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Lokalsport BC Marburg siegt dank guter Defensive
Sport Lokalsport BC Marburg siegt dank guter Defensive
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00:18 12.10.2018
Marburgs Tonisha Baker (links, hier in der Vorsaison gegen Hernes Courtney Range) zog sich im zweiten Viertel eine Platzwunde am Auge zu und fiel danach aus. Quelle: Miriam Prüßner
Herne

„Wir haben nicht alles richtig gemacht, dafür aber mit viel Herz gespielt. Die Defense war der Schlüssel zum Erfolg“, stellte Marburgs Trainer Patrick Unger fest und blies mit dieser Einschätzung ins gleiche Horn wie Finja Schaake, die befand: „Dass wir es geschafft haben, Herne in eigener Halle unter 60 Punkten zu halten, ist schon eine kleine Sensation.“ In der vergangenen Saison hatten die Hernerinnen keine einzige Begegnung in der H2K-Arena verloren.

„Dass wir jetzt Tabellenführer sind, genießen wir erst mal“, sagte Schaake, die in der sechsten Minute erstmals das Spielfeld betrat und so ihr 232. Spiel für den BC Marburg bestritt. Damit stellte sie den Vereinsrekord von Alexandra Keil ein. „Das macht mich schon stolz, weil es nichts Alltägliches ist“, sagte­ Schaake, die in ihrer Anfangszeit in Grünberg noch mit Keil zusammenspielte. In Herne gab sie einen guten Einstand: Mit einem Drei-Punkte-Wurf verkürzte sie zum 12:13 (6.).

Marburgs Baker zieht sich Platzwunde am Auge zu

Beide Mannschaften begegneten sich von Beginn an mit offenem Visier. Ungenauigkeiten bei Korbabschlüssen und Pässen auf beiden Seiten sorgten dafür, dass sich lange keine Mannschaft richtig absetzen konnte. Die Marburgerinnen verteidigten hoch und schafften es immer wieder, aus der Corner erfolgreich abzuschließen. So ging Marburg mit einem 16:13 in die erste Auszeit (8.). Auch danach gab es einen offenen Schlagabtausch. Mit zwei Freiwürfen­ verkürzten die Gastgeberinnen­ zum 20:22 nach dem ersten Viertel.

Auch im zweiten Viertel begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, wobei Herne mehr für die Absicherung tat und ­bestrebt war, die Pässe in die ­gefährlichen Räume zu unterbinden. Eine Schrecksekunde für die Gäste gab es in der 17. Minute: Nachdem sie den Ellenbogen einer Mitspielerin abbekommen hatte, zog sich Toni­sha Baker eine Platzwunde über der linken Augenbraue zu und fiel fortan aus. „Den Ausfall von ‚Bake‘ haben wir deshalb so gut kompensiert, weil wir variabel sind. Ich bin stolz, dass das Team so zusammenhält“, lobte Unger.

Freriks ragt auf Herner Seite heraus

Sein Gegenüber, Hernes Headcoach Marek Piotrowski, sprach von einem „verdienten Sieg“ für die Marburgerinnen – und er machte ein großes Manko bei seinen Schützlingen aus: „Wenn man nur 3 von 21 Dreiern schießt, kannst du gegen eine so gute Mannschaft wie Marburg nicht gewinnen.“ Der BC versenkte 5 von 12 Drei-Punkte-Würfen.

Alexandra Wilke verkürzte per Freiwurf auf 33:34 zur Halbzeit, nach der es genauso weiterging wie vorher: Viele Führungswechsel prägten eine Partie, in der Jordan Freriks auf Herner Seite nicht nur als beste Punktesammlerin und Rebound-Königin herausstach, sondern auch Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel war. Mit 46:44 ging es schließlich ins letzte Viertel. Dort bewiesen die Gäste die besseren Nerven, vor allem aber ihre Defensivqualitäten. Paige­ Bradley brachte den BC 4:20 Minuten vor Schluss mit 54:50 in Führung, die die „Dolphins“ nicht mehr hergaben.

  • Herner TC – BC Pharmaserv Marburg 54:61 (20:22,14:11,12:11,8:17 ). Herne: Attura, L. Bettonvil 7/1 Dreier (5 ­Rebounds), J. Bettonvil 3 (4 Reb.), Bully 4, Burton 4 (7 Reb., 5 Steals), Freriks 19/2 Dreier (9 Reb.), Karic, Krizanovic, Kuijt 10 (4 Assists), Polleros, Sannes, Westerik 7. Marburg: Baker 5/1, Bertholdt 10 (5 Reb.), Bradley 4, Kiss-Rusk 10 (7 Reb.), Klug 3, Schaake 5/1, Sola, Wagner 7/1 (4 Reb.), ­Wilke 9, Winterhoff, Yohn 8/2 (4 Reb.).

von Marcello Di Cicco