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Doppelschlag trifft die Eintracht schwer

Fußball, Hessenliga Doppelschlag trifft die Eintracht schwer

Zwei Gegentreffer innerhalb von fünf Minuten nach dem Seitenwechsel wurden Eintracht Stadtallendorf im Verfolgerduell gegen den SV Wiesbaden zum Verhängnis.

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Eintracht Stadtallendorfs Muhamet Arifi (links) greift den ballführenden Wiesbadener Toni Reljic an. Foto: Marcello Di Cicco

Wiesbaden. Eine „verlorene Stunde“ brachte die Zeitumstellung in der Nacht zum Sonntag. So manchem Eintrachtler hätte es am Samstag im Helmut-Schön-Sportpark wohl schon genügt, wenn der souverän leitende Unparteiische Christoffer Reimund (Zwingenberg) die ersten fünf Minuten nach Wiederanpfiff einfach übersprungen hätte. „In diesen Minuten haben wir die ganze Partie abgegeben“, stellte TSV-Coach Dragan Sicaja fest.

Exakt 26 Sekunden waren im zweiten Abschnitt gespielt – da brachte Toni Reljic die Landeshauptstädter mit 2:1 in Führung. Keine fünf Minuten später war es nach einem Ballverlust im Mittelfeld der von Eintracht-Keeper Florian Säglitz im Strafraum gefoulte SVW-Toptorjäger Younes Bahssou, der mit dem dritten Foulelfmeter der Partie auf 3:1 erhöhte (50.).

„Wiesbaden ist deutlich besser aus der Kabine gekommen. Schon das 1:2 hat uns gebrochen, weil wir erst kurz vor der Pause zurückgekommen waren. Nach dem 1:3 waren wir tot“, meinte Säglitz.

Nach dem Doppelschlag zeigten sich die Herrenwälder extrem verunsichert. Im Spiel nach vorne ging nur sehr wenig, und auch hinten machte sich immer mehr die Verunsicherung breit.

Symptomatisch dafür war ein Missverständnis aufseiten der Gäste in der 69. Minute: Eine Kopfballrückgabe von Ariel Szymanski zu Säglitz angelte sich Bartosz Franke, der das 4:1 – und auch den 5:1-Endstand (85.) – markierte (69.), woraufhin Säglitz und Szymanski verbal aneinander gerieten. „Deswegen entschuldige ich mich gleich bei Ariel. Da darf ich ihn nicht so angehen. Wir waren beide ein bisschen genervt. Das hat irgendwie zum Spiel gepasst, dass wir uns da anschreien“, gab sich Säglitz nach dem Abpfiff selbstkritisch.

Dass es am Ende so deutlich ausgehen würde, hätten die meisten der gut 350 Zuschauer nach 45 Minuten wohl kaum gedacht. In der ersten Hälfte gingen beide Teams taktisch diszipliniert zu Werke. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem zwingende Torchancen Mangelware blieben, sodass zwei Elfmeter zu den Toren führten: Nach einer schnellen Ballstafette über fünf Stationen durchs Zentrum holte Kevin Vidakovcs Bahssou von den Beinen, woraufhin Blerton Muca die Gastgeber in Führung brachte (33.). Zehn Minuten später glich Muhamet Arifi aus, nachdem Jonas Grüter TSV-Stürmer Del-Angelo Williams regelwidrig gestoppt hatte.

Nach dem Schlusspfiff waren sich sowohl Sicaja als auch dessen Gegenüber, Djuradj Vasic, einig, dass die Heimelf auf dem schwer zu bespielenden Rasenplatz neben der Brita-Arena die besseren Mittel gefunden hatte, um zum Erfolg zu kommen. „Heute waren keine großen fußballerischen Fähigkeiten, sondern einfachste Mittel wie Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten gefragt. Dann hat man gemerkt, dass einige Spieler an ihre Grenzen stoßen, wenn sie auf einen solchen Gegner treffen, der Qualität hat. Wir haben heute noch weniger Fehler gemacht als gegen Griesheim. Doch der Gegner hat uns für jenen kleinen Fehler bestraft“, zollte Sicaja dem SVW Respekt.

„Uns war bewusst, dass intensive Zweikämpfe und Kondition entscheiden würden. Uns kam zugute, dass wir gleich nach der Halbzeit zwei Tore erzielt haben. Gegen einen resignierten Gegner haben wir nicht nachgelassen, sondern wurden noch stärker“, zeigte sich Vasic zufrieden.

Statistik

Tore: 1:0 Blerton Muca (33., FEM), 1:1 Muhamet Arifi (43., FEM), 2:1 Toni Reljic (46.), 3:1 Younes Bahssou (50., FEM), 4:1, 5:1 Bartosz Franke (69., 85.).

SV Wiesbaden: Miletic – Grüter (46. Reichardt), Pajic, Kopilas, Schwall – Franke, Muca (60. Hübner), Schug, Seidelmann – Bahssou (75. Gregorian), Reljic.

Eintracht Stadtallendorf: Säglitz – Groß (86. Schudy), Vidakovics, Szymanski, Richardt – Arifi, Bartheld – Ademi (70. Dinler), Völk, Vogt – Williams.

Schiedsrichter: Christoffer Reimund (Zwingenberg). Gelbe Karten: Grüter / Vidakovics, Säglitz. Zuschauer: 350.

Beste Spieler: Pajic, Franke, Bahssou / Szymanski.

von Marcello Di Cicco

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