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Lokalsport Los geht’s mit einem Fußballteam
Sport Lokalsport Los geht’s mit einem Fußballteam
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00:17 29.06.2018
Bei der Gründung des neuen Vereins: Ann-Sophie Schröder (vorne, von links), Sarah Schönwald, Andrea Suntheim-Pichler, Anne Borger, Anna-Lena Schäfer, Kim Lindner und Melina Rebecca Mertens sowie Oliver Dietz (hinten), Fridhelm Faecks, Frédéric Schwindack, Norbert Schüren, Wolfgang Richter, Roland Frese und Stefan Fischer. Quelle: Privatfoto
Marburg

Anfang Mai ist mit dem 1. Frauen Sport Club (1. FSC) Marburg ein Mehrsparten-Verein gegründet worden, dessen Angebot sich ausschließlich an Frauen richtet und der deren sportlichen Interessen ein Zuhause geben will. Zur ersten Vorsitzenden wurde Andrea Suntheim-Pichler gewählt, ihre Stellvertreterin und Kassen­wartin ist Anne Borger, die Funktion der Schriftführerin hat Anna-Lena Schäfer inne.

„Als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könne, Vorsitzende des Vereins zu werden, habe ich nicht lange nachgedacht. Die Motivation der Frauen mit ihrem ‚Wir packen das an‘ hat mich begeistert“, sagt Suntheim-Pichler, Mitgesellschafterin eines Gesundheitsmarktes in Wehrda und im sportlichen Bereich unter anderem im Vorstand des BC Marburg für die Bereiche Sponsoring und Marketing zuständig.

„In anderen Sportvereinen fallen Frauen oft immer wieder herunter und es fehlt ihnen dort an Förderung. Sie sind so aus meiner Sicht nicht immer gleichberechtigt.“ Welche „Denke“ bei vielen Menschen in Bezug auf den Frauensport noch herrsche, macht Suntheim-Pichler exemplarisch an der Aussage des ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter fest, der den Fußballerinnen ­geraten habe, in taillierten Trikots zu spielen, um die Popularität ihrer Sportart zu erhöhen.

Suntheim-Pichler sieht auch eine soziale Komponente, die für einen reinen Frauensportverein spricht: „Frauen pflegen ein anderes geselliges Beisammensein als Männer und ich glaube, dass man dieses bei uns anders gestalten kann als in ‚gemischten‘ Vereinen.“

Keine Konkurrenz zu anderen Vereinen

Besonders wendet sich der neue Verein auch an Frauen mit Migrationshintergrund. „Diese Frauen wollen keine Berührungspunkte mit Männern und werden nicht Sport betreiben, wenn Männer zugegen sind.“ An diese Frauen möchte Suntheim-Pichler mit dem 1.  FSC Marburg beispielsweise über Bildungseinrichtungen herantreten, etwa durch dort aufgehängte Plakate. „Denn Integration läuft über Sport.“

Den ersten Schritt in den Wettkampfsport will der Verein im Fußball gehen, wo in der kommenden Saison eine Mannschaft an den Start gehen soll. Das Team trainiert montags und mittwochs ab 19 Uhr im Marburger Sportpark. Interessierte sind willkommen und können sich an Anna-Lena Schäfer (E-Mail: anna-lena.schaefer
@fscmarburg.de) wenden. In nächsten Schritten will der Verein dann in weiteren Sportarten aktiv werden.

„Wir lassen dies auf uns zukommen und schauen, welche Wünsche an uns herangetragen werden“, sagt Suntheim-Pichler. Eine Konkurrenz zu anderen Vereinen mit gemischten Abteilungen schließt die Vorsitzende des 1. FSC aber aus. „Ich sehe da eher Möglichkeiten, Formen der Kooperation herauszuarbeiten.“

von Michael Seehusen