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Es soll weiter nach oben gehen

Marburg Mercenaries Es soll weiter nach oben gehen

Bei den „Mercs“ läuft die Saisonvorbereitung auf Hochtouren. Der neue Offensive Coordinator ist bereits gefunden. Auch ein neuer Quarterback ist bereits verpflichtet. Hinzu kommt ein Star-Running-Back und alter Bekannter.

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Cheftrainer Dale Heffron erklärt einem Spieler, was es bei der nächsten Übung zu tun gilt. Gleichzeitig zeigt er mit seinem Zeigefinger an, in welche Richtung sich sein Team in dieser Saison entwickeln soll.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Die Köpfe der Athleten dampften, der Schweiß tropfte und die Kondition wurde beansprucht. Für 40 Athleten begann am Donnerstagabend die Vorbereitung auf die Saison der German Football ­League (GFL) auf dem Gelände des Georg-Gaßmann-Stadions.

Bis zum Saisonbeginn Ende April wird der ein oder andere Spieler, der noch nicht GFL-tauglich ist, aussortiert werden. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Das ist der normale Gang der Dinge, wie Dale Heffron sagt. Der Head Coach der Mercenaries geht in seine zweite Saison als tonangebender Mann an der Seitenauslinie. Und die Musik gefällt ihm besser als im Jahr 2017.

„Wir sind mit dem Team um Längen weiter als zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr. Wir hatten acht neue Spieler im Auftakttraining. Die Hälfte davon kann in dieser Saison eine gute Rolle spielen“, erklärt Heffron.

In der vergangenen Spielzeit nahmen die Marburg Mercenaries zum ersten Mal seit der Saison 2014 wieder an den Playoffs teil, schieden jedoch in der ersten Runde beim Gastspiel gegen die Kiel Baltic Hurricanes aus. 2018 soll der nächste Schritt nach vorne gemacht werden.

„Wir wollen ein Playoff-Spiel vor eigenem Publikum spielen. Dafür müssen wir uns in der GFL Süd von Platz drei auf zwei steigern. Das ist unser Ziel“, gibt Heffron die Marschroute­ vor. Der Übungsleiter weiß: Wer sich nicht verbessert, verschlechtert sich. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Vor allem nicht die Football-Schwergewichte Frankfurt Universe und Schwäbisch Hall Unicorns, die 2017 die ersten beiden Plätze im Süden der GFL unter sich ausmachten.

Neuer Quarterback aus Wien

So sieht es auch Michael Dalkowski, Bruder von Vereinsboss Carsten Dalkowski und neuer­ sportlicher Leiter der Mercenaries. „Ich bin das neue Bindeglied zwischen Trainerstab und Vereinspräsidium“, erklärt der ehemalige Marburger Spieler,­ der vor 15 Jahren seine aktive Karriere beendete.

Besonders freut er sich, dass es den „Söldnern“ gelungen ist, einen europäischen Quarterback zu verpflichten. Neuer „Rasengeneral“ ist der 23-jährige Alexander Thury. Ein Österreicher, der die Footballschuhe zuletzt in Wien für die Vienna Vikings schnürte.

„Er hatte zwar noch nicht die Möglichkeit, sich auf diesem ­Niveau zu messen, aber er ist besser als die meisten amerikanischen Importspieler auf der Quarterback-Position“, lobt Heffron den Spielmacher der Offensive, der in die Fußstapfen von US-Amerikaner Chad Jeffries tritt. Am Donnerstag glänzte Thury jedoch noch durch Abwesenheit. Er weilt noch im Urlaub in Australien und wird Anfang März in Marburg aufschlagen. Thury agiert auch als Quarterback der österreichischen Nationalmannschaft und freut sich auf die Herausforderung, die die GFL für ihn darstellt.

„Das ist die beste Liga in Europa und ich will mich mit den Besten messen. Außerdem kann ich an der Philipps-Universität mein Medizinstudium fortsetzen. Marburg passt also hervorragend“, erklärt der gebürtige Wiener, der sich zwar als „mobilen Quarterback“ beschreibt, seine Stärken jedoch im Passspiel sieht.

Doch die Passing Offense war letztes Jahr nicht das Problem. Viel mehr mangelte­ es dem Angriff an einem ansatzweise gefährlichen Laufspiel. US-Running-Back Andrecus Lindley und die neu zusammengewürfelte Offensive Line waren nicht gut genug.

Silas Nacita kehrt zurück

Doch in dieser Saison bekommen die Mercenaries Verstärkung von einem weiteren Amerikaner, der gleichzeitig ein alter Bekannter ist. Silas Nacita, der bereits in der Saison 2016 für die Marburger spielte und einer der besten Running Backs in ganz Europa ist, kehrt nach einem Jahr bei den Frankfurt Universe wieder an die Lahn zurück.

Beide Running Backs, der flinke und wendige Nacita und der physisch starke Lindley, bilden ein ungleiches Tandem, das die Mercenaries weniger ausrechenbar macht, also besser. Beide sind außerdem vielseitig und können auch als Wide ­Receiver eingesetzt werden.

