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Lokalsport Erik Schmidt ist der Spieler der Woche
Sport Lokalsport Erik Schmidt ist der Spieler der Woche
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09:13 23.11.2018
Erik Schmidt (rechts, gegen Holzhausens Nick Michel) spielt für die SG Versbachtal in der Kreisliga A Biedenkopf. Quelle: Tobias Hirsch
Lohra

Erik Schmidt überlegt ­einige Sekunden, welche schönen Erinnerungen er an seine Juniorenzeit hat. Schließlich berichtet er von einem mehrtägigen Fußballturnier mit Zelten an der deutsch-niederländischen Grenze vor zehn Jahren, als er bei der JSG Lohra kickte. Der damalige Trainer führt noch heute den gleichen Nachnamen.

Acht Jahre lang trainierte Thomas Schmidt seinen Sohn Erik bei der JSG, stieg ein, als der Junior mit Vereinsfußball begann und ließ vom Trainerdasein erst ab, als dieser in der C-Jugend den Verein wechselte. Der 23-Jährige kann sich erinnern, dass sein Vater keinen Verwandtenbonus aushändigte, sondern seinen Filius erst recht in die Pflicht nahm: „Er hat von mir mehr verlangt als von anderen Spielern. Wenn die beim Torschusstraining das Tor getroffen haben, hat er gelobt. Wenn ich getroffen habe, hat er trotzdem kritisiert.“ Damals störte Erik Schmidt manchmal, dass sein Vater so viel einforderte. Die Zeiten haben sich kaum geändert. „Das ist heute auch noch so. Mein Vater ist bei jedem Spiel – daheim oder auswärts – dabei und guckt zu“, sagt Schmidt. Vater, heute noch für die SG tätig, und Sohn nehmen nach dem Abpfiff dann die Spielanalyse vor.

Ganz wichtig: nach dem Spiel! Dankbar ist Schmidt seinem Vater nämlich dafür, dass der nicht so war und ist wie andere Eltern, die ihren Sprösslingen beim Kicken zuschauen. „Er schreit nie von draußen herein oder ist laut. Das würde stören“, erklärt der vor kurzem ausgelernte Elektriker. Ein Wesenszug, der auch den Sohn auszeichnet. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. „Mich kann kaum etwas aus der Ruhe bringen“, sagt der 23-Jährige.

Es ist ein Wesenszug, der ihm auch im Verein zum Vorteil gereicht. Wenn es sportlich nicht läuft, verliert er nicht die Übersicht, wird nicht hektisch oder – noch schlimmer – baut seinen Frust in Aggressionen ab, die seine Mitspieler treffen würden. „Ich denke eigentlich immer positiv. Wenn es nicht läuft, versuche ich mit meinen Teamkollegen zu sprechen. Mittlerweile weiß ich, wie ich jeden anfassen kann“, erklärt Schmidt.

von Benjamin Kaiser