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Lokalsport Eintracht knickt nach Traumstart ein
Sport Lokalsport Eintracht knickt nach Traumstart ein
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00:18 26.08.2018
Stadtallendorfs Wessam Abdel-Ghani (hinten) im Zweikampf gegen den Freiburger Niklas Hoffmann. Die Eintracht unterlag der Bundesliga-Reserve gestern Abend mit 1:2.  Quelle: Thorsten Richter
Stadtallendorf

Im Herrenwaldstadion läuft die Nachspielzeit, als Schiedsrichter Fabian Knoll in die Hosentasche greift. Es ist der Moment, in dem jedem der 1 632 Zuschauer klar wird: Die Eintracht wird heute leer ausgehen. Knoll zeigt Stadtallendorfs Stürmer Felix Nolte die Rote Karte für ein Frustfoul an der Strafraumkante.

Dort hatte Nolte kurz zuvor Freiburgs Christoph Daferner mit gestrecktem Bein abgegrätscht. „Ich glaube, Gelb hätte auch ­gereicht“, sagt Eintracht-Trainer Dragan Sicaja später und bestätigt damit den ersten Eindruck von der Tribüne. Kurz nach dem Platzverweis für Nolte ist dann jedenfalls auch Schluss, Stadtallendorf muss sich mit 1:2 ­geschlagen geben.

„Wir waren heute mit dem Kopf nicht 100 Prozent dabei. Und dann reicht das in der Regionalliga nicht“, erklärt Sicaja nach dem Schlusspfiff. Dabei hätte die Partie für seine Mannschaft eigentlich gar nicht besser beginnen können: Nach 90 Sekunden foulte Angelo Rinaldi im Strafraum Eintracht-Mittelfeldmann Wessam Abdel-Ghani, sofort zeigte Schiri Knoll auf den Punkt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Ceyhun Dinler, der genau wie Kapitän Kevin Vidakovics nach Sperre wieder in die Mannschaft gerückt war, sicher zum 1:0 für die Haus­herren.

Tore: 1:0 Ceyhun Dinler (3./FEM), 1:1 David Nieland (39.), 1:2 Christoph Daferner (53.).

Die Eintracht, bei der Stürmer Mihovil Geljic wieder von Beginn an ran durfte und Felix Nolte zunächst mal eine Pause bekam, hatte danach Oberwasser. Sie machte früh Druck auf den Spielaufbau der Freiburger, die damit spürbar Probleme hatten. „Stadtallendorf ist ­eine Mannschaft, die arbeitet bis zum Ende“, erkannte Freiburgs Co-Trainer Uwe Staib an, „wenn du da nur einen Zentimeter weniger läufst, dann hast du hier keine Chance.“

TSV Eintracht Stadtallendorf: Vincek – Gaudermann, Baltic, Vidakovics, Dinler – Arifi (62. Zildzovic), Abdel-Ghani, Döringer, Wolf, Celik (62. Solak) – Geljic (62. Nolte).

SC Freiburg II: Frommann – Busam (84. Bohro), Fellhauer, Hoffmann, Okoroji – Banovic, Rüdlin, Roth (71. Torres), Rinaldi – Daferner, Nieland (77. Schmid).

Schiedsrichter: Fabian Knoll (Kleinott­weiler). 

Zuschauer: 1 632. 

Rote Karte: Nolte (Stadtallendorf, 90.+2/grobes Foulspiel). ­Gelbe Karten: Wolf, Geljic – Hoffmann, Busam. 

Beste Spieler: Vidakovics, Wolf – Banovic, Daferner.

Nach etwa einer halben Stunde kamen die Breisgauer aber besser ins Spiel und hatten auch Chancen. Zunächst rettete Eintracht-Keeper Hrvoje Vincek noch stark nach einem Kopfball von SCF-Kapitän Ivica Banovic. In der 39. Minute war er dann aber komplett machtlos, als David Nieland mit einem tollen Schuss aus gut 20 Metern genau unter die Latte und damit zum 1:1 traf. „Es hat mich geärgert, dass die Jungs nach dem 1:0 nicht weiter Druck gemacht haben“, so Sicaja. Mit dem 1:1 ging es dann auch in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel aber zunächst das gleiche Bild: Freiburg II im Vorwärtsgang. In der 53. Minute durften die Gäste wieder jubeln, und wieder war es ein schönes Tor. Christoph Daferner brachte eine Flanke per Direktabnahme im Stadtallendorfer Tor unter. Sicaja reagierte darauf: Er wechselte dreimal auf einen Streich, brachte Nolte, Erdinc Solak und Amar Zildzovic.

„Da hatten wir wieder eine ganz andere Körpersprache, aber das kam zu spät“, so der Trainer. Freiburg II stand in der Defensive sehr stabil, nur einmal wurde es noch richtig gefährlich: In der 79. Minute traf Felix Nolte den Pfosten.

von Yanik Schick