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Dolphins hoffen auf Sensation in Wasserburg

BC-Vorstand im Amt bestätigt Dolphins hoffen auf Sensation in Wasserburg

Der BC Pharmaserv ­Marburg spielt am Samstag (19 Uhr) am letzten Bundesliga-Spieltag um die Chance, in der ersten Playoff-Runde Wasserburg aus dem Weg zu gehen - allerdings ausgerechnet in Wasserburg. Bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend wurde der BC-Vorstand im Amt bestätigt.

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Birte Thimm (rechts) und ihre Marburger Teamkolleginnen sind bei Emma Cannons Wasserburgerinnen morgen klar in derAußenseiterrolle.

Quelle: Miriam Prüßner

Marburg. Gegen den amtierenden Meister und großen Favoriten spielt in dieser Saison keine Mannschaft gerne. 21 Mal trat der TSV Wasserburg in der Bundesliga an - 21 Mal gewann das Team aus Oberbayern. Dazu kommen noch drei Siege im Pokal und saisonübergreifend vier Erfolge in den Playoffs in Folge. Die letzte Niederlage datiert vom 25. April 2014, es war das zweite Playoff-Halbfinale in Herne (73:83). Groß ist die Hoffnungen der Marburgerinnen ­also nicht, mit einem Überraschungscoup in Wasserburg noch Platz sieben erreichen zu können. „Ich fahre aber nicht hin, um mich vermöbeln zu lassen“, stellt BC-Trainer Patrick Unger klar.

„Wir sind realistisch genug, um zu wissen, dass bei uns alles stimmen muss“, sagt Unger. In letzter Zeit habe nicht alles gestimmt, trotzdem habe sein Team die nötigen Siege für den Klassenerhalt und die Playoff-Qualifikation eingefahren. „Wir können befreit aufspielen. Das wird Samstag das leichteste Spiel des Jahres nach anstrengenden Wochen. Vielleicht erwischt Wasserburg ja auch einen schlechten Tag“, sagt Unger. Dann könnte die Sensation gelingen. Sollten dann auch noch die abstiegsbedrohten Chemnitzerinnen mit den Ex-Marburgerinnen Amanda Davidson und Tina Menz gegen Freiburg gewinnen, würden die Blue Dolphins in den Playoffs statt gegen Wasserburg gegen Herne antreten müssen.

"Wir hauen alles rein"

Allerdings: Da sind viele Konjunktive im Spiel. „Wir hauen alles rein und sehen, was rauskommt“, sagt Unger. Man habe sich akribisch auf Wasserburg vorbereitet, auch im Spiel selbst werde man schon Erfahrungen für die wahrscheinlich kommenden Partien gegen den Spitzenreiter sammeln. Als Kollektiv seien die Wasserburgerinnen nicht leicht auszurechnen, so Ungers Einschätzung. Und der Kader mit den deutschen Nationalspielerinnen Anne Breitreiner und Svenja Brunckhorst sowie der wertvollsten Spielerin der vergangenen beiden Bundesliga-Saisons, Emma Cannon, ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. „Natürlich haben sie auch Schwachstellen“, sagt der BC-Coach. „Die Frage ist, ob wir die Schwächen ausnutzen können.“

Personell muss sich Unger nach einer Lösung umsehen für den Fall, dass Lisa Koop ausfällt. Die Centerspielerin plagt sich mit einer Entzündung der Plantarsehne (an der Fußsohle) herum. „Sie will unbedingt spielen“, sagt Unger. Jedoch gibt es noch kein Okay von den Ärzten. Trotz Daumenproblemen wird Tonisha Baker dagegen auflaufen können. Hinter dem Einsatz von Laura Masek steht noch ein kleines Fragezeichen. Die Flügelspielerin war im Training umgeknickt.

Bei Wasserburg herrscht Klarheit über die Besetzung des Trainerpostens zur neuen Saison. Nach drei Jahren wird Bastian Wernthaler im Sommer aufhören, weil er mehr Zeit seiner Familie widmen will. Ihn ersetzt Georg Eichler. Der 38-Jährige war hauptsächlich im Männerbereich tätig, fungierte aber auch als Co-Trainer der Frauen-Nationalmannschaft.

BC schreibt "rote Null"

Bei der Jahreshauptversammlung des BC Marburg gab es gestern Abend keine Überraschungen. Von den 23 stimmberechtigten Mitgliedern votierten bei einer Enthaltung 22 dafür, dass Jürgen Hertlein Vorsitzender bleibt. Ebenfalls bestätigt wurden mit dem gleichen Ergebnis Björn Backes (2. Vorsitzender) und Christine Hellkötter (Sportliche Leitung). Hertlein und Backes bekräftigten noch einmal, dass sie einen geeigneten Nachfolger für die nächste Wahl aufbauen wollen (die OP berichtete). Bis dahin sieht Backes aber keine Probleme in einer Ämterverquickung. Andere Vereine hätten keine Vorbehalte geäußert. „Ich denke, dass es so weiterlaufen kann, bis wir andere Dinge entwickelt haben“, sagte der Marburger Sportamtsleiter und 2. BC-Vorsitzende.

Finanziell hat der BC das vergangene Geschäftsjahr mit einer „roten Null“ abgeschlossen. Die Ausgaben des Vereins übertrafen die Einnahmen in Höhe von knapp 352000 Euro um gut 4200 Euro. Die Personalkosten des Bundesliga-Teams schlugen mit 110000 Euro zu Buche, hinzu kommen Ausgaben für Wohnungen in Höhe von 30000 Euro. Für die laufende Saison rechnet Backes damit, „dass wir hoffentlich mit einem Plus von 7000 Euro rausgehen“. Eine Spende im fünfstelligen Bereich verbesserte dabei das Ergebnis, hingegen blieben die Zuschauer-einnahmen in der Hinrunde hinter den Erwartungen zurück. „Einerseits kann ich den Frust der Leute verstehen“, sagte Backes. „Andererseits kann ich nicht nur zum Jubeln in die Halle kommen, wenn es läuft.“

von Holger Schmidt

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