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Eine Zeitstrafe entscheidet das Finale

Hallenfußball-Stadtmeisterschaft 2018 Eine Zeitstrafe entscheidet das Finale

Keiner der hochgehandelten Vorjahresfinalisten BSF Richtsberg und SF BG Marburg, sondern der SV Bauerbach gewinnt den Titel. Über die entscheidende Szene des Endspiels gegen Schröck waren sich danach viele einig.

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Die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft Marburg 2018 geht an den SV Bauerbach.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Manchmal entscheiden Kleinigkeiten in so einem Spiel“, sagte Schröcks Trainer Stephan Banf nach dem Finale, und es war offensichtlich, worauf er damit anspielte: 120 Sekunden vor Schluss – im Endspiel zwischen Schröck und dem SV Bauerbach hatte es 2:2 gestanden – reklamierte Andreas Schoch nach einem Pfiff von Schiedsrichter Julius Martenstein so sehr, dass er eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe kassierte. „Kein Vorwurf an ihn. Aus der Emotion heraus kann das passieren“, so Banf später. Doch in Überzahl traf Bauerbach eine Minute vor dem Ende in Person von Torschützenkönig Mirko Freese zum 3:2.

„Die Zeitstrafe war spielentscheidend“, sagte schließlich auch Bauerbachs Trainer Stefan Frels. Die Partie sei ein „Kraftakt“ gewesen, fügte er noch an. „Beide Mannschaften waren nach dem langen Wochenende kaputt, deshalb hatte das Spiel auch nicht so ein gutes Niveau.“ Die erste Halbzeit im Endspiel war völlig ausgeglichen und chancenarm verlaufen, erst nach dem Seitenwechsel nahm die Begegnung an Fahrt auf: Statt 0:0 stand es binnen fünf Minuten 3:2 für Bauerbach. Als das Spiel dann vorbei war, musste SVB-Coach Stefan Frels vor Erleichterung erst einmal durchatmen. „Es war schon ein dramatischer Tag. Es stand ja mehrfach für uns auf Messers Schneide.“ Er bezog sich auf das Halbfinale gegen Titelverteidiger Richtsberg, definitiv das beste Spiel dieser Endrunde.

Der SV Bauerbach hat die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft 2018 gewonnen.

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Bauerbach hatte bis 30 Sekunden vor Schluss 3:1 geführt, doch die BSF retteten sich mit zwei Treffern von Manuel Brehm und Erkan Malakcioglu innerhalb weniger Augenblicke in der Verlängerung. Dort lagen lange Zeit die Richtsberger vorne, und diesmal waren es die Frels-Schützlinge, die sich mit einem Tor von Salomon Becher 15 Sekunden vor Ende zum 4:4 ins Neunmeterschießen retteten. Vom Punkt hatte Bauerbach die besseren Nerven, bei den BSF Richtsberg scheiterten mit Malakcioglu, Metin Alkan und Muharrem Yildiran gleich drei Spieler.

Spannend war auch das andere Halbfinale zwischen Schröck und den SF BG Marburg, in dem der von vielen als Turnierfavorit gehandelte Verbandsligist mit 1:3 unterlag. Ausgerechnet Andreas Schoch, Ex-Blau-Gelb-Angreifer, entschied das Spiel zugunsten des FSV mit einem Doppelpack. Vor allem wegen dieser starken Halbfinal-Leistung resümierte Schröcks Trainer Stephan Banf später: „Klar sind wir über die Niederlage im Finale enttäuscht. Aber viel wichtiger ist, dass wir gezeigt haben: Wir können mit den Stärksten mithalten.“

Blau-Gelb sichert sich dritten Platz im Neunmeterschießen

Im Spiel um den dritten Platz einigten sich die beiden Vorjahresfinalisten Richtsberg und SF BG Marburg auf ein direktes Neunmeterschießen, in dem die BSF alle drei Versuche vergaben und glatt mit 0:3 verloren. Richtsbergs Trainer Mutlu Aksöz war ratlos angesichts der unterirdischen Ausbeute vom Neunmeterpunkt in Halbfinale und Spiel um Platz drei: „Eigentlich haben wir sehr abgezockte Spieler. Keine Ahnung, was da heute los war.“ Es ärgere ihn, dass sich die Mannschaft nicht für ihre guten Leistungen und insbesondere das starke Comeback gegen Bauerbach belohnt habe. „Wir hätten es verdient gehabt, im Finale zu stehen“, betonte er.

In den beiden Endrundengruppen zuvor war unter anderem der VfB Marburg ausgeschieden. Der Verbandsligist, der mit durchwachsenen Leistungen in Vor- und Zwischenrunde gerade so weitergekommen war, steigerte sich immerhin erheblich und musste nur die Segel streichen, weil er im letzten Gruppenspiel gegen den späteren Titelgewinner Bauerbach nicht über ein 1:1 hinauskam. „Wir haben uns gut präsentiert. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Co-Trainer Gerd Karcher.

Eine positive Bilanz zog auch Mario Lefebre von der christlichen Sportorganisation SRS, die erstmals eine Mannschaft bei der Hallenstadtmeisterschaft stellte und ebenfalls in der Endrundengruppe ausschied. „Individuelle Fehler wurden von den stärkeren Gegnern sofort bestraft. Da hat man gesehen, dass unser Team nicht so oft zusammenspielt. Aber die Jungs haben Leidenschaft gezeigt, wir sind sehr zufrieden“, so Lefebre.

von Yanik Schick

Finalheld und Torschützenkönig
Mirko Freese (SV Bauerbach) ist Finalheld und Top-Torjäger.Foto: Thorsten Richter

Mirko Freese (SV Bauerbach) ist Finalheld und Top-Torjäger.

Quelle: Thorsten Richter

Ein perfekter Tag für Mirko Freese: Nicht nur, dass er mit seinem Treffer zum 3:2 im Finale gegen Schröck dem SV Bauerbach den Titel bescherte. Darüber hinaus wurde er mit 14 Treffern Torschützenkönig sowie am Ende zum kreativsten Spieler des Turniers gewählt. „Hallenfußball zu spielen, macht mir immer sehr viel Spaß“, sagte Freese. Warum, das bekamen die Zuschauer in den Spielen der Endrunde zu sehen. Mit seiner Schnelligkeit und starken Dribblings bereitete er allen gegnerischen Mannschaften große Probleme. „Es ist natürlich ein schönes Erlebnis, vor so vielen Zuschauern den Pokal zu holen“, betonte der 21-Jährige. Den zweiten Platz in der Torschützenliste teilten sich mit zwölf Treffern Clemens Haberzettl (SF BG Marburg), Manuel Brehm (BSF Richtsberg), Andreas Schoch (FSV Schröck) und Guilherme Appel Prestes da Silva (SV Großseelheim).

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Hallenstadtmeisterschaft Marburg 2018

Der SV Bauerbach hat die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft 2018 gewonnen.