Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 13 ° heiter

Navigation:
Ein stetiges Auf und Ab am Deutschen Eck

TuS Koblenz Ein stetiges Auf und Ab am Deutschen Eck

TuS Koblenz taumelte oft am sportlichen und finanziellen Abgrund, spielte einst aber immerhin vier Jahre in der 2. Bundesliga.

Voriger Artikel
6,5 Kilometer in unter einer Stunde
Nächster Artikel
Investitionen in die Breite des Kaders

Der 22-jährige Grieche Dimitrios Popovits links) spielt seit diesem Jahr für den TuS Koblenz.

Quelle: Didi Mühlen

Koblenz. Im Sommer 2003 war nicht klar, in welche Richtung der Zug des TuS ­Koblenz rollt. Es drohte die Insolvenz. Nachdem diese aber noch soeben abgewendet worden war, begann die erfolgreichste Zeit des Vereins. 2004 feierte das Team überraschend den Aufstieg in die Regionalliga Süd, wo es in der Hinrunde zu den größten Überraschungsmannschaften zählte. Unter anderem gelangen Heimsiege gegen den Vorjahresmeister FC Bayern München (A), den SV Darmstadt 98, den FC Augsburg und den späteren Meister Offenbacher Kickers. Mit 10025 Zuschauern gab es gegen die Bayern-Amateure erstmals seit Jahrzehnten eine fünfstellige Zuschauerzahl im Stadion auf dem Oberwerth (heutige Kapazität: 9500), die im Sommer 2005 in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Hertha BSC mit fast 15000 Zuschauern nochmals überboten wurde.

In der Saison 2005/06 machte TuS Koblenz schließlich den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt. 2010 stieg man in die 3. Liga, zwei später Jahre in die Regionalliga West, 2015 gar in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ab.

Es gelang jedoch der sofortige Wiederaufstieg in die Regionalliga Südwest. Mit Platz acht beendet das Team die Saison in diesem Jahr respektabel. Höhere Ziele hat TuS jedoch (noch) nicht: „Wir wollen in der kommenden Saison frühzeitig den Klassenerhalt perfekt machen“, sagt Pressesprecher Dennis Smandzich gegenüber der OP. Favoriten seien die üblichen aus dem Vorjahr - SV Elversberg, Waldhof Mannheim und der 1. FC Saarbrücken. „Aber auch die Absteiger aus der 3. Liga dürften eine gute Rolle spielen“, ergänzt Smandzich, der angesichts von maximal sechs Absteigern einen spannenden, engen Abstiegskampf erwartet, der „wohl die Hälfte der Liga erfassen wird.“

„Aufsteiger generell niemals unterschätzt werden“

Zwar wisse man noch nicht so viel über den TSV Eintracht Stadtallendorf: „Doch sollten Aufsteiger generell niemals unterschätzt werden. Auch Eintracht Stadtallendorf wird ­sicherlich gerade zu Saisonbeginn von der Aufstiegseuphorie leben“, glaubt Smandzich. Euphorisch könnte man auch werden, wenn die Namen Stefan Kuntz und Mario Basler fallen: Beide haben für Koblenz gearbeitet. Kuntz, aktuell Bundestrainer der deutschen U21, mit der er jüngst Europameister wurde, begann 2005 seine Karriere als Manager bei der TuS. Basler, einst exzentrischer Nationalspieler war von 2007 bis 2008 Co-Trainer in Koblenz.

Eine weitere bekannte Persönlichkeit ist der 56-jährige Petrik Sander, der im Dezember 2014 nach 2009 zum zweiten Mal Trainer der TuS Koblenz wurde. Sander erhielt beim Regionalligisten zunächst einen Vertrag bis Sommer 2016. Er blieb auch nach dem Abstieg in die Oberliga im Amt und führte Koblenz umgehend zur Meisterschaft 2016 und damit zurück in die Regionalliga. Kurz vor Ablauf der Saison 2016/2017 verlängerte Sander seinen Vertrag in Koblenz bis 2019.

Sander wuchs in der ehemaligen DDR auf und absolvierte 80 Spiele (27 Tore) in der DDR-Oberliga. Seine Trainerlaufbahn begann er zunächst bei den Amateuren des FC Energie Cottbus, bevor er 1997 Co-Trainer bei den Profis wurde. Am 23. November 2004 übernahm er schließlich das Amt des Cheftrainers beim FC Energie, nachdem Eduard Geyer wegen Erfolglosigkeit beurlaubt worden war. Sander verhinderte mit nur einem Tor Unterschied den Abstieg in die Regionalliga. Im Mai 2006 schaffte er mit Cottbus den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga und ein Jahr später erreichte er bereits drei Spieltage vor Saisonende mit seiner Mannschaft den Klassenverbleib in Deutschlands Eliteliga.

von Michael E. Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testspiel Stadtallendorf gegen Alzenau