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Dolphins besiegen Halle mit 85:71

Frauenbasketball-Bundesliga Dolphins besiegen Halle mit 85:71

Der BC Pharmaserv Marburg hat das sechste Pflichtspiel in Serie gewonnen. Im Bundesliga-Heimspiel gegen die Halle Lions siegten die Blue Dolphins am Sonntag deutlich mit 85:71 (54:43).

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Patricia Benet (rechts, gegen Halles Laura Schinkel) zog geschickt die Fäden im Marburger Spiel und verteidigte gut gegen Aliaksandra Tarasava.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Als es im Schlussabschnitt plötzlich eng zu werden drohte, trat Svenja Greunke auf den Plan. Die Lions hatten einen Lauf, verkürzten einen zwischenzeitlichen 46:65-Rückstand auf neun Punkte (63:72). Viele Ballverluste und schlechte Entscheidungen, insbesondere der übereifrig wirkenden BC-Aufbauspielerin Julia Gaudermann, hatten dazu beigetragen. Doch dann tauchte Centerspielerin Greunke unter dem Korb durch und versenkte den Ball elegant – noch dazu mit Foul. Den Bonusfreiwurf traf Greunke auch, die 75:63-Führung war wieder komfortabel. „Der anschließende Ballverlust von Chantelle Pressley gegen Tonisha Baker hat uns noch mehr weh getan“, kommentierte Lions-Coach René Spandauw.

Baker, die mit 19 Punkten gemeinsam mit Halles Kristen McCarthy erfolgreichste Werferin war, erhöhte nach ihrem Ballgewinn und ließ wenig später nach einem Airball von Bundesliga-Topscorerin Aliaksandra Tarasava einen Dreier zum 80:63 folgen. Die Gegenwehr der Gäste war erlahmt. Bis dahin hatte sich Halle auch nach zweistelligen Rückständen immer wieder herangekämpft und ins Spiel gebissen.

BC Marburg SV Halle Lions Marburg Nr.6 Birte Thimm : Foto / Michael Hoffsteter

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Temporeich hatte die Partie begonnen. Viel temporeicher als für Marburg üblich. „Das war nicht unser Gameplan“, sagte BC-Trainer Patrick Unger. „Wenn wir so eine Wurfquote haben, ist das aber egal. Ich wäre ja doof, wenn ich das nicht laufen lassen würde. Ich dachte: Lass sie Basketball spielen wie die kleinen Mädchen. Es sah so aus, als hätten sie ihren Spaß.“ Statt harter Defense bekamen die 650 Zuschauer in der Gaßmann-Halle jedenfalls ein Offensivspektakel zu sehen, das wohl noch packender gewesen wäre, hätten die Schiedsrichter Thomas Pohl und Danjana Rey nicht mit viel zu kleinlichen Pfiffen den Spielfluss gehemmt.

Als „irre“ bezeichnete Spandauw Marburgs Wurfquote der ersten Halbzeit. „Dabei kann ich nicht einmal behaupten, dass wir schlecht verteidigt hätten. Die haben einfach alles reingeballert“, sagte Halles Trainer. Auf 12:2 setzten sich die Marburgerinnen ab, nach dem ersten Viertel hieß es 30:21, zur Pause 54:43. Den ersten Dreier, sonst eine Stärke der Blue Dolphins, traf Katie Yohn erst Mitte des zweiten Viertels.

„Wir müssen die Inside-Leute attackieren“, hatte Unger seinen Schützlingen vor der Begegnung mit auf den Weg gegeben. Insbesondere Stephanie Lee und Svenja Greunke setzten die Vorgaben gut um. „Aber auch Birte Thimm und Julia Köppl haben einen guten Job gemacht“, fand Unger.

20 Offensivrebounds für Halle

Dabei gab es trotz der Erfahrungen der beiden Saisonsiege gegen Halle – Marburg hatte das Liga-Hinspiel und das Pokalspiel jeweils klar für sich entschieden – die beiden Neuzugänge als kaum bekannte Größen. „Wir haben Kristen McCarthy und Chantelle Pressley als Offensivrebound-Monster angesprochen“, sagte Unger. Letztlich mussten die Blue Dolphins trotzdem 20 Offensivrebounds abgeben.

Es war zu verschmerzen. Auch deshalb, weil Marburgs Aufbauspielerin Patricia Benet Halle-Star Tarasava gut im Griff hatte. Die Weißrussin kam zwar durch einige wilde Treffer auf 16 Punkte, drückte der Partie aber nicht wie von den Gästen erhofft ihren Stempel auf. „Sie ist eine der besten Spielerinnen der Liga“, sagte Benet. „Wir haben uns auf sie vorbereitet, schon vor der Weihnachtspause. Es macht immer Spaß, gegen sie zu spielen.“ Die Spanierin im Dress des BC glänzte nicht nur wie gewohnt durch aggressive Verteidigung und klugen Spielaufbau, sondern auch mit neun Punkten. „Patricia hat ein richtig gutes Spiel gemacht und auch offensiv Akzente gesetzt“, lobteUnger.

Am kommenden Wochenende steht ein Doppelspieltag an. „Wir wollen natürlich alle Spiele gewinnen“, sagte Benet. Ziel sei es, an Saarlouis und den vor den Dolphins stehenden Mannschaften dranzubleiben für eine gute Playoffs-Ausgangsposition.

Statistik

BC Pharmaserv Marburg – SV Halle Lions 85:71 (30:21, 24:22, 15:14, 16:14)

Marburg: Gaudermann 4, Thimm 6, Schaake 8, Köppl, Yohn 5/1 Dreier, Greunke 17/2, Benet 9, Baker 19/1, Lee 17, Winterhoff.

Halle: McCarthy 19/1, Henningsen 5/1, Pressley 2, Hartmann 17/2, Engeln 7,Tarasava 16, Yancheva, Müller, Horn 5/1,L. Schinkel.

Zuschauer: 650.

von Holger Schmidt

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