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FSV Cappel befürchtet Verlust junger Spieler

Fußball FSV Cappel befürchtet Verlust junger Spieler

Die erste Mannschaft der SG Lahnfels soll in der Kreisliga A Biedenkopf spielen, würde aber viel lieber in der Marburger A-Liga antreten. Der FSV Cappel hätte kein Problem damit, im Hinterland zu kicken, wird aber in der Marburger Staffel spielen müssen. Einfach zu tauschen, geht aber nicht. Denn die entscheidende Frage ist, wo die Reserven antreten.

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Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Nils Pfeiffer ist alles andere als glücklich, dass Cappels „Zweite“ entgegen des eigenen Wunschs nicht in Konkurrenz spielen darf. „Wir hatten das mit der Mannschaftsmeldung beantragt, lange nichts gehört und erst durch die Klasseneinteilung erfahren, dass unser Team in keiner B-Liga aufgeführt wird“, beklagt der stellvertretende FSV-Vorsitzende. In der Reserveklasse der A-Liga fehle „vor allem für junge Spieler der sportliche Reiz“, meint er. „Wir haben 50 Leute im Kader, 38 davon bis 23 Jahre. Ein Spieler hat sich deshalb abgemeldet. Ich befürchte, dass weitere folgen werden.“

Unterschied zwischen Lahnfels II und Cappel II

Die SG Lahnfels II hingegen darf in Konkurrenz spielen. „Das ist eine Ungleichbehandlung, die aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar ist“, sagt Pfeiffer. Marburgs Kreisfußballwart Peter Schmidt sieht einen Unterschied zwischen Cappel und Lahnfels: Die SG II war - im Gegensatz zum FSV II - bereits vergangene Saison B-Ligist, deshalb gebe es „eine Art Bestandsschutz“. Sowohl die zweite als auch die A-Liga-Mannschaft der Lahnfelser werden in der bevorstehenden Saison im Kreis Biedenkopf antreten. Der Kreisfußballausschuss habe die Entscheidung „so getroffen, um den Reservespielbetrieb in unserem Kreis nicht zu schwächen“, erläutert Peter Schmidt. Dass die Cappeler, wie Pfeiffer mitteilte, „auch mit unserer ‚Ersten‘ freiwillig im Hinterland gespielt“ hätten, sei daher unerheblich.

Die 14 ersten Mannschaften in der Kreisliga A Marburg haben allesamt Zweitvertretungen gemeldet - das ergibt eine „vernünftige Klassenstärke“, so Schmidt. „Wenn wir für eine Reserve eine Ausnahme machen, kommen die nächsten und wollen auch eine haben.“ FSV Sterzhausen und SV Großseelheim hätten bereits mitgeteilt, ihre „Zweiten“ nicht in einer der Anzahl nach kleineren Reserveliga spielen lassen zu wollen. „Dabei geht es auch um Solidarität den anderen Vereinen gegenüber.“ Pfeiffer sieht das anders: Die Entscheidung sei „nicht im Interesse der Vereine, die ihren jungen Spielern eine Perspektive bieten wollen“.

Künftig C-Ligen statt Reservespielklassen?

Aber warum können nicht einfach alle zweiten Mannschaften in Konkurrenz spielen, etwa in neu zu schaffenden Kreisliga-C-Staffeln? „Darüber diskutieren wir jedes Jahr aufs Neue“, antwortet Schmidt, hält dieses Modell für die Zukunft für „durchaus vorstellbar“. Zurzeit gebe es „mehr Kreisligisten, die im Vorspielmodus bleiben wollen“. Bedeutet: Reserven spielen in aller Regel unmittelbar vor den ersten Mannschaften. Vorteil ist, dass beide Teams eines Vereins am selben Tag und am selben Ort aktiv sind. „Gerade wenn nur wenige Betreuer und Helfer zur Verfügung stehen“, weiß Schmidt, „macht es das den Vereinen einfacher“.

Der FSV Cappel, berichtet Pfeiffer, habe wegen der Entscheidung des Marburger Kreisfußballausschusses eine Beschwerde an den Verbandsspielausschuss des Hessischen Fußball-Verbands gerichtet. Diese sei jedoch zurückgewiesen worden. Von einer weiteren Beschwerde, adressiert ans HFV-Verbandspräsidium, erwartet er „realistisch gesehen auch keine Änderung mehr“.

von Stefan Weisbrod

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