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Ein Regelverstoß bleibt ohne Folgen

Basketball, Bundesliga Frauen Ein Regelverstoß bleibt ohne Folgen

Am morgigen Sonntag gastiert NB Oberhausen ab 16 Uhr beim BC Pharmaserv Marburg in der kleinen Gaßmann-Halle.

Marburg. Beim knappen 69:66-Auswärtssieg in Keltern hatte NB Oberhausen am vergangenen Wochenende im zweiten Viertel für etwa zwei Minuten fünf ausländische Spielerinnen auf dem Feld. Ein Vergehen zwar, aber eines, das von der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) nicht sanktioniert werden kann. Denn zu Beginn dieser Saison ist die Ausländerregel geändert worden.

Zuvor mussten mindestens zwei deutsche Spielerinnen auf dem Feld stehen. Ein Verstoß wurde mit technischem Foul – zwei Freiwürfe und Ballbesitz für den Gegner – sowie einer Geldstrafe geahndet. Diese Regelung wurde gekippt. Jetzt gibt es nur ein Gentlemen‘s Agreement unter den Vereinen, wonach immer eine deutsche Spielerin auf dem Feld sein muss.

„Es war ein Versehen“, erklärt der 2. Vorsitzende von NB Oberhausen, Ralf Höfels, auf der Homepage des Vereins und versichert: „Wir sind und bleiben ein klarer Verfechter der Regel.“ Trainer Ondrej Sykora gab an, in dem Moment nicht aufgepasst zu haben: „Es tut mir wirklich leid, das war in keinem Fall gewollt.“ Kelterns Manager Dirk Steidl bezeichnet es dagegen als „Heuchelei, wenn sie sagen, dass sie es unabsichtlich gemacht haben. Drei Sekunden danach sind sie von uns informiert worden.“

Ausgerechnet Oberhausen, das sich vehement gegen das Aufweichen der Ausländerregel eingesetzt hatte. Ausgerechnet bei Aufsteiger Rutronik Stars Keltern, auf dessen Betreiben der entsprechende Paragraf 10 in der Spielordnung geändert wurde. „Wir haben die sogenannte Deutschen-Regelung außer Kraft setzen müssen durch einen Rechtsstreit mit einem unserer Mitglieder, in dem Fall Keltern“, erklärt DBBL-Geschäftsführer Achim Barbknecht. Als „faulen Kompromiss“ bezeichnet Kelterns Steidl die Änderung: „Wir haben es als Schwachsinn empfunden.“ Die freiwillige Übereinkunft sei nun ein Problem für die Liga.

„Es steht zu befürchten, dass eine Entscheidung, fünf Ausländerinnen gleichzeitig einzusetzen, bewusst gefällt wird, wenn es im Abstiegskampf um alles geht“, sorgt sich auch BC-Vorstand Björn Backes. „Es wäre fatal, wenn dadurch der Abstiegskampf oder eine Playoff-Runde entschieden würde. Da wäre der Ehrliche der Dumme“, fügt Backes an, der von dem Agreement nicht viel hält: „Entweder man kippt die ganze Regel oder macht sie so, dass sie sanktioniert werden kann.“ Daran arbeitet die DBBL. Mitte Februar werde das Thema auf der AG-Sitzung der Bundesligisten besprochen, sagt Barbknecht. Für die neue Saison soll es eine rechtlich wasserdichte Regelung geben.

von Holger Schmidt

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