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Lokalsport 28 Vereine haben zu wenige Schiris
Sport Lokalsport 28 Vereine haben zu wenige Schiris
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14:05 19.02.2018
Schiedsrichter Dittmar Losekant leitet eine Partie zwischen dem TSV Elnhausen und dem SV Schönstadt. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Aus dem Kreis Marburg betraf es jeweils vier Vereine der Kreisoberliga Nord und der A-Liga, sechs Vereine der Kreisliga B Marburg I, fünf Vereine der Kreisliga B Marburg II, eine Frauenmannschaft und einen Jugendförderverein. Im Kreis Biedenkopf waren ein Kreisoberligist, zwei A-Ligisten, drei B-Ligisten und ein Jugendförderverein betroffen.

„Generell ist die Zahl der Punktabzüge im Vergleich zu den Vorjahren in etwa gleich geblieben“, stellte der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Kreisschiedsrichterausschuss Marburg, Tim Waldinger, fest. Ebenso die Geldstrafen für die Vereine, die im Kreis Marburg insgesamt im mittleren vierstelligen Bereich und im Kreis Biedenkopf bei zirka 2500 Euro liegen.

Während die Punktabzüge für einige Vereine keine sportlichen Auswirkungen haben, waren in nicht wenigen Fällen aber auch Teams, die um den Aufstieg oder gegen den Abstieg kämpfen betroffen.

Vereine arbeiten an Verbesserung

Die Ballsportfreunde Richtsberg mussten im Aufstiegskampf zwei wichtige Punkte abgeben, der VfL Neustadt rückte durch denselben Verlust an Punkten näher an die Abstiegszone heran, in der Türk Gücü Breidenbach einen Zähler gegenüber den Konkurrenten verlor. „An den zwei Punkten wird es nicht liegen. Dann haben wir was anderes falsch gemacht“, stellt Richtsbergs Vorsitzender Kirill Berinski fest. „Es wird auch das letzte Mal sein. In der kommenden Saison können wir genügend Schiedsrichter stellen“, geht Berinski von einer besseren Situation aus.

Auch Uwe Breuer, Fußball-Abteilungsleiter des VfL Neustadt, den der Zwei-Punkteabzug sportlich trifft, sieht das Schiedsrichterteam des Vereins im Sommer wieder vollständig. Michelbachs 2. Vorsitzender Dieter Jacobi geht ebenfalls davon aus, dass die Punktabzüge und die Geldstrafen für seinen Verein der Vergangenheit angehören.

„Es ist unheimlich schwer“

In der Kreisliga A Marburg betrifft der Punktabzug den TSV Wohratal im Kampf um Platz zwei, den SV Beltershausen im Abstiegskampf. In den beiden Marburger B-Ligen vergrößert sich der Abstand der Zweitplatzierten TSV Amöneburg und FV Bracht auf die jeweiligen Tabellenführer. „Wir suchen permanent nach Schiedsrichtern, aber es ist unheimlich schwer“, macht Amöneburgs Spielausschuss-Obmann Volker Schlosser die allgemein schwierige Situation deutlich.

Deshalb hatte Marburgs Kreisfußballwart Peter Schmidt auf dem Verbandstag 2012 einen Änderungsvorschlag erstellt, in dem er feststellte, dass sich die Gesamtsituation durch den Punktabzug und die Geldstrafen für die Vereine nicht entscheidend ändert. Immer mehr Vereine wären nicht in der Lage, die Anforderungen im Bezug auf die Gestellung von Schiedsrichtern zu erfüllen.

Verbandstag lehnt Schmidts Modell ab

Als Lösungsvorschlag sieht Peter Schmidt vor, dass die Schiedsrichter einem sogenannten „Pool“ unterstellt sind. Die Vereine müssten sich an diesem Modell finanziell gestaffelt nach Klassenzugehörigkeit und Mannschaftsanzahl mit einer jährlichen Umlage beteiligen. Dadurch entfalle für die Vereine die Verpflichtung zur Erfüllung des Schiedsrichtersolls. Sie müssten pro Jahr eine Summe bezahlen und keine weiteren Folgen wie Strafgebühren und Punktabzüge befürchten.

Dieser Vorschlag wurde zum Bedauern Peter Schmidts auf dem Verbandstag von den Delegierten allerdings abgelehnt. Biedenkopfs Kreisfußballwart Heinz Schmidt findet die Situation, wie sie im Moment ist, in Ordnung: „Wir haben keine andere Lösung“, hält er fest. Buchenaus Vorsitzender Armin Tiemann fände es schade, wenn der erstmalige Punktabzug für seinen Verein zum Abstieg führen würde. Generell sei es schwierig, neue Leute zu bekommen.

von Kurt Arke

Punktabzug

Hintergrund

Der Punktabzug wegen Nichterfüllung des Schiedsrichter-Pflichtsolls wird bei der 1. Männer-Mannschaft vorgenommen. Hat ein Verein nur Frauen-Mannschaften im Spielbetrieb, erfolgt der Punktabzug bei der 1. Frauen-Mannschaft. Bei Vereinen mit reinem Jugendspielbetrieb erfolgt der Punktabzug bei der klassenhöheren Juniorinnen- oder Juniorenmannschaft.

Betroffene Vereine

Kreis Marburg: TSV Amöneburg (1 Punkt Abzug), SV Beltershausen (1), FSV Borts-/Ronhausen (1), FV Bracht (1), TSV Elnhausen (1), SV Erfurtshausen (1), SV Großseelheim (2), TSV Kirchhain (1), RSV Kleinseelheim (1), SV Langenstein (1), SV Mardorf (1), TSV Michelbach (1), VfL Neustadt (2), FC Intertürk Neustadt (1), FC Oberwalgern (1), JFV Ohmtal Kirchhain (1/A-Junioren-Grupppenliga), TSV Rauschenberg (1), BSF Richtsberg Marburg (2), FC Weimar/Lahn (1/Frauen), 1. FC Waldtal Marburg (1), TSV Wohratal (1).

Kreis Biedenkopf: FSV Buchenau (2), Türk Gücü Breidenbach (1), SG Friedensdorf/A. (1), SSV Hörlen (2), SSV Hommertshausen (3), FV Hinterland Breidenbach (1/A-Junioren-Gruppenliga), FV Wiesenbach (1).