Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Ein paar gute Phasen reichen Dolphins zum Sieg

Basketball-Bundesliga Ein paar gute Phasen reichen Dolphins zum Sieg

Der BC Pharmaserv Marburg tat sich lange schwer mit Bundesliga-Schlusslicht Osnabrück, gewann am Ende aber souverän mit 88:68 (45:39).

Voriger Artikel
Klare Angelegenheit für Gladenbach
Nächster Artikel
Cölbes Aufschläge bringen den Erfolg

Julia Köppl (links), die eines ihrer besten Spiele für den BC machte und 14 Punkte erzielte, und Patricia Benet verteidigen gegen Osnabrücks Michelle Müller. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nach dem Spiel gab es mal wieder das liebgewonnene Freudentänzchen in der Gaßmann-Halle. Bis dahin war die Laune von Patrick Unger allerdings gar nicht freudig. Noch in der Pause war der BC-Trainer laut geworden. So laut, dass man ihn durch die geschlossene Tür in der Halle hatte hören können.

„Er hat uns eine ordentliche Ansage gemacht. Berechtigt“, meinte Flügelspielerin Julia Köppl, die eines ihrer besten Spiele im Dress der Blue Dolphins machte. „39 Punkte in einer Halbzeit dürfen wir uns nicht erlauben.“

Auch Svenja Greunke zeigte sich einsichtig: „Mit der ersten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein. Manchmal muss man wachgerüttelt werden. Dass der Trainer deutliche Worte findet, ist dann ja ganz normal.“

Trainer Patrick Unger (BC Marburg).

Zur Bildergalerie

Auch zu Beginn des dritten Viertels war jedoch zunächst keine Besserung in Sicht: Die Panthers Osnabrück konterten wie schon vor der Pause meist postwendend die Körbe der Marburgerinnen, es ging wild hin und her. „Das ist nicht unser Spiel. Jedes Mal, wenn wir dieses Run‘n‘Gun spielen, sind wir nicht gut. Und die Defensive war nicht anwesend“, ärgerte sich Unger.

Nach 1:13 Minute stand es so nach 45:39 zur Halbzeit schnell 49:43. Mit verschränkten Armen und kopfschüttelnd nahm der Coach kurz nach seiner Kabinenpredigt eine frühe Auszeit. Dann endlich übernahmen die Gastgeberinnen das Kommando. Dreier Greunke, Dreier Stephanie Lee, beim Angriff Osnabrücks lief die 24-Sekunden-Uhr ab - Marburg führte 55:43 und Unger klatschte. Erstmals wirkte er zufrieden.

Trotzdem war die Partie damit noch nicht durch. Wie schon im zweiten Viertel, als die Dolphins bereits mit 14 Punkten (30:16 und 36:22) führten, bewies der Tabellenletzte Moral und kämpfte sich - angetrieben von Jasmine Thomas - auf 51:59 heran. „Unser Ziel muss sein, 40 Minuten auf hohem Niveau zu spielen. Das Problem war: Wenn wir mit zehn Punkten geführt haben, haben wir einen Gang zurückgeschaltet“, sagte Svenja Greunke. „Das kann man sich in der Liga nicht erlauben. “

Nicht einmal gegen Osnabrück, hätte sie hinzufügen können. Denn in dieser Besetzung scheint der Klassenerhalt für die Panthers, die nach dem Einsatz einer nicht spielberechtigten Akteurin zu Saisonbeginn ohne Sieg und sogar mit einem Minuspunkt dastehen, ein Ding der Unmöglichkeit. Einzig Thomas und mit Abstrichen Katelyn McDaniel verkörpern Erstliganiveau.

Zwischenspurt im dritten Viertel entscheidet Partie

Ein 7:0-Lauf durch Köppl, Katie Yohn, Finja Schaake und Tonisha Baker zum 66:51 brach dann aber den Willen der Gäste, die Mitte des Schlussabschnitts auch noch Topscorerin Thomas (21 Punkte) mit dem fünften persönlichen Foul verloren. In den letzten Minuten verhalf Unger Aufbauspielerin Jana Putz zu ihrer Bundesligapremiere, in Kim Winterhoff und Lisa Schwarzkopf standen zu diesem Zeitpunkt zwei weitere Talente auf dem Spielfeld.

„Das war nicht unser bestes Spiel“, fasste Köppl zusammen. „Es war nicht der stärkste Gegner und eigentlich ein Pflichtsieg.“ Greunke sah es ähnlich: „Wir haben uns am Anfang schwer getan, weil wir in den letzten Wochen wegen der Nationalmannschaft nicht viel zusammen trainiert haben. Dafür war es der richtige Gegner, um wieder reinzufinden.“

Unger hatte seinen Schützlingen zwar die Anfangsprobleme zugestanden. Dennoch war er nicht zufrieden: „40 Minuten Basketball ist unser Credo. Wir hatten zum Glück einen Tag, wo wir von außen getroffen haben.“ Zu wenig aufmerksam war ihm sein Team in der Verteidigung. Dabei meint Unger: „Wenn wir in der Defensive so agieren, wie wir es wollen und fordern, wird es schwer, uns zu schlagen.“ Gegen Osnabrück reichten ein paar gute Phasen.

von Holger Schmidt

 
Statistik

BC Pharmaserv Marburg – Panthers Osnabrück 88:68

Viertel: 24:15, 21:24, 23:16, 20:13.

Marburg: Yohn 15/1 Dreier, Köppl 14, Lee 11/1, Schaake 11/1, Greunke 10/2 (9 Rebounds), Baker 9, Thimm 5, Gaudermann 5/1 (3 Steals), Winterhoff 3/1, Schwarzkopf 3, Putz.

Osnabrück: Thomas 21/1, Knopp 12/3, McDaniel 11 (10 Reb.), Wellers 9/1, Müller 7, Davis 4, Kovacevic 3/1, Hanson 1, Dölle.

Zuschauer: 450.

 
Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?