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Lokalsport Eintracht will nicht in Hetik verfallen
Sport Lokalsport Eintracht will nicht in Hetik verfallen
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00:17 07.10.2018
Immer ein Vorbild in Sachen Einsatzbereitschaft: Stadtallendorfs Kevin Vidakovics (rechts, im Spiel gegen Kickers Offenbach). Wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade wird der Kapitän mindestens zwei Wochen ausfallen. Quelle: Nadine Weigel
Stadtallendorf

Ja, es wurde Tacheles geredet unter der Woche beim TSV Eintracht Stadtallendorf. Vorstand, Trainerteam und Mannschaft tauschten sich nach der enttäuschenden 0:4-Pleite beim direkten Konkurrenten VfR Wormatia Worms aus, denn: „Die Jungs wissen, dass diese Leistung nicht das Wahre war“, sagt Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja, dessen Kapitän Kevin Vidakovics die Probleme auf den Punkt bringt: „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, haben keine Leidenschaft gezeigt. Wenn du das nicht machst, wird es für uns ganz schwer in dieser Liga.“

Leidenschaft, Einsatz, Zusammenhalt – genau diese Tugenden waren es in der Premierensaison, die das möglich machten, woran viele nicht geglaubt hatten und sind es, wenn wieder das gelingen sollte, was mindestens genauso schwer werden dürfte wie noch vergangene Spielzeit: der Klassenverbleib. „Wir müssen uns wieder auf die grundlegenden Dinge fokussieren, mit den Basics anfangen“, fordert Vidakovics – auch wenn er gegen den FC Homburg nicht selbst mit gutem Beispiel vorangehen kann.

Keine Rücksicht auf Personalien

Zum Abschluss des Trainings am Mittwoch verletzte sich der „Capitano“. Diagnose: ein Muskelfaserriss in der linken Wade. Ausfallzeit: zwei Wochen, vielleicht sogar drei. Nur gut, dass Routinier Daniel Vier wohl wieder mitwirken kann. „Ihn brauchen wir als Persönlichkeit“, sagt Sicaja. Ob Keeper Hrvoje Vincek (muskuläre Probleme) dabei sein kann oder ob erneut Alexander Loch im Tor steht, „wird sich nach dem Abschlusstraining entscheiden“, sagt Sicaja. Bei Yannick Wolf (Bänderanriss im Sprunggelenk) „fehlt noch ein bisschen“.

So oder so: Dass der kroatische Trainer personelle Änderungen in der Startelf vornehmen wird, ließ er bereits nach dem Spiel in Worms durchblicken. Fünf Tage später sieht er es nicht anders. „Ich werde jetzt nicht die ganze Mannschaft auf den Kopf stellen“, sagt der 51-Jährige. Dennoch werde nun „keine Rücksicht auf Personalien“ genommen. „Das persönliche Interesse muss jeder jetzt in die Ecke schieben“, fordert Sicaja.

Keine Gedanken um den Trainerposten

Wie Vidakovics und Sicaja erinnert auch Stadtallendorfs Fußball-Boss Reiner Bremer daran, dass die Mannschaft zuletzt gegen die Offenbacher Kickers oder im Hessenpokal gegen den FC Gießen – wenn auch erfolglos – ansprechende Leistungen gezeigt habe, dass die erste Halbzeit gegen Worms und die Partie gegen den SC Freiburg II Ausreißer waren. „Wir haben sonst alle Spiele knapp gestaltet“, gibt Bremer zu bedenken. Laut des Fußball-Abteilungsleiters sei es nun wichtig, Ruhe zu bewahren. „Wir werden jetzt nicht in Hektik verfallen. Alle Beteiligten wissen, um was es geht. In Worms haben das einige Spieler auf dem Platz vergessen“, sagt Bremer und räumt ein: „Die Situation beschäftigt uns. Wir machen uns Gedanken.“ Allerdings nicht, was den Trainerposten betrifft.

Bereits in der Premierensaison hatten die Verantwortlichen am Herrenwald durchblicken lassen, dass Sicaja als „Vater des Erfolgs“ nicht zur Diskussion stehen würde, sollte der Erfolg mal ausbleiben. „An dieser Einstellung hat sich bei uns nichts geändert“, betont Bremer, der das Wort Trainerentlassung nicht einmal in den Mund nehmen möchte, denn: „Es wurde von uns gar nicht auch nur daran gedacht.“ Allerdings fordert auch er, dass der semi-professionelle Regionalligist aus dem Marburger Ostkreis „wieder mehr für den Erfolg arbeiten“ muss.

  • Eine weitere Spieltagsvorschau gibt es in der Samstagsausgabe der OP.

von Marcello Di Cicco