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Ein Meister, der (noch) nicht aufsteigt

Skwosch-Frösche Ein Meister, der (noch) nicht aufsteigt

Die Skwosch-Frösche aus Marburg machten die Sensation perfekt und sicherten sich entgegen aller Erwartungen als Aufsteiger den Titelgewinn der 2. Bundesliga Süd.

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Meister der 2. Bundesliga Süd wurden die Skwosch-Frösche Marburg.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg .  Die Marburger haben sich damit nach 2006, als die Mannschaft zuletzt an  den Playoffs um die Deutsche Meisterschaft teilnahm, eindrucksvoll auf der deutschen Squash-Bühne zurückgemeldet und beschließen eine nahezu perfekte Saison. Dennoch: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde die Mannschaft auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga verzichten, teilte Pressesprecher und Spieler Roman Pahl der OP gestern mit. Einer der Hauptgründe sei der zu hohe Kostenaufwand, der ohne entsprechende Unterstützung von Sponsoren nicht zu stemmen sei. Der Etat einer Erstliga-Saison liegt etwa bei 20 000 bis 30 000 Euro. Für die 2. Liga müssen die Marburger demgegenüber „nur“ etwa 10 000 Euro aufbringen.
Zwar gebe es in dieser Woche noch ein Gespräch mit dem Hauptsponsor der Skwosch-Frösche, der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) in Marburg. „Doch gehe ich zu 99 Prozent davon aus, dass wir nicht für die 1. Bundesliga melden“, sagt Pahl. Meldeschluss ist der kommende Samstag. Neben dem hohen Kostenaufwand kommen noch andere Faktoren hinzu, die den Verzicht auf den Aufstieg erklären: „In der 2. Liga können sich die Fans besser mit ihrer Mannschaft identifizieren, weil es möglich ist, ein Team aus Profis und lokalen Spielern aufzustellen. In der 1. Liga geht es nur noch mit Profis, sprich mit eingekauften Spielern“, sagt Pahl.

Reise nach Stuttgart ohne große Hoffnung

Hinzu komme, dass noch gar nicht klar sei, wie viele Mannschaften für die 1. Liga melden. „Sicherlich würde man im Oberhaus hin und wieder die absolute Weltklasse sehen, doch fehlt der Bezug zum Verein. Das ist bei uns anders. Immerhin kommen mitunter mehr als 100 Zuschauer zu unseren Spielen. Und damit sind wir in der 2. Bundesliga führend. Das soll zumindest in der nächsten Saison so bleiben“, ergänzt Pahl.
Der Kampf um den Meistertitel blieb indes bis zum Schluss äußerst spannend und entschied sich erst am letzten Spieltag am Sonntag. Die entscheidenden Punkte, die später zum Titelgewinn reichen sollten, holten die Marburger allerdings bereits in ihrem Auswärtsspiel am Samstag. Dabei waren die Frösche gegen die Squash Devils nach Stuttgart ohne Legionär und damit zunächst ohne große Hoffnungen gereist.
Da jedoch bei den Devils ebenfalls die etatmäßigen Nummern eins und zwei fehlten, entwickelte sich von Beginn an ein offenes Match. Nach der Auftaktniederlage von Roman Pahl gegen den Schweizer Jungnationalspieler Silvio Soom konterten Markus Mißbach und Bernhard Redencz für Marburg und brachten die Mannschaft nach drei von vier Spielen mit 2:1 in Führung.
Im abschließenden Match sahen die Zuschauer einen Krimi, im dem Marburgs Felix Gareis bereits mit 1:2-Sätzen hinten lag. Gareis schaffte es aber, mit großem Kampfgeist das Spiel noch zu drehen und besiegelte so den für die Meisterschaft fast vorentscheidenden Sieg, denn die direkten Kontrahenten strauchelten an diesem Samstag.

Schützenhilfe aus Worms

Während Deisenhofen gegen Kempten nach einem gewonnenen Unentschieden einen Punkt abgab, mussten die Wormser gegen Schwandorf sogar zwei Punkte liegen lassen.
Marburg konnte damit am letzten Spieltag am Sonntag theoretisch nur noch von Deisenhofen eingeholt werden, das allerdings auswärts in Worms antreten musste. Die Deisenhofener hielten dem Druck nicht stand und verloren gleich zu Beginn die ersten beiden Spiele jeweils in fünf Sätzen, womit der Gewinn der Meisterschaft für Marburg feststand.
Die Skwosch-Frösche, die für ihr Heimspiel gegen Heilbronn nochmals Nationalspieler Rudi Rohrmüller aufboten, kassierten im letzten Spiel ebenfalls eine Niederlage. Rohrmüller gewann dabei als einziger sein Spiel gegen den Schweizer Patrick Miescher (172. der Weltrangliste), während sich die Marburger Roman Pahl, Felix Gareis und Bernhard Redencz gegen ihre Heilbronner Kontrahenten geschlagen geben mussten. Aufgrund der Schützenhilfe aus Worms hatte dieses Ergebnis allerdings nur noch statistische Bedeutung.

von Michael E. Schmidt

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