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Eintracht-Sieg gerät fast zur Nebensache

Fußball, Hessenliga Eintracht-Sieg gerät fast zur Nebensache

Einen 0:1-Rückstand drehte Eintracht Stadtallendorf beim SC Hessen Dreieich zum verdienten 3:1-Erfolg. Gesprächsthema war nach der Partie aber anderes.

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Stadtallendorfs Kevin Bartheld (rechts) spielt den Ball mit langem Bein gegen Dreieichs Christian Pospischil.

Quelle: Marcello Di Cicco

Dreieich. Keine Gratulation an Trainerkollege Dragan Sicaja, kein letztes Statement für die Medienvertreter, kein „auf Wiedersehen“ an die Fans. Als der gut leitende Schiedsrichter Wissam Awada (Kassel) die intensiv geführte, aber äußerst faire Partie nach 92 Minuten beendete, zog es SC-Coach Thomas Epp schnurstracks in Richtung des Kabinentraktes, von wo aus der 47-Jährige kurze Zeit später zu seinem Auto ging und davonfuhr.

Die Fußballbilder vom Wochenende:

A-Jugend Eintracht Stadtallendorf JSG Freienhagen/M. li.Stadt.Nr.5 Felix Höck, re.Frei.Nr.9 Luka Brandt : Foto / Michael Hoffsteter

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Nur wenige Minuten nach dem Schlusspfiff verkündete der Aufsteiger in einer Pressemitteilung das, was einige der knapp 250 Zuschauer schon während der sehenswerten Partie gemunkelt hatten und was erklärte, warum es Epp so eilig hatte: Die Dreieicher haben sich nach fast zwei Jahren von ihrem Trainer und Sportdirektor Thomas Epp getrennt.

Häufige Glücklosigkeit sowie die Verfehlung des Ziels, „den hochkarätig besetzten Kader in die Spitzengruppe der hessischen Eliteliga zu führen“, nannte der Club als Gründe für die Entlassung, über deren Zeitpunkt sich nicht nur so mancher im Sportpark, sondern auch in den sozialen Netzwerken verwundert zeigte.

„Seltsames Timing, Leute. Kann man das nicht vor dem Spiel verkünden?“, kommentierte ein User den entsprechenden Facebook-Post des Vereins kurz nach dem Spiel, bei dem womöglich schon Epps Nachfolger zugegen war. Zwar teilte der SC nicht mit, wer das Zepter übernimmt. Für Nachfragen war auch kein Vereinsfunktionär zugegen; ein Vertreter von SC-Vermarkter „Dreieich Sportstätten Betriebs- & Marketing GmbH“ verteilte lediglich die Pressemitteilung. Am Rande der Partie hielt sich aber hartnäckig das Gerücht, dass Rudi Bommer, der - wie Darmstadt-98-Präsident Klaus Rüdiger Fritsch - nach OP-Informationen zu den Zuschauern gehörte, der neue Coach bei den „Hessen“ wird. Der ehemalige Profi von Eintracht Frankfurt war bis vergangene Woche noch Interimstrainer von Viktoria Aschaffenburg.

„Wir hatten in keiner Minute des Spiels Nachteil"

Den Grundstein für den zehnten Saisonsieg legte das beste Auswärtsteam der Hessenliga erst nach der Pause, als Jascha Döringer nach einer Flanke von Ceyhun Dinler und einer Kopfballvorlage von Dominik Völk zunächst der Ausgleich gelang (51.).

Nach einem schönen Spielzug und einem Konter machten Völk (84.) und Laurin Vogt (89.) den 3:1-Sieg der im zweiten Abschnitt lauf-, spiel- und zweikampfstärkeren Eintracht perfekt. „Wir hatten in keiner Minute des Spiels Nachteile, haben jederzeit gekämpft und bis zum Ende gezeigt, dass wir gewinnen wollen“, zeigte sich Artur Besel zufrieden, der Oliver Richardt als rechten Außenverteidiger ersetzte. „Wo ich spiele, ist mir egal. Die Hauptsache ist, ich kann der Mannschaft gut dienen“, gab sich der Offensivspieler ganz als Teamplayer, wovon der TSV einmal mehr einige in seinen Reihen hatte.

„Mut, Körpersprache und Charakter der Mannschaft haben mir in der zweiten Halbzeit sehr gut gefallen. Ich hatte in der Halbzeitpause gesagt: ‚Wir können uns nach dieser Hinrunde nicht so verabschieden, indem wir drei Punkte herschenken‘“, verriet Eintracht-Trainer Dragan Sicaja, dessen Elf Glück hatte, nach 45 Minuten nur mit 0:1 zurückzuliegen.

Als der starke Zubayr Amiri nach einem Einwurf die Platzherren per Kopf in Führung brachte (23.), war der SC bereits zweimal am Pfosten gescheitert (15., 17.). Dreieich gelang es durch Pressing, den Gegner zu vielen langen Bällen zu zwingen. In einem ausgeglichenen ersten Durchgang hatte die Epp-Elf optische Vorteile.

Kevin Vidakovics auf der Torlinie (34.), die Latte (44.), Stadtallendorfs Keeper Manuel Bachmeier mit einem Klassereflex (65.) und die Ungenauigkeit im Torabschluss verhinderten in der Folge mehr Zählbares für die fleißige Heimelf.

Statistik

Tore : 1:0 Zubayr Amiri (23.), 1:1 Jascha Döringer (51.), 1:2 Dominik Völk (84.), 1:3 Laurin Vogt (89.).

Dreieich : Paul - Kohl, Talijan, Brüdigam, Velemir - Smietana - Opper, Amiri (82. Lagator), Pospischil, Schneider (72. Klein) - Fiorentino (77. Di Maria).

Stadtallendorf : Bachmeier - Dinler, Vidakovics, Yildirim, Besel (90. + 2 Wellner) - Arifi, Bartheld - Döringer, Ademi (69. Szymanski), Vogt - Völk (89. Tega).

Schiedsrichter : Wissam Awada (Kassel). Gelbe Karten: Klein / - . Zuschauer: 250. Beste Spieler: Amiri, Kohl / Vogt, Völk, Vidakovics, Dinler.

von Marcello Di Cicco

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