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Fan-Duo aus dem Landkreis erlebt "überwältigende Atmosphäre"

Europameisterschaft Fan-Duo aus dem Landkreis erlebt "überwältigende Atmosphäre"

Nick Haferkorn und Kumpel Daniel Lotz erlebten zum EM-Auftakt ein unvergessliches Wochenende. Dank des Radiosenders „Hit Radio FFH“ verfolgten sie das deutsche Spiel gegen die Ukraine live im Stadion.

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Daniel Lotz und Nick Haferkorn (links) und posieren vor dem Mannschaftsbus des deutschen Teams.

Quelle: Privatfoto

Lille. igentlich war Nick Haferkorn schon fast auf dem Weg zur Arbeit, als ihn am Freitagmorgen um kurz nach 7 ein überraschender Anruf erreichte. Die Moderatoren der FFH-Morning-Show Evren Gezer und Horst Hoof meldeten sich bei dem 22-jährigen Azubi aus dem Marburger Stadtteil Cyriaxweimar und überraschten ihn mit einer spontanen Reise ins nordfranzösische Lille. Der Sender lädt zu jedem Spiel des deutschen Teams je zwei ausgeloste Gewinner ein. Mindestens drei Mal, wenn Deutschland ins Endspiel kommen sollte, sogar sieben Mal, werden hessische Fans zuhause mit einem Hubschrauber abgeholt. Und das, wie es sich bei einer Überraschung gehört, sehr kurzfristig.

„Sie haben zu mir gesagt, dass sie gleich bei mir zuhause sind – dabei war ich selber gerade bei meiner Freundin und musste dann schnell nach Hause fahren“, erinnert sich Haferkorn. Kurz gepackt – 20 Minuten später stand das Team des Radiosenders bei ihm auf der Matte. Sein Arbeitgeber in Linden (Landkreis Gießen), bei dem er eine kaufmännische Ausbildung macht, gab ihm spontan für den Freitag sowie den Montag frei. Der Reise stand nichts mehr im Weg.

Gemeinsam mit Kumpel Daniel Lotz wurde Haferkorn zum Flughafen Köln/Bonn geflogen. Vom Kölner Hauptbahnhof aus ging es über Brüssel weiter nach Lille, wo bereits „alles in EM-Stimmung“ war. „Es gibt dort eine Riesenfanmeile, aber eigentlich war die komplette Stadt in Feierlaune“, sagt Haferkorn. Am Freitagabend eröffnete Gastgeber Frankreich das Turnier mit einem 2:1 gegen Rumänien. Unter die feiernden Franzosen mischten sich die beiden Fans aus dem Landkreis jedoch nicht mehr. „Wir waren nach dem ganzen Reisestress, dass wir das Spiel nur noch im Hotelzimmer verfolgt haben“, erzählt der 22-Jährige.

Fanmarsch als Highlight

Anders hingegen war es am großen Tag des deutschen Spiels. Das 2:0 des Weltmeisters gegen die Ukraine erlebten die beiden live im Stadion in einem Block der deutschen Fans auf der Haupttribüne mit. „Es war ein schönes Spiel – und die Deutschen haben es ja auch bis zum Schluss spannend gemacht“, schmunzelt Haferkorn. Die Unterstützer des DFB-Teams seien im Stadion „ganz klar in der Überzahl“ und dementsprechend auch lauter gewesen. Aber auch die Ukrainer „hatten Spaß am Spiel“, sagt er. Schließlich konnten die Osteuropäer die Begegnung gegen den klaren Favoriten bis zum Ende offenhalten. Insgesamt sei die Atmosphäre in der Arena „überwältigend“ gewesen.

Für einen unvergesslichen Tag sorgte aber auch die Stimmung in Lille insgesamt. Ein Highlight sei schließlich auch der Fanmarsch der deutschen Supporter von der Stadt zum Stadion gewesen. „Vorne weg fuhr ein PR-Fahrzeug und hinter den Fans kam dann der deutsche Mannschaftsbus. Das war ein tolles Erlebnis“, hebt er hervor.

Von Fan-Randale wie am Tag zuvor in Marseille zwischen den Engländern und Russen keine Spur „Jeder mochte jeden. Da gab es keine Rivalität“, so Haferkorn. „Wir wurden überall herzlich aufgenommen“. Aufgrund der Terrorgefahr seien
allerdings die Sicherheitskräfte „sehr präsent“ gewesen. „Vor jedem Geschäft in der Innenstadt wurden Taschen kontrolliert und am Bahnhof war das Militär“. Das tolle Erlebnis der beiden Fans konnte die jedoch nicht trüben.

Die restlichen Spiele der EM will Haferkorn wie geplant  vor dem heimischen Fernseher verfolgen. „Eigentlich wollten wir das erste Spiel auch mit mehreren Freunden sehen – jetzt hatte ich nur einen dabei. Aber mit diesem Tausch kann man leben“, lacht er. Nachdem er zuvor noch nie ein Spiel der deutschen Elf live gesehen hat, hat er nun aber dennoch Blut geleckt. „Ob es bei der nächsten Weltmeisterschaft klappt, weiß ich noch nicht, aber wir haben schon Lust, irgendwann noch einmal zu einem Turnier-Spiel hinzufahren“.

von Peter Gassner

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