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Eintracht ist gnädig mit Seligenstadt

Fußball-Hessenliga Eintracht ist gnädig mit Seligenstadt

Nach dem 2:0-Erfolg gegen die Sportfreunde Seligenstadt führt Eintracht Stadtallendorf punktgleich mit Hessen Dreieich und dem TSV Lehnerz die Hessenliga-Tabelle an.

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Nicht nur in diesem Zweikampf Sieger: Der Stadtallendorfer Del Angelo Williams (links) gegen Seligenstadts Jan Hertrich.

Quelle: Miriam Prüßner

Stadtallendorf. In der 36. Spielminute platzte Eintracht-Trainer Dragan Sicaja der Kragen. Nicht wegen des Spiels seiner Mannschaft, auch nicht wegen einer Entscheidung des Unparteiischen Christoph Rüben (Kassel) - denn der leitete die Begegnung geradezu fehlerfrei. Auf der Ersatzbank der Gastgeber geht es gerade hektisch zu. Für den verletzten Daniel Vier, der bereits das Spielfeld verlassen hat, soll Kevin Bartheld sein Comeback geben. Doch wo ist sein Trikot? Am Körper trägt er es nicht, und auch unter den Sitzen findet es sich nicht. Ersatzspieler Valon Ademi ist es schließlich, der das begehrte Bekleidungsstück herbeiholt und damit die amüsante Posse beendet.

Wonach die Eintracht vor etwa 250 Zuschauern nicht suchen musste, war nach ihrer Form. Seriös trat die Heimelf auf, zeigte sich lauf- und zweikampfstärker sowie spielerisch klar besser als der Gast, dem man insbesondere bis zur Mitte des ersten Durchgangs anmerkte, dass ihm das Mittwochspiel noch in den Knochen steckte. „Wir waren behäbig. Ich hatte das Gefühl, dass wir immer einen Schritt langsamer waren. Klar kann das Spiel gegen Ederbergland ein Grund dafür sein - trotzdem hatte ich mehr erwartet“, gestand Sportfreunde-Coach Lars Schmidt.

Und sein Trainerkollege Dragan Sicaja? „Heute gibt es nicht viel zu sagen: Die Jungs haben super Gas gegeben“, lobte der Kroate, dessen Team bereits nach acht Minuten in Führung ging: Eine Freistoßflanke von Erdinc Solak bugsierte Seligenstadts Innenverteidiger Michele Piarulli vor dem am langen Pfosten lauernden Ceyhun Dinler unglücklich ins eigene Tor. Schmidt: „Wir wollten eine enge Zone herstellen und dort aggressiv arbeiten. Mit dem Eigentor haben wir uns letztlich das Leben selbst schwer gemacht.“

Pressing und Gegenpressing

Das Leben machte sich aber auch die stark aufspielende Eintracht schwer, die die Gäste zwar im Pressing und Gegenpressing immer wieder zu Fehlern zwang und so meist die Richtung vorgab. Geradezu fahrlässig gingen die Herrenwälder aber ab der 40. Minute mit hochkarätigen Tor- und Konterchancen um. „Wir haben von der ersten Minute an überragend gespielt. Was aber gefehlt hat, war, dass wir die Tore machen. Denn so ein Spiel kann auch kippen“, wusste Bartheld.

Während Solak (52.), Damijan Heuser (63.) und Bartheld (81.) nur die Latte beziehungsweise den (Außen-)Pfosten trafen, Dominik Völk (41.), Del-Angelo Williams (70.) und Okay Yildirim (84.) das Tor verfehlten, fanden die teils völlig frei aus guter Position zum Schuss gekommenen Solak (40.), Heuser (40.), Muhamet Arifi (49.), Del Angelo Williams (66.), Bartheld (72.) und Okay Yildirim (77.) im sehr gut aufgelegten Gästekeeper Daniel Duschner ihren Meister.

„Inzwischen schreibe ich den Namen (Daniel Duschner; Anmerkung der Redaktion), ohne nachzugucken“, informierte der verletzte TSV-Mittelfeldspieler Jascha Döringer, der mit Nikol Gröning Stadionsprecher Giselher Pontow vertrat, in der 80. Minute in seinem unterhaltsamen Liveticker zu der sehr fairen Partie. „Mit dem 0:2 waren wir noch gut bedient. Viele Bälle haben wir dem Gegner aufgelegt. Stadtallendorf war so kulant und hat wenig daraus gemacht“, atmete Schmidt auf.

Einmal blieben die Gastgeber aber doch noch kaltschnäuzig: Als Jan Hertrich den gerade eingewechselten Okay Yildirim im 16er foulte, besorgte Solak vom Punkt den 2:0-Endstand (69.). Ein Lichtblick an einem verregneten Nachmittag, waren es in der Vergangenheit doch gerade die Elfmeter, bei denen der TSV Nerven zeigte.

von Marcello Di Cicco

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