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Lokalsport Die Eintracht zieht’s in den Kraichgau
Sport Lokalsport Die Eintracht zieht’s in den Kraichgau
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00:17 12.11.2018
Einsatz und Leidenschaft – so wie hier gegen Ulms Torschützen Michael Schindele (vorn) – sollen Laurin Vogt und die Eintracht auch am Sonntag in Hoffenheim zeigen. Quelle: Thorsten Richter
Stadtallendorf

Zehnmal und damit so häufig wie kein anderes Team hat die Stadtallendorfer Eintracht verloren, zwölf und damit so wenige Tore wie kein anderer Ligakonkurrent hat der TSV geschossen. Den Kopf steckt man bei den Herrenwäldern aber auch nach der jüngsten 0:1-Niederlage gegen den SSV Ulm nicht in den Sand.

„Wir stecken sowieso im Abstiegskampf. Jedes Spiel müssen wir uns neu motivieren. Egal, ob wir gewonnen oder verloren haben: Wir müssen jedes Spiel mit der gleichen Motivation angehen“, forderte Stadtallendorfs Kristian Gaudermann nach dem Ulm-Spiel und räumte ein, dass nach der vorangegangen Klatsche gegen den direkten Konkurrenten FC Astoria Walldorf (1:4) „für viele ein Denkanstoß startete“, dass sich die Erkenntnis durchsetzte, „dass jeder mehr machen muss“. Allein es reichte nicht gegen die Schwaben.

Hoffenheimer U 23 auch nicht bester Laune

„Wichtig ist, dass wir an unsere Grenzen gegangen sind“, hält Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja fest. Dem Übungsleiter fielen die „vielen falschen Entscheidungen“ auf, die seine Mannen im Spiel nach vorne trafen. „Wir tun uns allgemein schwer“, weiß der Coach und nennt exemplarisch Stürmer Felix Nolte, der sich stets aufreibt, allerdings immer noch auf sein erstes Regionalliga-Tor wartet. „Mittlerweile ist es bei ihm ein Kopfproblem“, glaubt Sicaja – und hofft, dass bei dem vor der Saison vom FC Ederbergland gekommenen Angreifer bald der Knoten platzt.

Doch nicht nur bei den Herrenwäldern, auch bei der Hoffenheimer U 23 könnte die Laune vor dem Hinrunden-Ausklang besser sein: Die Mannschaft von Trainer Marco Wildersinn kassierte vergangene Woche ein 0:5 beim amtierenden Meister 1. FC Saarbrücken. Mit fünf Toren Unterschied hatte „Hoffe zwo“ noch nie ein Regionalligaspiel verloren seit dem Aufstieg in der Saison 2009/2010. „Das war definitiv ein Rückschritt“, gesteht Wildersinn, der seine Elf nach der vorangegangen Partie gegen den SC Freiburg II (0:0) noch für ihre Defensivstabilität gelobt hatte.

„Betrachtet man die Anzahl unserer Gegentore (27, Anmerkung der Redaktion) muss man feststellen, dass dieses Spiel kein Ausrutscher war“, beklagt der 38-Jährige. Mehr Gegentreffer hat nur die „Zweite“ des VfB Stuttgart kassiert (29). Dafür hat aber auch kaum ein anderes Team häufiger getroffen als die Kraichgauer (29). Nur der SV Waldhof Mannheim (40), der 1. FC Saarbrücken und Kickers Offenbach (beide 32) durften bisher häufiger jubeln.

Sicaja hofft auf Rückkehr von Wolf, Vidakovics und Sawaneh

Wildersinn schließt allerdings nicht aus, dass er seine Startformation nach dem 0:5-Debakel verändert: „Wie sich der Kader zusammensetzt, kann ich noch nicht sagen.“ Nicht nur, weil – wie beim letzten Gastspiel in Stadtallendorf (damals etwa Felix Passlack) – Spieler aus dem Bundesliga-Kader dabei sein könnten, sondern auch, weil Wildersinn unter der Woche in Domenico Alberico und Alfons Amade zwei seiner Schützlinge für das Auswärtsspiel der eigenen U 19 in der Uefa Youth League abstellte, die erst gestern aus Lyon zurückgekehrt sind.

„Bei zweiten Mannschaften weißt du nie, wo du dran bist. Diese Mannschaften sind gerade fußballerisch und taktisch sehr gut ausgebildet. Wille, Leidenschaft und Zweikampfverhalten müssen unsere Trümpfe sein“, fordert der TSV-Übungsleiter, der die auf die Partie folgende zweiwöchige Spielpause herbeisehnt. „Kevin Vidakovics und Alieu Sawaneh dürften danach wieder dabei sein“, hofft Sicaja auf eine mittelfristige Rückkehr seiner Innenverteidiger. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Flügelspieler Yannick Wolf, der sich gegen Ulm eine Sprunggelenksverletzung zuzog und zuletzt nur Lauftraining absolvierte. „Sein Ausfall hat uns richtig wehgetan“, sagt Sicaja, der mit Blick auf die Tabelle feststellt: „Mit fünf, sechs Punkten sind wir wieder im Geschäft.“

Der TSG-Coach muss auf die langzeitverletzten Tim Wöhrle (Wadenbeinbruch), Tim Hüttl (Kreuzbandriss) und Isa Dogan (Schulterverletzung) verzichten. Auch Corey Lee Anton und Rui-Jorge Monteiro-Mendes (beide Kniebeschwerden) sind laut Wildersinn „noch nicht fit“. Nicht mehr im Kader bei den Kraichgauern steht der gebürtige Alsfelder Johannes Bühler. „Wir haben uns vor der Saison in beiderseitigem Einvernehmen getrennt, damit er seinen nächsten Schritt in der
2. oder 3. Liga machen kann“, verrät Wildersinn. Zwar spielte der 21-Jährige in dieser Saison bei den Zweitligisten SV Darmstadt 98 und Holstein Kiel vor, einen Vertrag erhielt er aber nicht. Derzeit hält sich Bühler wieder bei „Hoffe zwo“ fit.

von Marcello Di Cicco