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Dragan Sicaja will „oben dranbleiben“

Fußball, Hessenliga Dragan Sicaja will „oben dranbleiben“

Fünf Punkte Rückstand auf Rang eins, vier Zähler Rückstand auf Rang zwei – für die Anhänger von Eintracht Stadtallendorf hält die Hessenliga-Restrunde viel Spannung ­bereit.

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Stadtallendorfs Neuzugang Masih Saighani (rechts) – im Testspiel gegen Schröcks Andreas Schoch.

Quelle: Marcello Di Cicco

Stadtallendorf. Der SV Wiesbaden, TSV Lehnerz oder KSV Baunatal wurden vor der Saison häufig genannt, wenn es um potenzielle Meisterschaftsanwärter ging. Nach etwas mehr als der Hälfte der Runde gehört im TSV Eintracht Stadtallendorf eine Mannschaft zum Favoritenkreis, die kaum einer auf der Rechnung hatte.

„Aufgrund der Alterszusammensetzung im Team war das auch nicht zu erwarten“, meint Stadtallendorfs Fußball-Abteilungsleiter Reiner Bremer. Dass die Ostkreisler als Tabellenvierter vorne mitmischen, kommt für deren Sportlichen Leiter Fejz Hodaj aber nicht völlig überraschend: „Die Mannschaft ist eingespielt und der Trainer stellt sie auf jedes Spiel hundertprozentig ein. Außerdem gehen wir immer an unsere Leistungsgrenze, die Jungs sind fit.“

Doch gerade Spieler wie Kevin Bartheld oder Muhamet Arifi, für die es auf der „Sechser-Position“ bisher kaum Alternativen gab, bräuchten ab und an eine Pause. „Die können sie jetzt kriegen“, freut sich TSV-Coach Dragan Sicaja, dem fortan zwei Neuzugänge, Rückkehrer Admir Plana (Rot-Weiß Frankfurt) und der afghanische Nationalspieler Masih Saighani (TSV Steinbach), als Alternativen im Zentrum zur Verfügung stehen; in Erdinc Solak (Teutonia Watzenborn-Steinberg, Foto: Di Cicco) kam im Winter zudem ein Stürmer mit Regionalliga-Erfahrung.

„Wir wollen auch die Konkurrenz erhöhen“, sagt Sicaja, für den trotz namhafter Neuzugänge nach wie vor die Mannschaft „an erster Stelle“ steht und der am langfristigen Vorhaben, mit jungen Talenten zu arbeiten, nichts ändern will. Letzteres möchte der TSV mit der Umsetzung eines Jugendförderkonzeptes beziehungsweise eines Jugendfördervereins (JFV) untermauern. Dafür konnten in Markus Kubonik und Mario Selzer namhafte Trainer gewonnen werden (die OP berichtete).

„Jetzt können wir andere Varianten wählen“

„Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht alles auseinanderwirbeln“, warnt A-Lizenz-Inhaber Sicaja, der mit mehr Personal – statt dem bisher meist präferierten 4-2-3-1-System – nun auch mehr taktische Optionen hat. „Trainer hatten es bisher immer einfach, sich auf uns einzustellen. Jetzt können wir andere Varianten wählen“, sagt Sicaja, der sich mit seiner Elf das Ziel setzt, „oben dranzubleiben“. „Wir wollen nicht ins Niemandsland der Tabelle abrutschen.“

Während der Liga-Dritte SV Wiesbaden kürzlich mitgeteilt hat, nach der Saison in die Gruppenliga zurückzuziehen (die OP berichtete), haben Teams aus der Spitzengruppe wie Teutonia Watzenborn-Steinberg, der TSV Lehnerz oder Rot-Weiß Frankfurt bereits angekündigt, die Zulassung für die Regionalliga Südwest zu beantragen.

„Wir haben uns über das Thema Aufstieg noch keine Gedanken gemacht“, sagt Hodaj, „zumal sich es wohl ohnehin erledigt hätte, wenn wir die ersten zwei Spiele nach der Pause verlieren.“ In der SpVgg Oberrad und im FC Bayern Alzenau trifft die Eintracht zunächst auf Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen.

Allein der nun stärker besetzte Kader sei ohnehin keine Garantie dafür, dass es jetzt noch besser laufe, denn: „Außer Oberrad haben alle personell zugelegt. Wir sind in der Lage, gegen jeden zu gewinnen. Wenn wir nur einige Prozent weniger geben, können wir aber auch gegen jeden verlieren“, gibt Bremer zu bedenken.

Landgericht prüft Strafe gegen Lehnertz

Dass sich der Verein in der Spielzeit 2012/2013 im Rahmen einer Bewerbung schon einmal mit den Zulassungsvoraussetzungen für die vierthöchste deutsche Spielklasse auseinandergesetzt hat, dürfte von Vorteil sein, wie der Abteilungsleiter durchblicken lässt: „Wir wissen, wo der dazu passende Ordner im Schrank steht. Wir bräuchten keine große Vorbereitungszeit. Zuerst müssten wir aber die sportlichen Voraussetzungen schaffen, dann käme alles andere.“

Für Aufsehen im hessischen Amateurfußball sorgte die Eintracht in der Hinserie auch abseits des Platzes – allerdings unfreiwillig: Weil der TSV Lehnerz bei seinem Gastspiel im Herrenwaldstadion einen nicht auf dem Spielbericht aufgeführten Spieler einsetzte, erkämpften sich die Stadtallendorfer in zweiter sportgerichtlicher Instanz den Sieg der Partie (die OP berichtete mehrfach).

Vor dem Landgericht Frankfurt lassen die Osthessen am 21. März das Urteil des HFV-Verbandsgerichts prüfen. „Als wir in der Vergangenheit für Fehler bestraft wurden, haben wir das kommentarlos hingenommen. Uns kann man in dieser Sache nichts vorwerfen. Wir haben uns korrekt verhalten“, meint Bremer.

  • Auftaktprogramm: SpVgg Oberrad (Sa., 27. Februar; A), Bayern Alzenau (Sa., 5. März; H).

von Marcello Di Cicco

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