Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Dritte Marburger B-Liga-Staffel kommt wohl

Fußball Dritte Marburger B-Liga-Staffel kommt wohl

Bevor das erste Saisonspiel in den Kreisligen angepfiffen worden ist, hat Cappel bereits einen Sieg eingefahren: Die zweite Mannschaft des A-Ligisten darf in Konkurrenz antreten. Der Kreisfußballausschuss reagierte kreativ.

Voriger Artikel
Ein Platz im oberen Drittel ist das Ziel
Nächster Artikel
Quarterback-Tandem soll die Lücke schließen

Hat der Beschluss des Verbandspräsidiums Bestand, laufen die Spieler der zweiten Mannschaft des FSV Cappel in der neuen Saison in der Kreisliga B auf.

Quelle: Miriam Prüßner

Marburg. In einer Woche beginnt die Saison in den Kreisligen des Fußballkreises Marburg - und zwar wahrscheinlich mit einer zusätzlichen B-Liga-Staffel. Konkret sollen die Reserven aller 14 ersten Mannschaften der Kreisliga A in Konkurrenz spielen. Ursache: Der FSV Cappel hat mit seiner Beschwerde gegen die Eingliederung seiner zweiten Mannschaft in die Reserveklasse der A-Liga statt in eine Konkurrenz-Spielklasse Erfolg gehabt.

Darum geht‘s: Nach Vorstellung der Verantwortlichen im Fußballkreis Marburg um Peter Schmidt sollten alle zweiten Mannschaften der Marburger A-Ligisten in der Reserveliga antreten, um mit 14 Teams auf „eine vernünftige Klassenstärke“ zu kommen, so der Kreisfußballwart. Einzige Ausnahme sollte die SG Lahnfels sein, deren „Zweite“ bereits in der Vorsaison in Konkurrenz spielte, die aber nun mit ihren beiden Teams in A- beziehungsweise B-Liga Biedenkopf eingeteilt wurde (die OP berichtete mehrfach).

Doch aus der 14er-A-Liga-Reserveklasse würde aufgrund der Entscheidung des Verbandspräsidiums nichts. Das höchste Gremium des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) hat nach einer Beschwerde des FSV in Person des stellvertretenden Vorsitzenden Nils Pfeiffer entschieden, dass Cappel II in Konkurrenz spielen darf. Damit hatten selbst die Vereinsverantwortlichen nicht mehr gerechnet, nachdem sie zuvor mit einer entsprechenden Beschwerde beim Verbandsspielausschuss abgeblitzt waren.

Präsidium nennt Gründe

Unter anderem mit dem „Begehren nach Planungssicherheit“ begründet das Verbandspräsidium seine Entscheidung in einem von HFV-Geschäftsführer Gerhard Hilgers unterzeichneten Schreiben, das der OP vorliegt. Die Cappeler hatten bei der formellen Meldung für die aktuelle Saison - schon bevor feststand, dass sie in der Relegation den Aufstieg in die Kreisoberliga verpassen würden - beantragt, die zweite Mannschaft unabhängig von der Ligazugehörigkeit in eine B-Liga-Staffel einzuteilen. Als Kreisoberliga-Reserve hätte Cappel II automatisch in Konkurrenz gespielt. Es war einer der Punkte, die Pfeiffer in seiner ans HFV-Präsidium gerichteten Beschwerde aufführte.

Auch andere Argumente Pfeiffers greift das Verbandspräsidium in seiner Begründung auf, etwa die Wertigkeit des Spielbetriebs in Konkurrenz statt in einer Reserverunde, die Pfeiffer als „Spaßrunde“ und „reine Freundschaftsspielrunde“ bezeichnet. Zudem ist von der Zukunftsfähigkeit des Vereins die Rede. Der Fortbestand der zweiten Mannschaft wäre außer Konkurrenz trotz derzeit mehr als 50 Spielern im Gesamtkader gefährdet, führte Pfeiffer aus, Grund sei der fehlende sportliche Reiz der Reserveklasse für junge Spieler. Erfahrungen bei anderen Vereinen hätten gezeigt, „dass das Wegfallen einer zweiten Mannschaft der Anfang vom Ende des Spielbetriebs ist“.

In der HFV-Spielordnung ist festgelegt, dass der „Verbandsausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung“ das Spielgeschehen und die Klasseneinteilung regelt. Die Fußballkreise besitzen demnach für ihren Wirkungsbereich lediglich ein Vorschlagsrecht. Folglich, so ist im Schreiben des Präsidiums zu lesen, entscheide der Verbandsspielausschuss letztlich auch über die Einteilung von Reserven in Konkurrenzspielklassen. Eine solche Einteilung ist nun durch das Präsidium angewiesen worden.

Weiter im Vorspielmodus

Schmidt sieht diese Entscheidung im Widerspruch zu einem Beschluss vom Verbandstag im Juni. Dort wurde ein Antrag, wonach Reserven von Kreisligisten selbst hätten entscheiden können, ob sie in Konkurrenz spielen wollen, abgelehnt. Der Kreisfußballwart hat nun dem Präsidium gegenüber Widerspruch eingelegt. Was passiert, sollte diesem stattgegeben werden, ist offen. Zunächst plant Schmidt in Absprache mit den weiteren Verantwortlichen des Kreisfußballausschusses mit der zusätzlichen B-Liga-Staffel: Die zweiten Mannschaften der A-Ligisten würden demnach alle wie geplant im Vorspielmodus spielen, aber eben nicht mehr in der Kreisliga A Reserve, sondern in der Kreisliga B Marburg III – und somit in Konkurrenz. Damit wäre auch ein Aufstieg möglich, faktisch aber nur dann, wenn die jeweilige erste Mannschaft zugleich den Sprung in die Kreisoberliga schafft.

Und wie reagieren die Cappeler? Pfeiffer findet Schmidts Modell in Ordnung. „Das geht in die Richtung, wie wir es vorgeschlagen hatten“, sagt er. Der FSV hatte angeregt, alle Reserven in neuen Kreisliga-C-Staffeln spielen zu lassen. Da klingt Kreisliga B sogar etwas besser.

von Stefan Weisbrod

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?