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Endspurt reicht diesmal nicht zum Sieg

Basketball-Bundesliga der Frauen Endspurt reicht diesmal nicht zum Sieg

Der Auftakt der Playoffs der acht besten Vereine der Bundesliga ging für den BC Marburg daneben. Am Samstagabend setzte es in eigener Halle eine ernüchternde Niederlage gegen New Basket Oberhausen.

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Marburgs Kellindra Zackery wirft einen Korb gegen die abwehrenden Oberhausenerinnen Monique Reid (vorne) und Leonie Prudent. Lea Mersch (rechts) verfolgt die Szene.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Hoppla, das war wohl nichts! Glaubten oder hofften die meisten der etwa 700 Zuschauer in der Georg-Gaßmann-Halle bis in die Schlusssekunden noch an ein Happy-End zugunsten der Blue Dolphins, so mussten sie diesmal miterleben, wie sich die tapfer kämpfenden Gäste vom Tabellensiebten Oberhausen den Vorteil für die nächste Playoff-Partie verschafften.

Dass die Spielerinnen des BC Pharmaserv Marburg bislang vor allem in den ersten Vierteln der Führungen ihrer jeweiligen Gegner hinterherliefen, daran hat sich der geneigte Fan der Blue Dolphins bereits gewöhnt. Aber auch an das angenehme Gefühl, dass seine Lieblinge in der Regel – wenn auch nach nervenzehrenden Schlussminuten – das bessere Ende für sich davontrugen.

Das war diesmal anders. Die wesentlich besser strukturierten Gäste spielten forsch auf, wirkten präsenter als ihre Gegenüber, die sich zahlreiche technische Fehler leisteten und müder wirkten. Gleichwohl hielt sich der Rückstand mit 17:22 nach den ersten zehn Minuten noch in erträglichen Grenzen.

Im zweiten Abschnitt setzte sich das fort, was zu befürchten war. Oberhausen nahm Marburgs Maggie Skuballa aus dem Spiel und setzte sich weiter ab. Die Gäste hatten immer wieder leichtes Spiel gegen Marburgs indisponierte Abwehr, in der die verletzte Natalie Gohrke schmerzlich vermisst wurde. Und unter sowie vor dem Korb der Oberhausenerinnen offenbarten die Blue Dolphins eine erschreckende Wurfausbeute, sodass der Zehn-Punkte-Rückstand (34:44) zur Halbzeit nicht verwundern durfte. Es konnte also nur noch besser werden in den verbleibenden 20 Minuten.

Und tatsächlich präsentierte sich fortan eine andere Marburger Mannschaft. Die vermutlich energische Pausenansprache von Trainer Patrick Unger zeigte ihre Wirkung. Plötzlich arbeitete die Defense wesentlich effektiver. Oberhausen brachte nur noch ganze sieben Zähler zustande, Marburg – dank Emiko Smith, Finja Schaake und der unermüdlich rackernden Kellindra Zackery – immerhin derer 13, sodass sich der Rückstand vor dem entscheidenden Schlussviertel auf die zu überwindende Schlagdistanz von 47:51 verkürzt hatte.

Erste Führung sechs Minuten vor dem Ende

Jetzt glaubte jeder der Marburger Zuschauer an die Wende. Und die zeichnete sich ab, als nach hektischem Auftakt hüben wie drüben Ama Degbeon für die Blue Dolphins in der 32. Minute den Gleichstand erreichte. Oberhausen schien die Linie zu verlieren, als Smith sechs Minuten vor dem Ende die erste Marburger Führung (53:51) besorgte. 55:53 hieß es nach Tonisha Bakers verwandelten Freiwürfen, was Gästetrainerin Katja Zberch zum Anlass für eine Auszeit nahm, während der sie lautstark und mit hochrotem Kopf klarmachte, was ab sofort gilt. Sharon Beld wagte einen Dreier und hatte Erfolg. Oberhausen lag zwei Minuten vor der Schlusssirene wieder vorn. Marburg versuchte zu kontern, doch Skuballas Wurf jenseits der Dreierlinie sprang vom Ring des Korbes wieder ins Feld zurück, während Valerie Nainima die Gäste auf der Gegenseite nun mit 58:55 nach vorn brachte. Ganze 59 Sekunden waren noch zu spielen, als Skuballa mit ihrem Korb zum 57:59 auf Marburger Seite wieder Siegeshoffnungen keimen ließ. Aber alle Bemühungen blieben vergebens, ehe die starke Monique Reid für Oberhausen den Schlusspunkt setzte.

„Wir wollten den Sieg“, sagte Oberhausens Head-Coach Zberch. Sie sei stolz auf ihre Mannschaft. „Wir haben vor allem auf die Defense gesetzt und wollten Maggie Skuballa neutralisieren, das ist uns weitgehend gelungen.“ Jede ihrer Spielerinnen sei bereit gewesen, Verantwortung zu übernehmen. „In der zweiten Halbzeit haben allerdings wir ein wenig den Kopf verloren.“

Patrick Unger monierte vor allem die Einstellung seiner Schützlinge in der ersten Hälfte. Das habe man vor allem an der Körpersprache festmachen können. „In der zweiten Hälfte haben wir gezeigt, dass wir es können, aber in den entscheiden Phasen leider nicht gepunktet. Daraus müssen wir für das nächste Spiel in Oberhausen unsere Lehren ziehen.“

von Bodo Ganswindt

Statistik

BC Pharmaserv Marburg – New Basket Oberhausen 57:61 . (17:22, 17:22, 13:7, 10:10)

Marburg: Lisa Schwarzkopf, Maggie Skuballa 8, Emiko Smith 7, Finja Schaake 13, Ama Degbeon 4, Laura Masek, Kim Winterhoff, Tonisha Baker 8, Kellindra Zackery 17.

Oberhausen: Lea Mersch 10, Leonie Prudent 2, Sharon Beld 9, Ramona Tews 3, Christina Krick 10, Marie Isabelle Gülich 9, Valerie Nainima 2, Monique Reid 16.

Schiedsrichter: Moritz Krüper / Bastian Bänsch.

Zuschauer: 700.

  • Playoff-Viertelfinale: BC Marburg – New Basket Oberhausen 57:61, TSV Wasserburg – TV Saarlouis 68:39, Rhein-Main Baskets – ChemCats Chemnitz 61:75, Herner TC – SV Halle 71:68. Nächste Spiele in der Serie „Best of three“ am Freitag, 11. April.
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