburger Kreisfußballwart seine Aussage. „Von der Verwaltung her hätten wir weniger Aufwand“, führte er aus, „und außerdem würde eine Fusion finanzielle Vorteile bringen.“ Das größte Problem bliebe jedoch bestehen: An vielen Stellen fehlt es an Mannschaften, um die einzelnen Ligen zu füllen. Oft im Jugendbereich, aber beispielsweise auch in den A- und B-Ligen der Senioren Biedenkopfs. Jene Spielklassen werden schon seit Jahren durch Teams aus dem Marburger Kreis aufgefüllt.

Kreisfußballwart Heinz Schmidt einstimmig wiedergewählt

Peter Schmidts Antwort auf diese Herausforderung: „Man muss die Kreisgrenzen fließender sehen.“ Die an den Grenzen gelegenen Vereine sollten demnach selbst gefragt werden, in welchen Ligen sie spielen möchten. Und mit dieser Einstellung liegt der Marburger Fußballwart inhaltlich ganz nahe bei seinem Biedenkopfer Pendant. Der hatte auf dem Kreisfußballtag mehr Lokalderbys und kürzere Fahrtwege gefordert - Kreisgrenzen dürften dabei „nicht die oberste Priorität besitzen“.

Was dieses Thema angeht, könnte es eine anstrengende Amtszeit für Heinz Schmidt werden. Der Biedenkopfer Kreisfußballwart wurde einstimmig wiedergewählt. 2020, beim nächsten Kreisfußballtag, soll dann allerdings Schluss sein. „Man sollte Platz machen für jüngere Menschen“, so Schmidt. Seine Posten als Referent für Freizeit- und Breitensport sowie als Kreisadministrator gab er bereits diesmal an Volkmar Pfeiffer ab. Nach 48 Jahren im KFA trat derweil Karl-Heinz Kramer zurück, sein Nachfolger als neuer Kreiskassenwart ist Timo Heck, der Vorsitzende des FSV Friedensdorf. Und auch mit Heinz Althaus dankte ein altgedienter Ehrenamtlicher als Kreisschiedsrichterobmann ab. Dieses Amt ist nun mit Lars Braun vom FV Breidenbach besetzt.

von Yanik Schick

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