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Elfmeter sorgen für Freud und Leid

Fußball, Hessenliga Elfmeter sorgen für Freud und Leid

Nichts wurde es für die Stadtallendorfer Eintracht mit den Big Points im Spitzenspiel: Nach 93 Minuten Dauerregen stand gegen den TSV Lehnerz ein leistungsgerechtes 2:2.

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Stadtallendorfs Kristian Gaudermann (von links) und Damijan Heuser verfolgen den Lehnerzer Pierre Mistretta. Foto: Marcello Di Cicco

Quelle: Marcello Di Cicco

Lehnerz. An der Richard-Müller-Straße bricht die Dämmerung herein. Als die Spieler der Eintracht schon enttäuscht in ihre Kabine getrottet waren, stand deren Trainer Dragan Sicaja in der Pressekonferenz Rede und Antwort. Nicht den Pressevertretern. Denn ohne jene auf Nachfragen anzusprechen, beendete Volker Bagus die illustre Gesprächsrunde.

Was seine Meinung zur Schiedsrichterleistung und zur Bespielbarkeit des tags zuvor extra von der Stadt Fulda gewalzten Rasenplatzes sei, wollte der Lehnerzer Vorstand, Fußball- und PK-Moderator zuvor von Sicaja wissen - nur von ihm, nicht von Trainerkollege Marco Lohsse. So entwickelte sich ein schon fast amüsantes Frage-Antwort-Spiel, das eine Vorgeschichte hatte.

Im Vorfeld hatte sich Sicaja gegenüber der OP lediglich darüber verwundert gezeigt, dass die Eintracht vom Gastgeber nicht frühzeitig darüber informiert worden war, dass nicht auf dem benachbarten Kunstrasen gespielt werden soll. Dass der Verein aus dem Fuldaer Stadtteil die Platzwahl - wie Bagus verriet - als taktisches Mittel nutzen wollte, störte Sicaja nicht, denn: „Jeder schaut, wo er seinen Vorteil hat. Ich hätte auch nicht anders entschieden. Es war ein gutes Spiel auf einem guten Platz“, räumte Sicaja ein.

Als „sicherlich kein Heimschiedsrichter“ hatte Bagus kurz zuvor den bis auf wenige Ausnahmen gut leitenden Simon Heß (Heppenheim) bezeichnet, der nach der Pause - meist zurecht - acht Gelbe Karten verteilte und von den Rängen mit „Schieber“-Rufen verschmäht wurde, als er dem im Strafraum zu Fall gekommenen Marcel Trägler einen Elfmeter verwehrt hatte.

Sicaja nimmt Schiri in Schutz

Bagus‘ Spitze gegen den Unparteiischen nahm Sicaja aber nicht auf: „Ich bin nicht hier, um die Schiedsrichterleistung zu beurteilen. Die Jungs machen Fehler - genau wie wir. Ich unterstelle da aber niemandem Absicht.“ Zumal - wie Sicaja feststellte - weder der Referee noch das tiefe, aber gut bespielbare Geläuf über den Ausgang der Partie entschied, sondern vielmehr die individuellen Fehler auf beiden Seiten.

In einem intensiven Duell auf Augenhöhe hatte Lehnerz bis zum Kabinengang ein Chancenplus, Tore schossen aber zunächst nur die den Gegner früh anlaufenden Herrenwälder: Nach einem Foul von Kemal Savan am gut aufgelegten Laurin Vogt im 16er verlud Erdinc Solak Keeper Benedikt Kaiser vom Punkt zur 1:0-Führung der Gäste (16.). Nach schöner Vogt-Flanke legte Del-Angelo Williams, an dem Sarvan diesmal nicht nah genug dran war, nur 120 Sekunden später per Kopfball nach.

„Wir waren in der ersten Halbzeit das spielerisch bessere Team, sind aber eiskalt erwischt worden. Ich habe in der Halbzeit angesprochen, dass das Spiel noch mal heiß wird, wenn wir ein Tor machen“, verriet Lohsse. Und so kam es auch. Über die linke Abwehrseite, die bei Lehnerz wie bei der Eintracht der wunde Punkt war, tankte sich Trägler durch und wurde von Arifi im Strafraum ungestüm zu Fall gebracht; Alexander Reith bedankte sich mit dem Anschlusstreffer (64.). „Dass der Gegner noch ein Punkt geholt hat, hat er mir zu verdanken“, ordnete Arifi die Situation selbstkritisch als Initialzündung für die Platzherren ein.

In einer von beiden Teams offensiv geführten Schlussphase traf Alexander Scholz nach einer Flanke vom rechten Flügel von David Wollny zum 2:2-Endstand für das ab der 78. Minute mit einer Dreierkette und zwei Spitzen agierende Lehnerzer Team (86.), auf das die Sicaja-Elf im zweiten Durchgang weniger Zugriff hatte und das damit zu Hause weiter ungeschlagen bleibt. „Eine etwas erfahrene Mannschaft hätte den Sieg nach Hause gebracht“, meinte Sicaja, der nach seinen launigen Abschlussworten „2:2 - alles ist gut, ein schönes Wochenende!“ den Applaus und die Lacher der Zuhörer erntete.

 
Statistik

Tore: 1:0 Erdinc Solak (16., FEM), 2:0 Del-Angelo Williams (18.), 2:1 Alexander Reith (64., FEM), 2:2 Alexander Scholz (86.).

Lehnerz : Kaiser - Pecks (77. Wollny), Kress, Sarvan, Odenwald - Scholz, Schaaf (46. Herr) - Mistretta, Reith, Tusha - von der Burg (66. Trägler).

Stadtallendorf: Vincek - Dinler, Vier, Vidakovics, Gaudermann - Arifi, Bartheld - Heuser (70. O. Yildirim), Solak, Vogt (83. Ademi) - Williams.

Schiedsrichter: Simon Heß (Heppenheim).

Gelbe Karten: Schaaf, Herr, Kress, Trägler, Pecks, Sarvan / Gaudermann, Arifi, Ademi.

Zuschauer: 150.

Beste Spieler: Schaaf, Trägler / Vogt, Gaudermann.

von Marcello Di Cicco

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