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Flüchtlingsteam darf nicht mitspielen

Turnier in Kirchhain Flüchtlingsteam darf nicht mitspielen

Die Mannschaft Internationales Fußballteam (IF) Stadtallendorf darf am Turnier um den 23. Fach-Metallbau-Cup nicht teilnehmen. Sie hat keine Spielberechtigung.

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Der Richtsberger Hamza Dede (links) führt im Turnier des SV Kirchhain um den Fach-Metallbau-Cup den Ball gegen den angreifenden Niederwälder Dominik Schalling.

Quelle: Tobias Hirsch

Kirchhain. „Es tut mit leid, wir habe es nicht gewusst und in der Annahme gehandelt, dass sie spielen dürfen“, sagt Heinrich Gießelmann vom Turnierveranstalter SV Kirchhain. Ihm ist vom Kreisfußballwart Peter Schmidt mitgeteilt worden, dass es für die Spieler des Flüchtlingsteams IF Stadtallendorf keine Spielberechtigung gebe. Die müsse vorliegen, wenn jemand an einem offiziellen Turnier des Hessischen Fußballverbandes (HFV) teilnehmen wolle. „Im Turnierantrag ist IF Stadtallendorf durchgestrichen gewesen“, sagt Schmidt. Er habe also davon ausgehen müssen, dass das Team nicht antreten wird. „Das war ein Versehen unsererseits“, räumt Gießelmann ein.

Stefan Heck, Leiter der Pass-Stelle des HFV, weist auf die einschlägigen Vorgaben des Weltfußballverbandes Fifa hin, die in diesem Falle bis in die Niederungen des lokalen Fußballgeschehens wirken: „An den vom Verband genehmigten Turnieren dürfen nur Spieler mit einer Spielberechtigung teilnehmen. Wir sind seitens der Fifa dazu angehalten, deren Richtlinien strikt einzuhalten.“ Eine Spielgenehmigung müsse durch einen Verein beantragt werden. Der Verband prüfe dann per Anfrage in den Herkunftsländern, ob für den jeweiligen Spieler bereist eine Berechtigung vorliege. Ist binnen vier Wochen noch keine Antwort eingetroffen, könne der Verband die Spielberechtigung erteilen.Ein solches Prozedere hat es im vorliegenden Fall nicht gegeben.

Kicker sind über Landessportbund abgesichert

Eckhard Wind, der im Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ des Landessportbundes Hessen als Sport-Coach tätig ist, betreut die Mannschaft mit Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und Irak. Er ist enttäuscht von der Entscheidung des HFV. „Wir bemühen uns um die Integration von Flüchtlingen, und dann stehen dem solche sportbürokratischen Hindernisse im Weg. Ein versicherungstechnisches Problem könne es nicht geben, zumal die Kicker über den Landessportbund abgesichert seien.

Winds Anfrage beim Geschäftsführer des Hessischen Fußballverbandes, Gerhard Hilgers, war ebenfalls nicht von Erfolg beschieden. „Er hat mir gesagt: Wir können die Teilnahmen des IF Stadtallendorf nicht genehmigen.“ Wind fragt sich allerdings, warum die Mannschaft der Aman Allstars an der Marburger Fußball-Stadtmeisterschaft haben teilnehmen dürfen. „Die Allstars sind eine Freizeitmannschaft der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg und haben die erforderliche Spielberechtigung“, sagt Kreisfußballwart Schmidt.

von Bodo Ganswindt

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