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Eintracht muss Aufstieg wohl abhaken

Fußball-Hessenliga Eintracht muss Aufstieg wohl abhaken

Binnen nicht einmal 60 Sekunden drehte der FSC Lohfelden im Verfolgerduell einen 0:1-Rückstand gegen eine starke Stadtallendorfer Eintracht, die sich den herben Dämpfer im Aufstiegskampf selbst einbrockte.

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Enttäuschung pur: Del-Angelo Williams verpasste mit Stadtallendorf eine große Chance im Aufstiegsrennen.

Quelle: Thorsten Richter

Stadtallendorf. Als Adrian Bravo-Sanchez in der 89.Minute den 3:1-Endstand aus Sicht der Gäste markierte, leerten sich die Sitz- und Stehplatzreihen im Herrenwaldstadion schlagartig. Für Anhänger, Funktionäre und Spieler der Eintracht war das dritte Gegentor der traurige Höhepunkt eines Spieltages, an dem für Stadtallendorf lange alles nach Plan gelaufen war.

Denn weil sich Rot-Weiß Frankfurt und Teutonia Watzenborn-Steinberg tags zuvor mit 1:1 getrennt hatten, hätte die Eintracht mit einem Sieg den Abstand zum Spitzenduo auf zwei beziehungsweise einen Punkt verkürzen können. 72 Minuten lang sprach vieles dafür: Mit der 1:0-Führung im Rücken, die der bärenstarke Del-Angelo Williams nach einem blitzschnellen Konter nach einem Eckball erzielt hatte (26.), kontrollierten die Platzherren das Spiel.

Lob von Trainer trotz verpasster Chancen

„Man muss die Mannschaft dafür loben, wie sie Fußball gespielt und Tempo vorgelegt hat“, sagte TSV-Coach Dragan Sicaja, „aber wir haben vergessen, aus tausenden von Chancen die Tore zu machen. Dann schenken wir dem Gegner zwei Tore. Das war Wahnsinn.“

Nicht einmal 60 Sekunden benötigten die bis dahin unterlegenen Nordhessen, um durch zwei Einwechselspieler die unterhaltsame Partie zu drehen.Als Ceyhun Dinler über den Ball trat, stand René Huneck am Fünf-Meter-Raum goldrichtig und traf zum Ausgleich (72.). Nur Sekunden später nutzte Daniel Beyer die Schockstarre der Gastgeber, um den FSC nach einer Flanke vom linken Flügel mit einem Flachschuss ins lange Eck in Führung zu bringen.

„Wenn du die Tore nicht machst, kannst du kein Spiel gewinnen“, stellte FSC-Trainer Otmar Velte fest, der „mehrere Spieler“ ersetzen und kurz vor der Partie zwei Akteure vom Spielbericht streichen musste, „weil deren Pässe nicht da waren. Da ist uns ein Missgeschick passiert“, verriet er.

Eintracht hatte hochkarätige Möglichkeiten

Seine Elf konnte sich glücklich schätzen, nach 70 Minuten nur mit 0:1 zurückzuliegen. Denn durch Williams (19., 37.) und Ufuk Yildirim (24.) kam die tonangebende Eintracht vor dem Kabinengang zu hochkarätigen Einschussmöglichkeiten. FSC-Keeper André Schreiber parierte (auch nach dem Seitenwechsel) jedoch mehrmals großartig - genau wie sein Gegenüber Florian Säglitz, der den Gästen die erste gute Torchance des Spiels ermöglichte, als er eine Flanke unterlief (3.).

Nach einem Foul von Muhamet Arifi an Bravo-Sanchez im Strafraum roch Säglitz die Ecke, parierte den Strafstoß des blassen Goalgetters Serdar Bayrak (32.) und glänzte noch vier weitere Male mit starken Paraden (34., 43., 71., 85.).

Gegen Warzenborn-Steinberg hilft nur ein Sieg

Im zweiten Durchgang drängte die Sicaja-Elf weiter auf die Vorentscheidung und kam auch in die gefährlichen Räume. In entscheidenden Aktionen agierte der engagiert aufspielende TSV aber nicht zwingend, genau oder clever genug - und wurde dafür bestraft. „Dieser jungen Mannschaft fehlt jemand, der weiß, wie man eine Situation beruhigt oder der mal ein taktisches Foul macht. Ich suche aber nicht nach Ausreden. Wir haben diesen Weg bewusst gewählt“, sagte Sicaja.

Seinem Team hilft kommende Woche bei Tabellenführer Watzenborn-Steinberg nur ein Sieg, um in den danach verbleibenden zwei Partien den Druck auf das Spitzenduo aufrechtzuerhalten. „Mir tut es für die Jungs unglaublich leid, denn wir waren auf dem besten Weg, den Schwung mit ins Spiel gegen Watzenborn zu nehmen. Wir werden in den letzten drei Spielen aber noch mal alles geben“, gab sich der Eintracht-Trainer kämpferisch.

Statistik

Eintracht Stadtallendorf - FSC Lohfelden 1:3 (1:0)

Tore: 1:0 Del-Angelo Williams (26.), 1:1 René Huneck (72.), 1:2 Daniel Beyer (73.), 1:3 Adrian Bravo-Sanchez (89.).

Stadtallendorf: Säglitz - Dinler, Saighani, Yildirim, Richardt (79. Tega) - Arifi (60. Pllana), Bartheld - Döringer (69. Ademi), Solak, Vogt - Williams. Lohfelden: Schreiber - Keßebohm, Latifi, Petrukhin, Blahout - D’Agostino - Matys (46. Beyer), Bravo-Sanchez, Weingarten, Bayrak (62. Kühne) - Simons (46. Huneck). Schiedsrichter: Mirko Radl (Gernsheim). Gelbe Karten: Arifi, Williams, Dinler / Bayrak, Schreiber, Huneck. Zuschauer: 300. Bes. Vorkommnis: Säglitz (Stadtallendorf) pariert FEM von Bayrak (32.). Beste Spieler: Säglitz, Williams, Dinler, Solak / Schreiber, Keßebohm.

von Marcello Di Cicco

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