Neuer Offensivtrainer

Sein zweites Gastspiel in Marburg: Bereits in der GFL-Saison 2008 war Ex-Nationalspieler Patrick Griesheimer bei den „Mercs“. Foto: Michael Hoffsteter

Für den 42-jährige Frankfurter ist es das zweite ­Engagement bei den Mercenaries. Er wechselt vom Posten des Cheftrainers des Zweitligisten Wiesbaden Phantoms und will den Angriff zu alter Stärke zurückführen.

Beim Auftakttraining am Donnerstag verschaffte sich Patrick Griesheimer, Marburgs neuer Offensive Coordinator (OC), einen Eindruck vom Kader. Er folgt auf Leon LaDeaux, der 2017 die Offensive der „Söldner“ überblickte. Head Coach Dale Heffron lobt den Griesheimer bereits jetzt in den höchsten Tönen. Denn der bringe als ehemaliger GFL- und Nationalspieler sowie Cheftrainer viel Erfahrung mit. Mit der OP sprach der neue OC über die Herausforderungen der Saison 2018.
 
OP: Coach, Marburg ist keine Unbekannte für Sie, denn Sie haben vor rund zehn Jahren bereits für eine Saison im Trainerstab der Mercenaries agiert. Warum die Rückkehr?
Patrick Griesheimer: Es ist kein Geheimnis, dass ich versucht habe, in den vergangenen vier Jahren mit Wiesbaden in die erste Liga aufzusteigen. Das hat leider nicht geklappt, aber ich will mich immer mit den Besten messen. So war ich als Spieler, so bin ich als Trainer. ­Darin besteht die Verlockung. Die Unterschiede zwischen erster und zweiter Liga sind enorm. Vor ­allem hinsichtlich der Spielintelligenz der Athleten. Bei den Mercenaries kann ich bestimmte Taktiken umsetzen, weil das Footballwissen der Spieler besser ist. Die können die Theorie in der Praxis umsetzen. Da kann man sich als Coach ein bisschen mehr austoben.

OP: Sie haben in Ihrer aktiven Zeit als Offensive Lineman gespielt. Das ist die Positionsgruppe, auf der die Mercenaries seit zwei Jahren massive Probleme haben. Ist es ­Ihre Hauptaufgabe, die Offensivlinie wieder schlagkräftig zu machen?
Griesheimer: Auch, ja. Aber das Coaching überlasse ich Tibor Gohmert, der die O-Line trainiert. Aber ich bin aber immer noch auf der Suche nach deutschen Linemen mit Athletik und Größe. Da müssen wir uns auf jeden Fall verstärken. Vor allem was die Tiefe auf dieser Position anbelangt. Ich bin aber auch der Meinung, dass wir die Offen­sive Line durch die Spielzugauswahl besser in Szene setzen und entlasten können. Wir müssen im Laufspiel nicht die schwersten Brecher an der Front haben, sondern können die Sache vielleicht auch mit ein bisschen Köpfchen lösen.

OP: Sie sprechen gerade das Laufspiel an. Das fand in der vergangenen Saison quasi nicht statt. Es wurde fast ausschließlich geworfen. Welche Vorstellung einer funktionierenden ­Offensive ­haben Sie?
Griesheimer: Als ich in der Saison 2008 zum ersten mal in Marburg trainiert habe, hatten wir eine recht effiziente Offensive: Ein gedankenschneller präziser Quarterback, eine monstermäßige Offensive ­Line und kontrolliertes Laufspiel. Pass- und Laufspiel sollten sich die Waage halten. Aber das ist nicht in Stein gemeißelt.

OP: Soll heißen, dass es auch ­anders geht?
Griesheimer: Ich bin kein Ideologe, sondern flexibel. Ich habe meinen Spielern bereits gesagt, dass es mir egal ist, wie wir eine Partie gewinnen. Natürlich spielen dabei auch die Stärken und Schwächen der Gegner eine entscheidende Rolle.

von Benjamin Kaiser

In der Defensive lautet das Zauberwort Kontinuität. Ausnahmespieler Phil Lanieri, der in der vergangenen Saison als Passfänger und Defensive Back auflaufen kann, wird ebenfalls wieder den Dress der Marburger überstreifen. Auch Linebacker Neal Howey soll eine zweite Saison für die „Söldner“ spielen. „Es ist quasi in trockenen Tüchern. Wir warten nur noch auf die Unterschrift“, sagt Michael Dalkowski.

Ferner sollen noch zwei weitere Spieler aus den USA verpflichtet werden. Beide sollen sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff einsetzbar sein. Unklar ist hingegen, wer den Posten des Defensive Coordinator übernimmt.
Der Verein will Ex-Defensivtrainer Sam Weiss zurück. Ob dies gelingt, ist jedoch noch nicht sicher. Fest steht aber, dass Patrick Griesheimer, vorher beim Zweitligisten Wiesbaden Phantoms, als Offensive Coordinator agiert.

von Benjamin Kaiser

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