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Eintracht dreht das Spiel binnen drei Minuten

Fußball, Hessenliga Eintracht dreht das Spiel binnen drei Minuten

Licht und Schatten zeigte Eintracht Stadtallendorf gegen Flieden, das eine 2:0-Führung verspielte. Den Herrenwäldern gelang derweil der vierte Sieg in Folge.

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Stadtallendorfs Ceyhun Dinler (rechts) gegen Fliedens Andre Leibold. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. "Regionalliga!“ tönte Stadtallendorfs Kevin Schudy spaßeshalber nach dem Abpfiff, als er in Richtung der Kabinen ging. Der vierte Dreier in Folge: Er war gleichzeitig ein moralischer Erfolg, der Laune machte. Dabei war nach den ersten 45 Minuten weder Spielern, Verantwortlichen noch Anhängern der Eintracht zum Lachen zumute - im Gegenteil.

Die im Vergleich zur Vorwoche auf drei Positionen umgestellte Heimelf, die ohne „gelernten“ Stürmer begann, leistete sich im Spielaufbau einen Fehler nach dem anderen. Mal wurde der Ball leichtfertig vertändelt, mal landeten einfache Pässe beim Gegner, auf dessen Seite insbesondere das Topstürmer-Duo Fabian Schaub/Sascha Gies die Eintracht-Abwehr immer wieder vor arge Probleme stellte. „Das erste Gegentor war symptomatisch für unsere erste Halbzeit. Es fehlte die letzte Konsequenz“, monierte TSV-Trainer Dragan Sicaja.

Nach einem Rückpass waren sich Kevin Bartheld und Keeper Florian Säglitz an der Strafraumgrenze uneins, wer den Ball spielt; Schaub war der lachende Dritte und spitzelte das Leder ins leere Tor (15.). „Dieses Gegentor müssen sich beide Spieler ankreiden lassen“, sagte Sicaja, der knapp zehn Minuten später ein zweites Mal vor Verärgerung aufs Spielfeld stürmte.

„Diese Linie muss zu sein“, schrie Ariel Szymanski, der im selben Atemzug den von Schaub eingeleiteten Konter mit einer Grätsche an der linken Außenbahn aber nicht mehr verhindern konnte. Dennis Nuspahic vollstreckte nach Vorarbeit von Gies schließlich zum 2:0 für die Osthessen (26.), die zuvor an Säglitz gescheitert waren (17., 20.).

„Wenn du solche Gegentore kassiert, beginnst du nachzudenken. Dann haben wir ständig ‚klein-klein‘ gespielt, ohne einen Meter zu gewinnen und uns dumm angestellt - dümmer ging es nicht“, meinte Sicaja, dessen Elf aber beherzt weiterarbeitete. Nach einem Eckball belohnte Raul Guzu die Gastgeber per Kopf mit dem Anschlusstreffer (43.), auf den nach dem Wiederanpfiff ein Spektakel folgen sollte.

Als es dreimal schnell ging, glich Vogt zunächst aus (63.), ehe selbiger 120 Sekunden später per Nachschuss seine Mannen erstmals in Führung brachte. Als wiederum zwei Minuten später der eingewechselte Del-Angelo Williams, der das Offensivspiel der Gastgeber spürbar belebte, nach Vorlage des starken Dominik Völk auf 4:2 erhöhte, wurde Gästetrainer Martin Hohmann erstmals laut. „Wann wollt ihr euch denn mal wehren?“, stauchte er seine Schützlinge zusammen, die in dieser Phase den Faden völlig verloren - nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit.

„Das Halbzeitergebnis war schon falsch. Wir hatten viele Konterchancen, mit denen wir ein drittes Tor hätten machen müssen“, monierte Hohmann, der mit dem Wiederanstoß zwar zufrieden war, aber: „Dann hatten wir wieder unsere berühmte Viertelstunde, in der wir nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren und nichts mehr fürs Spiel tun“, haderte der Buchonia-Coach.

In einer sehenswerten, weil flotten Schlussphase rettete Oliver Richardt auf der Torlinie (72.), ehe Kevin Vidakovics mit Gelb-Rot vom Platz flog (90.) und Nuspahic per Foulelfmeter noch auf den 3:4-Endstand verkürzte (90. + 2).

„Dass wir nach einem 0:2 noch zurückkommen, zeugt von der Geschlossenheit der Mannschaft und davon, dass wir zusammengewachsen sind“, befand Eintracht-Innenverteidiger Raul Guzu, der von der Leistung der Eintracht im zweiten Abschnitt besonders angetan war: „Wir wussten, dass der Gegner nach drei Niederlagen aus den vergangenen vier Spielen etwas verunsichert ist. Dass er einbrach, kam uns zugute. Wir haben aber auch eiskalt umgeschaltet - mit Querpässen über außen. Das spricht für uns.“

Tore: 0:1 Fabian Schaub (15.), 0:2 Dennis Nuspahic (26.), 1:2 Raul Guzu (43.), 2:2, 3:2 Laurin Vogt (63., 65.), 4:2 Del-Angelo Williams (67.), 4:3 Nuspahic (90. + 2, FEM).

Stadtallendorf: Säglitz - Schudy (84. Wellner), Guzu, Szymanski, Richardt - Bartheld, Arifi (89. Erben) - Dinler (59. Williams), Völk, Vogt - Vidakovics.

Flieden: L. Hohmann - N. Hohmann, Bartel, Ruhl, Heil (70. Müller) - Leibold, Drews, Nuspahic, Rumpeltes (80. Ankert) - Gies, Schaub.

Schiedsrichter: Abdelkader Boulghalegh (Haßloch). Gelb-Rote Karte: Kevin Vidakovics (90., Stadtallendorf). Gelbe Karten: Szymanski / Heil. Zuschauer: 200. Beste Spieler: Schudy, Völk, Vogt / Schaub, Gies, Nuspahic.

von Marcello Di Cicco

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