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Lokalsport Kilian Schreiner läuft Bestzeit
Sport Lokalsport Kilian Schreiner läuft Bestzeit
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00:18 08.02.2019
Kilian Schreiner (links) vom ASC Breidenbach qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften. Quelle: Helmut Schaake
Frankfurt

Über 800 Meter behielt Julia Altrup vom VfL Marburg auf den vier Runden in einem von Taktik geprägten Rennen die Übersicht und zeigte­ Nervenstärke. Nachdem das Tempo nach der ersten Runde­ zu langsam wurde, beschleunigte sie selbst und übernahm die Spitze. Nach der Hälfte ließ ­Altrup geschickt die anderen die Führungsarbeit machen, um dann in der Schlussrunde die Spitzengruppe außen zu überholen. Die Marburgerin kämpfte bis zum letzten Meter und wurde überraschend noch vor der Favoritin Katrin Merz (LC Rehlingen) mit dem Sieg in 2:14,85 Minuten belohnt. „Dass es am Ende gereicht hat und ich sogar noch schneller war als bei den Hessischen mit der Bronzemedaille, ist natürlich super“, freute sich Julia Altrup (Foto: Schaake).

Ganz anders hatte sich dagegen die Buchenauerin Lena­ Ritzel ihr 3000-Meter-Rennen vorgestellt. Nachdem der Start sich um fast eine Stunde verzögert hatte, war erst einmal die Luft raus und die Hoffnung auf eine neue Bestzeit schwand. Vom Start weg rollte es nicht und es war ein purer Kampf um jeden Meter. Trotzdem wollte­ die Läuferin des VfL Marburg ins Ziel kommen. Am Ende war sie völlig erschöpft. Sie wurde­ zwar Dritte. Bronze war aber nur ein schwacher Trost für eine für sie eigentlich indiskutable Zeit von 10:27,90 Minuten. „Begonnen hat es mit der Verzögerung von über einer Stunde. Heute hat einfach nichts zusammengepasst. Im Rennen selber habe ich mich schon relativ schnell nicht mehr gut gefühlt – der dritte Platz bedeutet mir nicht wirklich viel, eine schnelle Zeit wäre mir deutlich lieber gewesen“, sagte Ritzel. Siegerin wurde Clara Costadura (Spiridon Frankfurt) in 9:58,69 Minuten vor Antonia Schermuly (LC Mengerskirchen,10:25,05).

Die wertvollste Zeit gelang ­Kilian Schreiner (ASC Breidenbach) über 3000 Meter. Nachdem er als hessischer Vizemeister die geforderte Norm für die Deutschen Hallenmeisterschaften von 8:20 Minuten noch ganz knapp verpasst hatte, gelang es ihm diesmal in persönlicher Bestzeit von 8:17,13 Minuten (vorher 2016: 8:18,91.). Dass solche Spitzenzeiten nur im Verbund mit wechselnder Führungsarbeit gelaufen werden können, versteht sich. Die drei Starter machten ihre Arbeit gut. Der Somalier Yonis Osman­ ­Ilyas (TV Waldstraße Wiesbaden), der Äthiopier Abdi Uya Hundesa (TSV Schott Mainz) sowie Schreiner wurden von ihren Trainern mit Zwischenzeiten gefüttert. Am Ende hatte Ilyas, der Acht-Minuten-Mann über 3000 Meter, das beste Stehvermögen und siegte in 8:15,55 Minuten vor Hundesa (8:16,63) ganz knapp, der wiederum knapp vor einem zufriedenen Schreiner lag. Mit Bestzeit von 8:17,13 Minuten und der DM-Norm kann dieser nun die am 16./17. Februar die Fahrt nach Leipzig antreten.

Im Kugelstoßen gab es für die 21-jährige Kirchhainerin Patrizia Römer hinter den Favoritinnen mit 14,97 Metern die erhoffte Bronzemedaille. Absolute deutsche Spitzenklasse zeigte im Kugelstoßring Alina Kenzel (VfL Waiblingen), die ihr Vier-Kilo-Gerät im vergangenen Jahr mehrfach über die 18-Meter-Marke befördert hatte. In der Halle stieß die 21-Jährige mit 17,83 Metern Hallenbestweite­ und übertraf damit die Norm für die Hallen-EM in Glasgow vom 1. bis 3. März.

Genz experimentiert noch

Der Stadtallendorfer Lennart Genz (Wiesbadener LV) kann, wenn er das Brett richtig trifft, locker über sieben Meter springen, was er in der vergangenen Saison auch mehrfach, mit einer Bestleistung von 7,29 Metern, gezeigt hat. In dieser Hallensaison ist er noch am experimentieren, um seine schnelle­ Anlaufgeschwindigkeit exakt auf das Brett zu bringen. Anlaufschwierigkeiten zeigte nach drei ungültigen Versuchen
Gianluca Puglisi (Königsteiner LV) und wäre bei mehr als acht Teilnehmern gar nicht in den Endkampf gekommen. Im vierten Versuch setzte er seinen Siegessprung von 7,48 Metern in die Grube.
Anders Lennard Genz, der seinen besten Versuch mit 6,85 Meter hatte und in der Endabrechnung auf Platz sechs kam. Immer noch mit Rückenproblemen kämpfte Julia Sturm (TSV Eintracht Stadtallendorf) bei der Jugend U 18 im Dreisprung, wo sie mit 10,93 Metern Platz 7 erreichte. Siegerin wurde Oladejo Fehintola (MTV Mannheim) mit 11,46 Metern.

Im 60-Meter-Sprint kam ­René Koknat (TSV Kirchhain) bis in den Zwischenlauf, wo er mit 7,11 Sekunden nicht weiterkam. Sieger im Finale wurde Patrick Doogala (MTV Mannheim) in schnellen 6,69 Sekunden.

von Helmut Schaake