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Eintracht blamiert sich beim Aufsteiger

Fußball-Hessenliga Eintracht blamiert sich beim Aufsteiger

Vor allem eine desolate zweite Hälfte bescherte Eintracht Stadtallendorf die erste Saisonniederlage. Für den SV Steinbach war der 6:2 (2:1)-Erfolg der erste Hessenliga-Sieg der Vereinsgeschichte.

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Stadtallendorfs Valon Ademi (rechts) ist am Ball, Steinbachs Sebastian Bott will ran ans Spielgerät. Die Eintracht verlor beim SV mit 2:6.

Quelle: Marcello Di Cicco

Steinbach. „Das war eines der enttäuschendsten Spiele, seit ich Trainer in Stadtallendorf bin“, gab Eintracht-Coach Dragan Sicaja nach einem schwachen Auftritt seiner Elf ein Einblick in sein Seelenleben.

„Das waren nicht meine Jungs, die ich kenne. Ich nehme das aber auf meine Kappe. Mir ist es nicht gelungen, die Mannschaft auf den richtigen Punkt zu bringen, dass sie hier hundert Prozent gibt. Die Gründe weiß ich nicht. Ich muss mir Gedanken machen, ob ich vielleicht falsch aufgestellt habe“, stieß der Kroate auch selbstkritische Töne an.

Ein anderer konnte derweil nach dem Spiel noch nicht so recht fassen, was gerade passiert war: Karl Josef Müller. Hätte dem Steinbacher Coach jemand zuvor gesagt, dass der Club aus dem osthessischen 1300-Seelen-Ort bereits nach 55 Minuten als sicherer Sieger feststehen würde, „dann hätte ich gesagt: ‚Du hast keine Ahnung!‘“, hatte Müller gut lachen. „Gegen so eine körperlich weitaus überlegene Mannschaft war es wichtig, dass wir den Gegner vom Tor weghalten und wenige Standardsituationen zulassen“, stellte er fest.

FSV Schröck TSG Wieseck Trainer Schröck Thomas Brunet : Foto / Michael Hoffsteter

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Apropos Standards: Sie waren diesmal die Achillesferse des TSV, der nach dem Seitenwechsel zwei Kopfballgegentore nach Eckbällen kassierte (52., 65.). „Vier Tore haben wir dem Gegner vorgelegt. Bei drei, vier Standardsituationen haben wir wie Kinder, wie A-Jugendliche verteidigt“, sparte Sicaja nicht an Kritik für seine Elf, die im ersten Durchgang zwar mehr Ballbesitz und - unter anderem durch einen von SV-Keeper Marco Motzkus klasse parierten Schuss von Erdinc Solak aus kurzer Distanz (34.) - auch gute Offensivaktionen hatte, diese aber nicht nutzte und einen zweikampfstarken Gegner regelrecht dazu einlud, seine zwei einzigen Torchancen zu nutzen.

„Wir hatten eine ziemliche Effizienz im Abschluss“, stellte Müller fest, „so was erarbeitet man sich einfach, wenn man gut im Spiel ist“, wollte der SV-Übungsleiter den deutlichen Sieg nicht nur den Fehlern des Gegners zuschieben. Doch gerade die waren es, die den Gästen nach dem Kabinengang zum Verhängnis wurden.

Sicaja: 50, 60 und 70 Prozent reichen in der Hessenliga nicht

Die Eintracht war mit Wiederanpfiff völlig von der Rolle. Die TSV-Elf wirkte verunsichert, ließ elementare Tugenden wie Lauf- und Einsatzbereitschaft vermissen und sich vom Gegner phasenweise vorführen. Hinzu kam, dass haarsträubende (individuelle) Fehler zu Gegentoren führten. Binnen drei Minuten erhöhten die Gastgeber auf 4:1 (52., 55.). Da half es auch nichts, dass der inzwischen an der Seitenlinie ungewohnt wortkarge Sicaja bereits in der 60. Minute sein Wechselkontingent ausgeschöpft hatte. „Wenn man mit 50, 60, 70 Prozent spielt, hat man gegen keinen Gegner in dieser Liga eine Chance“, monierte Sicaja, von dessen Schützlingen einzig Außenverteidiger Kristian Gaudermann Normalform erreichte.

Von der Ersatzbank der Stadtallendorfer aus verfolgte Hrvoje Vincek das Debakel. Der 26-jährige Keeper hat bei der Eintracht einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben. Der Kroate spielte bis Ende vergangener Runde für Hessenliga-Absteiger SpVgg Oberrad und davor bei NK Rudes in der zweiten kroatischen Liga. Nach Hakki Celik und Ivan Jakovljevic (die OP berichtete) ist Vincek der dritte Spieler, der sich der Eintracht seit dem ersten Spieltag angeschlossen hat.

von Marcello Di Cicco

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